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100 articles, 2016-07-29 18:01

 

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Körperteile in Leipziger Badesee: Taucher finden zweite zerstückelte Leiche (3.08/4)

Nur Stunden nach dem Fund einer zerstückelten Frauenleiche in einem Leipziger Baggersee finden Polizeitaucher den Körper eines Mannes. Auch er wurde verstümmelt. Die Ermittler gehen davon aus, dass beide Morde in einem Zusammenhang stehen.
Nach dem Fund einer zerstückelten Frauenleiche in einem Leipziger Badesee ist in dem Gewässer ein weiterer Toter entdeckt worden. Bei dem Leichnam, der bereits am Donnerstagabend gefunden wurde, handelt es sich um die sterblichen Überreste eines Manns, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Zuvor hatten bereits am Morgen desselben Tages Schwimmer in dem Baggersee im Ortsteil Thekla Leichenteile einer Frau entdeckt.
Beide sind nach Ansicht der Ermittler Opfer eines offensichtlich zusammenhängenden Gewaltverbrechens geworden. Es sei "davon auszugehen, dass die Tötungsverbrechen an den beiden Opfern im Zusammenhang miteinander stehen", hieß es in einer Stellungnahme von Polizei und Staatsanwaltschaft. Eine Sonderkommission der Kriminalpolizei namens "Bagger" ermittle nun wegen Doppelmordes gegen "Unbekannt".
Bei dem Mann und der Frau seien jeweils Körperteile abgetrennt worden, die den Angaben zufolge bislang noch nicht gefunden wurden. Offenbar gibt es mittlerweile auch erste Hinweise auf die Identität der beiden Opfer. Zur vollständigen Klärung seien laut Polizei aber weitere Untersuchungen notwendig, die noch mehrere Tage andauern dürften. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Baggersee nicht der Tatort. Seit wann die Leichenteile in dem See lagen, ist noch unklar.
Erst im April war im Elsterflutbecken in Leipzig die zerstückelte Leiche einer 43-jährigen Portugiesin gefunden worden. Der Fall ist nach wie vor nicht geklärt. Nach den bisherigen Ermittlungen halten Polizei und Staatsanwaltschaft eine Verbindung zu den beiden aktuellen Tötungsverbrechen aber für "wenig wahrscheinlich". 2011 wurde im Elsterflutbecken die zerstückelte Leiche eines jungen Mannes entdeckt. Sein Mörder sitzt seit 2013 hinter Gittern.
Die Suchmaßnahmen der Polizei an dem Baggersee sollen das ganze Wochenende über andauern. Unter anderem waren bereits Taucher im Einsatz.
Quelle: n-tv.de

 

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Hillary Clinton versus Donald Trump (2.12/4)

Natürlich geht es nicht nur um die Auseinandersetzung zwischen einem Republikaner und einer Demokratin, zwischen einem Milliardär und einer Millionärin, zwischen einem 70-jährigen politischen Neuling und einer 68-jährigen Politikerfahrenen weit auf der anderen Seite des Atlantiks. Wie die Supermacht gesteuert wird, wirkt sich direkt auf Deutschland und die Welt aus, eröffnet neue Spielräume, neue Chancen oder bringt neue Engpässe, neue Konflikte. Deshalb verfolgten auch so viele Politiker und Journalisten aus Deutschland die beiden Nominierungsparteitage in Cleveland und Philadelphia.
Es zeigen sich in diesem Kräftemessen aber auch Phänomene, die in vielen anderen Staaten zu spüren sind, in den USA nun jedoch in selten gekannter Radikalität zum Tragen kommen. Das ist eine schon oft zu beobachtende Entwicklung: Viele Erscheinungen erlebten intensiv zuerst die USA, bevor sie Jahre später auch in Europa aufschlugen. Die TV-Duelle von Spitzenkandidaten etwa, die fernsehgerechten Wahlkämpfe, die umfragegetriebene Entscheidungsfindung, die Kampagnen via Direktkommunikation in den Sozialen Netzwerken.
Trump akzeptiert keine Grenzen
Nun wird das seit langem schwelende Misstrauen gegenüber dem politischen Establishment auf die Spitze getrieben, soll das amerikanische Volk entscheiden, ob ein Konzept überzeugt, bei dem der Kandidat polternd den Eindruck erweckt, das ganze System gehöre eigentlich auf den Müllhaufen und müsse durch schlichte, schillernde, zupackende Übernacht-Lösungen ersetzt werden. Oder ob die gewachsenen Strukturen der Austarierens von Macht und des Ausgleichens von Interessen nach dem ersten Schwarzen an der Spitze nun auch mit der ersten Frau an der Spitze die Chance bekommen, sich weiter zu entwickeln.
Die Technik, mit begrenzten Regelverletzungen Aufmerksamkeit zu bekommen, beherrschen auch deutsche Politiker. Neu ist bei Trump der Wegfall solcher Grenzen. Er kennt offenbar keine roten Linien. Nichts scheint ihm zu abgedreht, um die Wellen schlagen zu lassen. Indem er etwa Russland dazu aufruft, die Konkurrentin Clinton zu hacken und 30.000 E-Mails aus ihrer Zeit als Außenministerin den Medien zuzuspielen, erklärt er es für völlig gleichgültig, den Rahmen in einem Land zu sprengen, das bei der nationalen Sicherheit gewöhnlich wenig Spielraum lässt und schon gar keinen Spaß versteht.
Vollmundige Versprechen
Trumps vollmundige Versprechungen vom Mauerbau an der Südgrenze bis zur Ausweisung von zehn Millionen Migranten zeigen starke Parallelen auf zu den weder korrekten noch umsetzbaren Behauptungen der Brexit-Befürworter in den britischen Referendums-Kampagnen. Doch wie die Mehrheit auf der Insel für das lange Zeit Undenkbare stimmte, kann auch Trump allen Erwartungen zum Trotz Präsident werden. Grob gesprochen steht es zwischen ihm und Clinton derzeit 40:40. Es kommt bis zum 8. November darauf an, wer von Beiden bei den übrigen 20 Prozent mehr Motivation schafft. Alles ist möglich.
Der Hass auf das Establishment, das Bedienen von Verschwörungstheorien und "Mainstream"-Verdächtigungen hat längst auch die sozialen Netzwerke in Deutschland erreicht und schwappt in der Folge von Euro- und Flüchtlingskrise auch in die deutsche Politik. Auch in den Kommentarspalten von deutschen Medien wimmelt es nur so von "einfachen" Alternativlösungen, auf die die politische Kaste in ihrer angeblichen Abgehobenheit von der Stimmung im Volk leider nicht komme.
Die Trumpisierung komplexer Zusammenhänge ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Insofern ermöglicht der Blick auf den US-Wahlkampf eine Vorahnung auf das, was mit der üblichen zeitlichen Verzögerung auch in Deutschland irgendwann einmal ausgetragen werden könnte.

 

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Pro-Erdogan-Demo: Kurden verzichten auf Gegenveranstaltung (2.07/4)

Einerseits wolle man die Anhänger des türkischen Präsidenten nicht aufwerten, andererseits befürchte man auch gewalttätige Auseinandersetzungen, teilte die Gemeinde am Donnerstag (28.07.2016) mit. Der Generalsekretär der Gemeinde, Cahit Basar, sagte, eine solche Demonstration schade der Integration in Deutschland: " Dass nun Tausende von Menschen für eine Diktatur auf die Straße gehen, ist schlichtweg nicht nachvollziehbar ".
Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger ( ) stellte klar, dass Gewaltaufrufe nicht akzeptiert würden. "Sollte diese Kundgebung für Gewaltaufrufe missbraucht werden, wird die -Polizei rigoros einschreiten" , sagte der Minister am Donnerstag. Es sei das Recht türkischstämmiger Menschen, für ihre Überzeugungen auf die Straße zu gehen. Die politischen Spannungen in der Türkei dürften sich aber nicht in Gewalt auf den Straßen Nordrhein-Westfalens entladen. Ein Verbot der Demonstration komme nur dann in Betracht, wenn eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung drohe.
Die Polizei rechnet bei der Pro-Erdogan-Demonstration mit rund 15.000 Teilnehmern. Es seien zahlreiche Gegenkundgebungen angemeldet worden, u.a. von den Gruppen und sowie von der rechtsextremistischen Partei. In der Türkei gilt nach dem gescheiterten Putschversuch ein Ausnahmezustand. Nach offiziellen Angaben wurden zudem mehr als 13.000 Menschen festgenommen und Zehntausende Staatsbedienstete suspendiert.

 

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Papst besucht Vernichtungslager Auschwitz: Stille Trauer am Ort des Grauens (1.12/4)

Papst Franziskus hat das ehemalige deutsche Vernichtungslager Auschwitz besucht. Dort gedachte er der mehr als eine Million Opfer. Anders als seine Vorgänger setzte Franziskus dabei vor allem auf bewegende Gesten - und schwieg.
Mit bewegenden Gesten und in aller Stille hat Papst Franziskus im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz der mehr als eine Million Opfer gedacht. Zunächst durchschritt er allein mit leicht gesenktem Haupt und ernster Miene das Eingangstor des früheren Stammlagers, über dem der zynische Spruch "Arbeit macht frei" steht.
Dann zog er sich zwischen den Blocks auf eine Bank zurück und verharrte dort etwa 15 Minuten im stillen Gebet. Teilweise waren seine Augen dabei geschlossen.
Franziskus traf mehrere Überlebende des Holocaust und wechselte einige Worte mit ihnen. Danach zündete er an der sogenannten Todeswand, an der Menschen erschossen wurden, eine Kerze an. Im Keller des Blocks 11 saß und betete der Papst in der nur spärlich beleuchteten Todeszelle des Franziskanermönchs Maximilian Kolbe, der vor 75 Jahren ermordet wurde. Dann verließ er das Stammlager erneut zu Fuß und allein durch das Tor.
Anschließend fuhr der Papst zum nahegelegenen Gelände des Vernichtungslagers Birkenau. Dort standen Begegnungen mit Menschen auf seinem Programm, die während der Nazi-Herrschaft Juden vor der Ermordung gerettet haben. Auch in Birkenau versammelten sich Überlebende des Holocaust. In dem eigentlichen Vernichtungslager ermordeten die Nazis mehr als 1,1 Millionen Menschen, vor allem Juden.
Franziskus ist der dritte Papst, der diesen Ort des Grauens im Süden Polens besucht. Schon vor dem Besuch hatte er deutlich gemacht, dass er im Gegensatz zu seinen Vorgängern Johannes Paul II. und Benedikt XVI. schweigen wollte.
Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, hält dieses Vorgehen des Papstes für angemessen. Der Besuch von Franziskus sei ein "starkes Signal" gegen den Hass, sagte Lauder.
Franziskus ist seit Mittwoch in Polen, wo er den Weltjugendtag in Krakau besucht. Dort stehen bis Sonntag noch mehrere Begegnungen mit den mehr 500.000 Pilgern aus fast 190 Staaten an.

 

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30.000 Teilnehmer bei Pro-Erdoğan-Demo erwartet (1.03/4)

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies schließt ein Verbot der von Erdoğan-Anhängern geplanten Großdemonstration am Sonntag nicht aus. Laut Mathies gibt es Erkenntnisse, dass die Veranstalter türkische Regierungsmitglieder als Redner nach Köln eingeladen haben. Der Polizeipräsident hat angekündigt, die Kundgebung zu verbieten, falls es sich bei den Rednern um Personen handelt, für deren Schutz er in Köln nicht garantieren könne.
Nach WDR-Informationen haben die Organisatoren den Außen- und den Tourismusminister der türkischen Regierung angefragt. Mitveranstalter reagierten mit Empörung auf die Äußerungen der Polizei.
Die Veranstalter haben der Polizei bisher nicht mitgeteilt, wer als Redner an der Veranstaltung an der Deutzer Werft teilnehmen wird. Mathies hat die Organisatoren am Vormittag noch einmal dringend aufgefordert, die Rednerliste bekannt zu geben, damit die Polizei die Sicherheitslage bewerten könne.
Verboten hat die Polizei eine große Videowand, auf der während der Demonstration offenbar Politiker aus der Türkei zugeschaltet werden sollten. Polizeipräsident Mathis sagte: Es bestehe die Gefahr, dass solche Redebeiträge die Stimmung während der Demonstration zusätzlich aufheizen. Dieses Risiko wolle die Polizei nicht eingehen. Die Polizei rechnet mit bis zu 30.000 Teilnehmern allein bei der Pro-Erdoğan-Kundgebung.
Der Generalsekretär der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), Bülent Bilgi, kündigte an, juristisch gegen das Verbot der Großbildleinwand vorzugehen. Wenn sie verboten werde, , sagte Bilgi. "Es wird in der türkischen Community gemunkelt, dass dann Präsident Erdogan selbst kommen könnte. " Ein Verbot der Kölner Kundgebung könne Menschen radikalisieren.

 

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Russische Hooligans in Köln verurteilt (1.02/4)

Die jungen Männer waren Mitte Juni vor dem Kölner Dom drei spanische Touristen angegangen, zwei von ihnen haben sie getreten und geschlagen. Der Polizei zufolge gingen sie dabei " vor. Die späteren Opfer hatten laut Polizei Aufkleber mit antifaschistischen Parolen auf eine Laterne geklebt - dies soll der Auslöser für den Angriff gewesen sein. Einer der angegriffenen Männer wurde schwer verletzt, er erlitt einen Nasenbeinbruch. Ein zweiter Mann wurde leicht verletzt.
Zusammen mit mehreren uniformierten Kollegen hatten Zivilfahnder unmittelbar nach der Tat die fünf Männer im Alter von 26 bis 30 Jahren festgenommen. Sie kamen in Untersuchungshaft. Ein sechster Verdächtiger wurde später am Flughafen Köln/Bonn festgenommen. Der 30-Jährige saß Polizeiangaben zufolge bereits am Gate für die Weiterreise nach Ibiza. Er wurde später wieder auf freien Fuß gesetzt - eine Tatbeteiligung war ihm nicht nachzuweisen.
Die fünf Beschuldigten waren den Ermittlungen zufolge am 10. Juni mit dem Flugzeug von Moskau nach Marseille gereist und am 16. Juni zur Mittagszeit mit dem Zug von Brüssel nach Köln gefahren. Die Polizei fand bei ihnen Tickets für zwei -Spiele der russischen Fußballnationalmannschaft gegen England und die Slowakei. Bei schweren Auseinandersetzungen zwischen Russen, Engländern und französischen Sicherheitskräften in Marseille kurz vor dem Vorfall am Dom mehrere Dutzend Personen verletzt worden.

 

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Bastian Schweinsteiger geht als Gigant des deutschen Fußballs (1.02/4)

Bastian Schweinsteiger, der am Montag 32 Jahre alt wird, sieht manchmal er älter aus, als er ist. Das Haar an den Schläfen ist schon leicht ergraut. Und nach den großen Auftritten, die in jüngerer Vergangenheit seltener geworden sind, hat er immer sehr müde ausgesehen. Wahrscheinlich trifft auch auf den Fußball zu, was der große Boris Becker einst für seine Sportart behauptet hatte: "Tennisjahre sind Hundejahre. "
Ein paar Wochen nach der EM-Halbfinal-Niederlage der Nationalmannschaft gegen Frankreich hat Schweinsteiger daraus die Konsequenz gezogen. Er tritt als Nationalspieler zurück.
Der Kapitän geht als einer der ganz Großen in der deutschen Fußballgeschichte. Zum perfekten Abschluss der Karriere langte es nicht, weil ihm der EM-Titel, den er in Frankreich noch unbedingt gewinnen wollte, in der Sammlung fehlt. Sonst hat er alles gewonnen, was ein Fußballer überhaupt gewinnen kann. Er war Meister, Pokalsieger, Champions-League-Sieger und Weltmeister. Er hat das Spiel von Bayern München geprägt und das der DFB-Auswahl. Und er hat sich selbst im WM-Finale von Rio ein Denkmal gesetzt. Mit blutenden Wunden kämpfte er um den Titel, unbeugsam, groß, sehr deutsch.
Dieses Bild bleibt in Erinnerung. Es überstrahlt den leisen Niedergang, die Tatsache, dass sich der in vielen Jahren Hochleistungssport geplagte Körper immer mehr Pausen nehmen musste.
Schweinsteiger hat den richtigen Augenblick zum Abschied gewählt. Er steht in einer Reihe mit den Giganten des deutschen Fußballs.

 

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"Müller, Berlin": SPD-Kandidat auf Plakaten unauffällig (1.02/4)

Der Regierende Bürgermeister ist kaum zu erkennen: Unscharf, unauffällig und im Hintergrund präsentiert die Berliner SPD ihren Spitzenkandidaten Michael Müller auf einigen der ersten Wahlplakate. Im Vordergrund stehen meist andere Menschen. Statt des Schriftzugs SPD steht dort nur: "Müller, Berlin". Bei der Vorstellung der Motive sagte Müller am Freitag: "Die Berliner stehen eindeutig im Mittelpunkt. " Es gehe bei diesen Motiven der ersten Wahlkampfphase um alltägliche Begegnungen im Kiez, im Großmarkt oder auf einer Rolltreppe.
Müller, dem oft seine persönliche Unauffälligkeit vorgeworfen wird, ist in der Stadt unterwegs, steht im Kontakt mit ganz normalen Berlinern und ist einer von ihnen - das ist die Botschaft dieser ersten Bilder. "Das ist eine bewusste Bildsprache, bei der wir uns auf die wesentlichen Elemente konzentrieren", erklärte Müller.
Eines der Plakate zeigt eine Frau mit Kopftuch von hinten und Müller, der sie ansieht. Natürlich sei das auch eine klare Stellungnahme gegen Ausgrenzung und Populismus, meinte Müller. In Berlin müsse der soziale Zusammenhalt gestärkt werden.
In diesem Wahlkampf, der wegen der Gewaltausbrüche und des Terrors eine besondere Rolle spiele, gehe es auch darum, Haltung zu zeigen. Populisten würden versuchen, "mit schäbigen Parolen kurzfristige Erfolge zu erzielen", sagte er mit Blick auf die AfD, die in Umfragen über zehn Prozent liegt.
800 dieser Großplakate stellt die SPD ab Samstagabend in Berlin auf. Bis zur Wahl am 18. September folgen noch zwei weitere Motivserien, auch mit einem deutlich präsenteren Spitzenkandidaten und dem Logo der SPD, versicherten die Wahlkampforganisatoren. Zudem sind 80 000 kleinere Plakate bestellt, die überwiegend Themen und Köpfe von Kandidaten zeigen. Insgesamt gibt der Berliner SPD-Landesverband 1,7 Millionen Euro für den Wahlkampf aus.
In der Nacht zu Sonntag dürfen alle Parteien damit beginnen, ihre Plakate aufzuhängen. Die Linke hat sogar um Mitternacht zu einem Plakatierungstermin am Karl-Liebknecht-Haus eingeladen. Geplant sind 150 Großplakate und 50 000 kleine Plakate. Das Wahlkampf-Budget beträgt 900 000 Euro. Die Linke setzt auf Schwarz-Weiß-Motive zum Teil mit ironischem Unterton.
Die CDU hatte ebenso wie die AfD ihre ersten Motive am Donnerstag veröffentlicht. Auch die Grünen hatten schon Anfang der Woche Plakate präsentiert und legen am Samstag mit einem Foto-Termin noch einmal nach.
Die meisten Parteien wechseln im Lauf der nächsten Wochen bis zum 18. Oktober ihre Motive noch einmal oder mehrfach aus. Die wirklich heiße Phase des Wahlkampfes beginnt nach Einschätzung vieler Experten erst in den letzten zwei Wochen vor dem Wahltermin, wenn die Schulferien vorbei sind und Mecklenburg-Vorpommern am 4. September gewählt hat.

 

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Brücke gerammt: Kapitän und Lotse für Unfall verantwortlich (1.02/4)

Die Zerstörung der längsten deutschen Klappbrücke über die Ems bei Weener ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft auf das Fehlverhalten eines Lotsen und eines Kapitäns zurückzuführen. Der Unfall wäre laut Ermittlungsergebnis vermeidbar gewesen, teilte die Behörde am Freitag in Aurich mit. Gegen den 57 Jahre alten Lotsen und den 53 Jahre alten Kapitän sei Antrag auf Erlass eines Strafbefehls beim Amtsgericht Leer gestellt worden. Den beiden Beschuldigten werde Gefährdung des Schiffsverkehrs zur Last gelegt. Ein technischer Defekt an dem Schiff oder der Brücke sei auszuschließen. Das Gericht muss nun über den Erlass der Strafbefehle mit Verhängung einer Geldstrafe entscheiden.
Anfang Dezember hatte der Frachter "Emsmoon" die über 300 Meter lange Friesenbrücke gerammt. Seitdem ist der Bahnverkehr zwischen den Niederlanden und Ostfriesland unterbrochen. Neben den Gleisen gibt es auch einen Fußgänger- und Radweg. Wenn größere Schiffe die Brücke passieren, wird das Mittelteil der Stahlkonstruktion hochgeklappt. Der Frachter war in die noch geschlossene Brücke gekracht und hatte auch die Fundamente der Brücke verschoben.
Die Staatsanwaltschaft wirf dem Kapitän vor, entgegen den Vorschriften dem Lotsen das Steuer überlassen zu haben. Zudem soll er pflichtwidrig weder einen Ausguck noch eine Radarbeobachtung eingesetzt haben. Der Lotse wiederum hätte das Schiff nicht führen dürfen. Auch habe er beim Brückenwärter die Ankunft des Schiffes zwar angekündigt, aber nicht auf die erforderliche Durchfahrtserlaubnis gewartet. "Der Loste hat weiter auf die Brücke zugehalten", sagte Oberstaatsanwältin Katja Paulke.
Wie es mit der kaputten Brücke weitergeht, ist noch unklar. Die Untersuchungen liefen noch, sagte ein Bahnsprecher. Ergebnisse sollen im September vorliegen. Erst dann werde entschieden, ob eine Reparatur oder ein Neubau erfolge. Rund fünf Jahre dauere die Instandsetzung bei Kosten von geschätzten 30 Millionen Euro, sagte der Sprecher. Ein Neubau koste rund 70 Millionen Euro bei einer Bauzeit von neun Jahren.
Der Zugverkehr soll laut Bahn ab Dezember zumindest wieder bis zur Station Weener fließen. Die Züge pendeln dann von dem niedersächsischen Grenzort ins niederländische Groningen, zwischen Weener und Leer fahren Busse. Seit dem Brückenunfall wenden die Züge bereits im niederländischen Bad Nieuweschans und fahren nicht mehr über die Grenze.

 

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NDR.de - Fernsehen - Sendungen A-Z - NDR Talk Show (0.03/4)

Mit welchem Lied war Ingrid Peters beim Eurovision Song Contest, in welcher Sketch-Show spielte Beatrice Richter? Beantworten Sie unsere fünf Fragen zu den Gästen der Sendung am Freitag, 29. Juli , und gewinnen Sie zwei Eintrittskarten für eine der nächsten Sendungen der NDR Talk Show! Die Studio-Plätze für diesen TV-Klassiker sind heiß begehrt. Nutzen Sie also die Chance und erleben Sie die Gastgeber Hubertus Meyer-Burckhardt und Barbara Schöneberger und ihre prominenten Gäste live beim NDR Fernsehen in Hamburg!
Und so geht's:
- Es werden Ihnen fünf Fragen gestellt.
- Pro Frage geben wir drei Antwortmöglichkeiten vor, von denen nur eine richtig ist.
- Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen, müssen Sie alle Fragen richtig beantworten. Wenn's bei einer Frage daneben geht, starten Sie einfach noch einmal.
Das können Sie gewinnen:
Unter allen Teilnehmern verlosen wir 1 x 2 Karten für die NDR Talk Show.
Einsendeschluss: Montag, 1. August, 23.59 Uhr.
Viel Glück!
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NDR und deren Angehörige sind nicht gewinnberechtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

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Al-Nusra-Terroristen sagen sich von al-Qaida los - Politik Ausland - Bild.de (0.01/4)

Ihr Ziel demnach: die Bildung einer neuen Front und die Vereinigung verschiedener Dschihadisten-Gruppen.
Die Al-Nusra-Front („Unterstützer-Front“) gehört in Syrien zu den stärksten Milizen. Stark ist die Gruppe vor allem in der Provinz Idlib. Obwohl ideologisch eng mit der ISIS-Terrormiliz verwandt, sind beide Gruppen miteinander verfeindet. Im Jahr 2013 verzichtete die Al-Nusra-Front darauf, sich ISIS anzuschließen.
Andere, gemäßigtere Rebellengruppen, wie etwa die Freie Syrische Armee (FSA), kooperieren mit Al-Nusra im Kampf gegen die Regierungstruppen.
Mehr und mehr Deutsche haben sich Terrorgruppen angeschlossen, kämpfen in Syrien oder unterstützen von Deutschland aus. Große Übersicht.
Die irakische Armee meldet einen Sieg nach dem anderen: ISIS-Hochburgen werden eingenommen, die Terrormiliz scheint fast schon am Ende.
In der Al-Nusra-Videobotschaft meldete sich auch der Al-Qaida-Anführer Ayman al-Zawahri zu Wort, sagte: „Die Bruderschaft des Islams ist stärker als irgendwelche organisatorischen Verbindungen, die sich ändern und auflösen.“
Die Al-Nusra-Front ist neben ISIS die größte Dschihadistenmiliz in Syrien. Anders als die ISIS-Miliz, mit der sie sich wiederholt blutige Kämpfe lieferte, versucht die Al-Nusra-Front nicht, die exklusive Kontrolle über ein eigenes Territorium zu erringen, sondern duldet andere Rebellengruppen neben sich, mit denen sie teilweise im Kampf gegen die Regierungstruppen kooperiert.
Im Internet wurde schon seit Tagen über einen Bruch zwischen al-Qaida und seinem Regionalableger in Syrien spekuliert. Hintergrund ist der jüngst erfolgte Zusammenschluss der USA und Russlands im Kampf gegen die radikalen Dschihadisten-Organisationen. Washington und Moskau hatten sich Mitte Juli darauf verständigt, in Syrien gemeinsam gegen die ISIS-Miliz und die Al-Nusra-Front vorzugehen.
Nachdem al-Qaida-Chef  Ayman al-Zawahiri der Terrormiliz ISIS kürzlich mit Krieg drohte, sendet er nun seine besten Kommandeure nach Syrien
Al-Qaida-Chef Ayman al-Zawahiri hat sich mit einer Audio-Botschaft an seine Gefolgschaft gewandt und zum Dschihad aufgerufen.
Indem sie mit al-Qaida breche und sich einen neuen Namen verleihe, wolle die Al-Nusra-Front ihre „Verwurzelung in der syrischen Revolution“ und „ihre langfristige Zukunft“ sicherstellen, sagte der Dschihadismus-Experte Charles Lister. Die Al-Nusra-Front ging 2012 aus dem Al-Qaida-Arm Islamischer Staat im Irak hervor, 2013 wurde sie zum einzigen Ableger al-Qaidas in Syrien erklärt.
My latest, in @ForeignPolicy :
"The Nusra Front Is Dead & Stronger Than Ever Before” https://t.co/xavF4h1hSD #Syria pic.twitter.com/0IlOOnsP2H
Die USA haben die Al-Nusra-Front im Mai 2014 formal als terroristische Organisation eingestuft. Der Sprecher des Außenministeriums, John Kirby, sagte, daran werde sich nichts ändern. „Wir haben keinen Anlass zu glauben, dass ihre Ziele oder ihr Handeln andere sind.“ Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, zeigte sich ebenfalls skeptisch.

 

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Hotel Europa Pension Edelweiss«

Tatsächlich: ein sehr deutscher Name mitten in Marseille, in einem Viertel zwischen Bahnhof und Hafen, in dem viele Afrikaner und Araber leben, Réformés heißt es. Eine Schweizerin hat sich den Namen einst ausgesucht. Die Französin, die die »Pension Edelweiss« vergangenes Jahr übernahm, behielt den Namen bei und auch den charmanten Stil zwischen Art déco und Flohmarkt: Véronique wohnt nebenan, ist Lehrerin an der benachbarten Grundschule, ihr deutscher Mann pendelt jeden Montag nach Augsburg – da dachte sie sich, die fünf Fremdenzimmer schaffe ich noch nebenbei. Sie hat die Bäder renoviert und Fenster erneuert, ein paar schöne Familienerbstücke und Espressomaschinen in die Altbauwohnung mit der hohen Decke gestellt, alte Filmplakate und Fotos aufgehängt sowie Nancy angestellt, die das Frühstück und die Betten macht. Es gibt eine Terrasse im Innenhof und ein Wohnzimmer, in dem die Gäste herumlümmeln und Chansons hören dürfen. Einige Deutsche kommen inzwischen, Schweizer auch, und jedes Jahr eine Amerikanerin, die sagt: »Marseille zieht viele junge Künstler an, die Stadt ist nie fertig, sondern immer im Werden, wie Brooklyn vor zwanzig Jahren. Auch so international. « Der Hafen und der afrikanische Markt sind nah, ebenso Véroniques Lieblingsfischlokal, ein Korse namens »La Boîte à Sardine« (unbedingt mit Sardinen gefüllte Zucchini bestellen). Den Aperitif sollte man an der »Edelweiss«-Hausbar zu sich nehmen: Pastis, selbstverständlich.

 

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BILD-Leser-Reporter

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Was sagt langes Stillen über die Mutter aus? - Kind & Familie - Bild.de

Immer mehr Mütter erziehen ihre Kinder so ursprünglich wie möglich...
So wie Kira Schlesinger (30). Sie hält sich mit ihrem Sohn Noel ans Attachment Parenting , eine bindungs- und bedürfnisorientierte Erziehung, bei der die Signale des Kindes im Vordergrund stehen. Für Kira heißt das unter anderem: Noel bekommt mit knapp drei Jahren noch die Brust.
Aber ist DAS überhaupt gesund? Wie lange ist Stillen eigentlich „normal“? Wie lange hat eine Mutter Milch? Macht Stillen die Brüste schlaff? Was sagt langes Stillen über die Mutter aus?
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Diese 5 Tricks pushen Ihren Stoffwechsel wirklich! - Diät - Bild.de

Viele kleine Mahlzeiten, Ausdauertraining, Kalorienburner-Lebensmittel – warum das gerade NICHT Ihren Stoffwechsel pusht, erklärt Ingo Froböse, Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln.
Damit Sie dauerhaft mehr Kalorien verbrennen, abnehmen – und gesünder leben. Denn es geht darum, Ihren Organismus langfristig zu verändern. Nur so werden Sie dann – auch im Ruhezustand – mehr Kalorien verbennen und Ihre Zellen optimal mit Nährstoffen versorgen.
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Türkei schneidet US-Geheimdienste nach Putsch von Informationen ab

Die Entlassungen der türkischen Regierung in der Armee und im Sicherheitsapparat sorgen für Nervosität bei den US-Geheimdiensten: Offenbar verlieren die CIA und die anderen Dienste einige wichtige Informanten, weil der türkische Präsident Erdogan ausgerechnet diese Personen verdächtigt, am Putschversuch gegen ihn beteiligt gewesen zu sein. Geheimdienstdirektor James Clapper beklagte sich am Donnerstag auf einer Sicherheitskonferenz in Aspen im US-Bundesstaat Colorado über den plötzlichen Brain-Drain der Diensten in der Türkei. Clapper sagte laut Reuters: „Viele unserer Gesprächspartner sind entlassen oder verhaftet worden.“
Präsident Erdogan hatte in der Nacht zum Donnerstag per Dekret 1.684 Offiziere unehrenhaft aus den Streitkräften entlassen. 149 waren davon im Generalsrang. Man kann davon ausgehen, dass ein Teil dieser Leute „Gesprächspartner“ der US-Dienste waren – das wäre von der Größenordnung her darstellbar und der geostrategischen Bedeutung der Türkei angemessen.
Clappers Aussage ist bemerkenswert: US-Präsident Barack Obama hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, dass die US-Dienste nicht die leisesten Informationen über die Entwicklungen in der Türkei vor dem Putsch gehabt hätten. Wenn jedoch Clapper sagte, dass ihm viele seiner „Gesprächspartner“ abhanden gekommen sind, dann musste eigentlich eine viel harschere Reaktion aus Washington kommen. Denn dann waren alle der „Gesprächspartner“ völlig ahnungslos und somit unschuldig. Wenn dies nicht der Fall ist, muss man sich fragen, worüber die Dienste eigentlich mit ihren „Gesprächspartnern“ reden: Sollten auch nur einige wenige von dem Putschversuch gewusst haben, so wäre es in Verbund der Nato-Staaten erstaunlich, dass ausgerechnet die mit Milliarden finanzierten Dienste nichts das Geringste von dem vergleichsweise groß angelegten Putschversuch mitbekommen haben. Der Putsch hatte fast 200 Menschen das Leben gekostet und war unter allen türkischen Staatsstreich-Aktionen eine der bisher blutigsten.
Dass die US-Dienste gar in den Putschversuch verwickelt sein könnten, haben die Amerikaner unmittelbar nach dem ersten Aufkommen solcher Spekulationen sofort und unmissverständlich dementiert.
Clapper begründet seine Sorge nun mit einer möglichen Erschwernis im Kampf gegen den IS, weil sich die Dienste nun neue „Gesprächspartner“ im türkischen Sicherheitsapparat suchen müssen. Interessant in diesem Zusammenhang: Von der Nato, die von einem solchen Revirement eigentlich unmittelbar betroffen sei müsste, sind bisher keine derartigen Klagen gekommen. Offenbar ist die Kommunikation innerhalb der Nato stabiler als die der Dienste mit ihren Informanten. Clapper sprach trotzmde gleich für die Nato und sagte laut Reuters, die Entlassungen seien zweifellos ein Rückschlag und erschwerten die Zusammenarbeit mit dem Nato-Staat. Betroffen sei der gesamte Sicherheitsapparat.
Der US-Geheimdienst CIA unterhält zudem einen Stützpunkt in der Türkei, von wo aus der Putschversuch maßgeblich gestartet worden war. Zudem gibt es amerikanische Horchposten in dem Land sowie ein Frühwarnradar für ein europäisches Raketenabwehrsystem.
Die Türkei reagierte kühl auf Clappers Klage:  Der  türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Freitag, dass die Armee nicht geschwächt werde: „Im Gegenteil – wenn die Armee gesäubert ist … wird sie vertrauenswürdiger sein, sauber und effektiv im Kampf.“ Cavusoglu sagte außerdem, die Beziehungen der Türkei zu Russland seien keine Alternative zur Nato und der Europäischen Union.
Die türkische Öffentlichkeit ist überzeugt, dass der Putschversuch von den USA aus gesteuert wurde. In der deutschen Öffentlichkeit dominiert der Eindruck, dass Erdogan selbst der Putschist war und ist. So sagte der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Beisein von Cem Özedmir in der FAZ: „Es ist gut, dass der Militärputsch niedergerungen werden konnte. Was wir aber jetzt in der Türkei erleben, ist ein ziviler Putsch.“

 

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Wurde eine Silvester-Vergewaltigung erfunden?

Nun erscheint die Aussage der 18-Jährigen in einem anderen Licht: " Wenn man den aktuellen Meldungen Glauben schenken darf, dann ist es sehr bedauerlich, dass jemand die Vorfälle der Silvesternacht nutzt, um eine weitere Straftat zum eigenen Nachteil vorzutäuschen ", sagte die Piraten-Abgeordnete Brand am Donnerstag dem WDR. " Die Aussagen klangen zunächst äußerst glaubwürdig, da die junge Frau sich bezüglich des angeblichen Vorfalls mehrere Monate in die Betreuung einer Beratungsstelle begeben hat. " Nichtsdestotrotz seien in der Silvesternacht viele Opfer zu beklagen. " Und das heißt für uns, jetzt weiter an unserem Aufklärungsauftrag im Untersuchungsausschuss zu arbeiten. “
Marc Lürbke, Obmann der -Fraktion im Untersuchungsausschuss, sagte: " Die Ermittlungen laufen und deshalb gilt es, die Ergebnisse der Ermittlungsbehörden abzuwarten. " Die Arbeit des Ausschusses werde dadurch aber nicht beeinträchtigt. " Die FDP wird sich weiterhin im Untersuchungsausschuss für eine bestmögliche Aufklärung der Geschehnisse der Silvesternacht und einen effektiven Opferschutz stark machen. " Auch die SPD-Fraktion will nach Angaben des zuständigen Referenten im Ausschuss weiterarbeiten: " Wir werden nichts befürworten, was die Arbeit des Vereins „Lobby für Mädchen“ oder die Situation der Geschädigten selbst gegebenenfalls belastet oder erschwert. "
"Sollte sich bewahrheiten, dass die Vergewaltigung nicht stattgefunden hat, wäre das erst mal eine gute Nachricht" , so der Obmann der Grünen im Ausschuss, Matthi Bolte. Allerdings wäre den Frauen ein " " erwiesen, die sexualisierte Gewalt nicht zur Anzeige brächten, weil sie Angst hätten, man glaube ihnen nicht. Ähnlich äußerte sich Ina Scharrenbach von der im WDR-Interview zur möglicherweise vorgetäuschten Vergewaltigung: " Das wäre ein Schlag ins Gesicht derer, die wirklich Opfer geworden sind. " Was die 1.200 Anzeigen nach der Kölner Silvesternacht betrifft, so habe der Oberstaatsanwalt nur bei zwei Anzeigen Zweifel am Wahrheitsgehalt geäußert. Darüberhinaus wünschte sie sich von den Frauenberatungsstellen, dass die enger mit der Polizei zusammen arbeiteten: "D

 

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Syrien-Konflikt: UN begrüßt russische Hilfskorridore

Der UN-Sonderbeauftragte für Syrien , Staffan de Mistura, sagte am Freitag auf einer Pressekonferenz in Genf, dass die UN Russland einen Vorschlag unterbreitet habe, wonach die Kontrolle der von den Russen und Syrern eingerichteten Fluchtkorridore in Aleppo von der UN kontrolliert werden soll.
Der UN-Sonderbeauftragte wörtlich: „Wir freuen uns über jede Hilfs-Initiative, die Zivilbevölkerung in Kriegsgebieten, Konfliktzonen, insbesondere in Syrien. Wir unterstützen grundsätzlich und praktisch die humanitären Korridore unter den richtigen Umständen, die den Schutz der Zivilbevölkerung ermöglichen. Deshalb haben wir mit großer Aufmerksamkeit und Interesse die russische Initiative, die gestern entworfen wurde studiert (…) Ich habe den Vorschlag, dass Russland die bereits eingerichteten Korridore uns überlässt.“
Auf Nachfrage eines Reporters, ob die Russen die humanitäre Hilfe nutzen wollen, um daraus politischen Profit zu erzielen, sagte de Mistura: „Es gibt ein starkes Empfinden der Dringlichkeit. Und dieses starke Empfinden war meines Erachtens einer der Gründe, wenn nicht der Grund, dafür, warum die russische Seite eine Initiative eingeleitet hat. Diese Initiative hat nach Darstellung der Russen eine humanitäre Grundlage. Wenn sie Erfolg haben soll, muss sie verbessert werden und mein Eindruck ist, dass die Russen offen für jene Verbesserungen sind.“
Gegen die Hilfs-Korridore gibt es Widerstand aus Frankreich. Die Korridore seien keine angemessene und vertrauenswürdige Reaktion auf die Lage der eingeschlossenen Zivilisten in Aleppo, so das französische Außenministerium in einer Mitteilung.
Doch auch die internationalen Söldner richten sich entschieden gegen die Hilfskorridore für die Zivilisten. Nach der Einrichtung von russisch-syrischen Fluchtkorridoren in Aleppo haben nach Angaben von Aktivisten nur wenige der eingeschlossenen Einwohner die umkämpfte Stadt verlassen können. Die islamistischen Söldner hätten ihre Kontrollen verstärkt, um die Menschen an der Flucht zu hindern, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Nur einem Dutzend an Zivilisten sei die Flucht aus einem der von den Söldnern kontrollierten Vierteln gelungen.
Zuvor hatte Russland verkündet, den Bewohnern sowie Söldnern, die ihre Waffen niederlegen, einen Weg aus der belagerten Großstadt zu ermöglichen. Zusammen mit den syrischen Regierungstruppen sollten dafür insgesamt vier Fluchtkorridore eingerichtet worden.

 

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Genting kauft zusätzliches Grundstück in Wismar

Der Schiffbau-Konzern Genting aus Malaysia erwirbt das erste Gewerbegrundstück in Wismar. Dem entsprechenden Kaufvertrag hatte die Bürgerschaft der Hansestadt am Donnerstagabend zugestimmt. Auf der rund zwei Hektar großen Freifläche am Alten Holzhafen sollen mehrere Unterkünfte für Schiffbauer entstehen. In Wismar soll künftig der Hauptsitz der neu gegründeten MV Werften sein. Weitere Standorte sind Rostock-Warnemünde und Stralsund.
Um den Ausbau der Wismarer Werft zu beschleunigen, hatte die Verwaltung der Hansestadt eine Arbeitsgruppe gebildet. Das ständige Gremium soll nach Angaben von Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) Informationen bündeln und an die richtigen Stellen weiterleiten. Es begleitet die MV Werften unter anderem beim Ausbau der nötigen Infrastruktur und bei der Bereitstellung von Gewerbeflächen. Künftig werden so auch Flächen für Sammelparkplätze für die Werftarbeiter vor der Stadt gesucht.
Genting will in den ehemaligen Nordic-Yards-Schiffbaubetrieben im Nordosten sämtliche Neubauten des Konzerns fertigen lassen. In die drei Standorte sollen insgesamt 100 Millionen Euro investiert werden. In Wismar haben bereits die Planungen für mehrere Flusskreuzfahrtschiffe begonnen. Baubeginn soll im August sein.

 

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Rekordtransfer von Paul Pogba kurz vor Abschluss

Manchester United steht vor der Verpflichtung des französischen Mittelfeldstars Paul Pogba, 23, von Juventus Turin.
29.07.2016 | 16:13 | 
( DiePresse.com )
Der Wechsel des französischen Mittelfeldspielers Paul Pogba von Juventus Turin zu Manchester United steht Medienberichten zufolge kurz vor dem Abschluss. Der Transfer solle in den nächsten Tagen offiziell bekannt gegeben werden, berichteten italienische und englische Medien am Freitag.
Der 23-jährige Fußball-Profi soll für den Medizincheck bei dem Premier-League-Club bereits nach Los Angeles geflogen sein, wie die britische Zeitung "Independent" meldete. Nach Informationen der italienischen "Gazzetta dello Sport" kassiert Juventus eine neue Rekord-Ablösesumme von etwa 110 Millionen Euro. Pogba war 2012 von Manchester United nach Turin gewechselt und hatte sich dort zum Weltstar entwickelt.
(APA/dpa)

 

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Werner Pinzner: Der Killer von St. Pauli

Werner Pinzner:
Der Killer von St. Pauli
Er ist in den 1980er-Jahren einer der skrupellosesten Männer auf dem Hamburger Kiez: Werner Pinzner verdient sein Geld als Auftragsmörder. Im April 1986 verhaftet ihn ein Polizeikommando. Fünf Morde werden dem Killer angelastet. Bei seiner letzten Vernehmung wollen die Ermittler wissen, ob es noch mehr sind. Was dann passiert, lässt Pinzner in die Kriminalgeschichte eingehen.
(Die Multimedia-Doku ist für Desktop-Nutzung und Vollbild-Modus optimiert.)
Tagesthemen vom 29.07.1986
Der 29. Juli 1986 ist ein heißer Sommertag. Werner Pinzner sitzt neben seiner Frau Jutta im Zimmer 418 des Polizeipräsidiums am Berliner Tor. Auf einem Schreibtisch stehen Getränke und Brötchen für den Auftragskiller. Er hat angekündigt, weitere Taten zu gestehen. Mit im Büro sind Pinzners Anwältin, Staatsanwalt Wolfgang Bistry, zwei Polizisten und eine Sekretärin.
Als die Vernehmung beginnen soll, zieht Pinzner plötzlich einen Revolver.
Gitta Berger
Sie ist damals die Protokollantin bei der Vernehmung. (NDR Archivmaterial aus dem Jahr 2002)
Der Staatsanwalt wird lebensgefährlich verletzt. Wolfgang Bistry sinkt auf den Boden des Vernehmungszimmers. Die beiden Polizisten stürzen aus dem Raum. Werner Pinzner schießt hinter ihnen her.
Max van Oosting
Er ist einer der Polizisten, die mit Pinzner im Büro waren.
Krankenwagen rasen zum Präsidium. Ein Hubschrauber wird angefordert. Im vierten Stock telefoniert Werner Pinzner mit seiner Tochter. Er verabschiedet sich von ihr: "Birgit, ich liebe Dich. " Dann wendet er sich seiner Frau Jutta zu.
Gitta Berger
Damals Sekretärin der Polizei
Pinzner und seine Frau sind sofort tot. Staatsanwalt Bistry wird ins Universitätsklinikum Eppendorf geflogen. Doch seine Kopfverletzung ist zu schwer, der 40-Jährige stirbt am nächsten Tag.
Der Täter
Werner Pinzner wird am 27. April 1947 als Sohn eines Rundfunkmechanikers und einer Verkäuferin in Hamburg-Bramfeld geboren. Die Schule bricht er ab. Er arbeitet als Fahrer, Seemann, Gerüstbauer, Fliesenleger und Schlachter. Pinzner heiratet, wird Vater einer Tochter, lässt sich wieder scheiden. Später heiratet er erneut, seine Jutta.
Im August 1975 raubt er mit zwei Komplizen einen Supermarkt aus. Der Leiter des Marktes wird erschossen. Pinzner muss für zehn Jahre ins Gefängnis. Dort fängt er an, Heroin und Kokain zu nehmen. Er träumt von einer Karriere im Rotlichtmilieu. Auf dem Kiez herrschen Zuhältergruppen über Hunderte Prostituierte. Die Männer scheffeln Geld und protzen mit Statussymbolen.
Frank Göhre
Der Romanautor hat in den 1980er-Jahren viele Kiez-Größen persönlich getroffen.
Ein Lebemann - das möchte Werner Pinzner sein. Nach seiner langen Haftstrafe will er endlich auf dem Kiez mitmischen. Anfang der 1980er-Jahre lernt er seinen späteren Komplizen Armin H. (rechts im Bild) und seinen zukünftigen Auftraggeber, den Österreicher Peter N., kennen. Letzterer ist einer von denen, die auf dem Kiez den Ton angeben. Aber: Das Rotlichtmilieu ist im Umbruch. Immer weniger Männer gehen zu Prostituierten - die Angst vor Aids geht um. Kokain ist die neue große Einnahmequelle. Die Kämpfe auf dem Kiez werden härter: Waffen statt Fäuste. Dafür braucht es jemanden ohne Skrupel, jemanden wie Pinzner.
Rolf Bauer und Max van Oosting
Die beiden Polizisten haben Pinzner damals erlebt.
Die Auftragsmorde
Pinzner tötet per Kopfschuss. Schon für seinen ersten Auftrag erhält er mehrere Zehntausend Mark: Der Ex-Bordellbesitzer und Dealer Jehuda Arzi hat Kokain-Schulden und ist ein Erpresser - darum muss er sterben.
Kurz darauf der nächste Mord: Pinzner lockt den Bordell-Teilhaber Peter Pfeilmaier in einen Hinterhalt, weil Pinzners Auftraggeber, Kiez-Größe Peter N., dessen Anteile übernehmen will.
Auch das dritte Opfer, Dietmar Traub, ist Peter N. lästig geworden. Er findet, sein Kompagnon kokst zu viel.
Beim vierten Mord ist Peter N. erneut Auftraggeber: Pinzner soll Waldemar Dammer töten, weil dieser den Kiez-Boss öffentlich gedemütigt hat. Pinzner und ein Komplize erschießen den Bordellbetreiber und einen seiner Angestellten gleich mit.
Martin Köhnke
Der ehemalige Hamburger Staatsanwalt hat im Fall Pinzner ermittelt.
Ein Arminius Kaliber 38 Spezial - das ist Pinzners Revolver. Besorgt hat er ihn sich schon im Knast. Die Waffe hat eine Besonderheit: Mit seltenen "zehn Zügen Rechtsdrall" stabilisiert sie die Geschosse - und markiert sie dadurch mit feinen Einkerbungen. Den Ermittlern hilft dies auf die Spur, weil sie immer wieder solche Projektile an den Tatorten finden. Im Mai 1985 gründen Staatsanwaltschaft und Polizei die Sonderkommission 855.
Die Arbeit der Soko
Ermittelnder Staatsanwalt in der Soko ist Wolfgang Bistry. Sein Augenmerk liegt auf der Bekämpfung organisierter Kriminalität in Hamburg. Seine Kollegen beschreiben ihn als "zupackend", aber auch als "risikobereit". Er hat sich voll und ganz der Suche nach dem Kiez-Killer verschrieben. Anfang 1986 gelingt Bistry und seinem Team der Durchbruch: Ein Milieu-Insider packt aus. Endlich gibt es genügend Informationen, um Pinzner festzunehmen.
Mit einem Trick holt ein Polizeieinsatzkommando Pinzner am 15. April 1986 aus seiner Wohnung in der Steilshooper Straße 77. Er kommt direkt aus dem Bad, hat nasse, zerzauste Haare und ist nackt - bis auf die Strümpfe. Pinzner wirkt überrascht. In der Wohnung finden die Polizisten auch die Tatwaffe. Kurz nach der Verhaftung wird klar: Pinzner ist bereit, die Hintermänner der Auftragsmorde zu verraten.
Auszüge aus Vernehmungen mit Pinzner
Die Ermittler wollen wissen, wie viele Morde Pinzner noch begangen hat.
Pinzner hält die Beamten immer wieder hin. Im Untersuchungsgefängnis gelingt es ihm, seine Anwältin auf seine Seite zu ziehen und für sich zu vereinnahmen. Von ihr lässt er sich mit Kokain und Heroin versorgen. Außerdem schmuggelt sie Briefe zwischen Werner Pinzner und seiner Frau Jutta hin und her. Der Killer weiß: Er ist buchstäblich am Ende. Die Kiez-Größen würden ihn töten, käme er jemals frei. Er selbst will nicht im Knast versauern. Bei regelmäßigen Besuchen planen Pinzner und seine Anwältin seine letzte große Tat.
Die Helferinnen
Das Mandat Pinzner ist für die Anwältin, deren Name heute nicht mehr öffentlich genannt werden darf, ein großer Fang. Sie spielt damit in der Top-Liga der Hamburger Anwälte mit. Doch Ansehen und Geld sind nicht alles: Sie, die selbst schwere Probleme mit einem psychisch kranken Ehemann hat, lässt sich in die komplizierte Ehe der Pinzners hineinziehen. Sie identifiziert sich offenbar mit Jutta Pinzner, die ohne ihren Werner komplett hilflos erscheint. Mit dem Drogenschmuggel für Pinzner wird die Anwältin erpressbar. Am Ende lässt sie sich so weit beeinflussen, dass sie sogar die Tatwaffe beschafft.
Rolf Bauer und Max van Oosting
Ehemalige Polizisten
Mit der Hilfe der Anwältin übt Jutta Pinzner, wie sie den Revolver schmuggeln kann. Sie wickeln den Smith & Wesson in ein Geschirrtuch und stecken ihn in Jutta Pinzners Slip - wie hier von der Polizei nachgestellt. Darüber trägt sie einen weiten Rock. Die Pinzners und die Anwältin planen, dass Jutta auf die Toilette geht und dort den Revolver in ihre Handtasche umpackt. So kann Werner Pinzner im Vernehmungszimmer schnell an die Waffe herankommen.
Martin Köhnke
Ehemaliger Staatsanwalt
Jutta Pinzner würde für Werner Pinzner alles tun. Sie, die einst in einer Bank arbeitete, ist unselbstständig und hochgradig abhängig von ihrem Mann. In ihren Briefen spricht sie ihn mit seinem Spitznamen "Mucki" oder auch mit "mein Geilus" an. Nicht immer scheint sie Pinzners Pläne zu verstehen. So schreibt sie zum Beispiel: "Sei mir nicht böse, ich blicke nicht durch. Mein Kopf und meine nicht vorhandene Intelligenz - ich verstehe es nicht. " Doch sie ist sicher, sie will gemeinsam mit ihm sterben. "Mucki, ich wünsche mir so sehr, dass wir im Arm uns halten und ganz sanft, jeder die Liebe des anderen fühlend, abfliegen könnten", schreibt sie Werner Pinzner kurz vor der Tat.
Martin Köhnke
Ehemaliger Staatsanwalt
Mord und Selbstmord als "großer Abgang" für Werner Pinzner: Die tödlichen Schüsse im Polizeipräsidium lösen in Hamburg und bundesweit Entsetzen aus. Wie konnte das passieren? Wer trägt die Konsequenzen?
Die Folgen
Für die Hamburger Politik und Verwaltung ist die Bluttat ein Skandal. Die Sicherheitsvorkehrungen in Polizeigebäuden und Gefängnissen stehen massiv in der Kritik. Den Ermittlern wird vorgeworfen, dass sie Pinzner zu weit entgegengekommen sind. Die Senatoren für Inneres und Justiz (beide SPD) sind ohnehin schon angeschlagen - jetzt müssen Rolf Lange (links im Bild) und Eva Leithäuser (Mitte) zurücktreten. Bei den Wahlen 1986 verliert die regierende SPD - und das, obwohl sie vor Pinzners Taten noch als klarer Favorit gilt.
Auch auf dem Hamburger Kiez brechen andere Zeiten an.
Frank Göhre
Romanautor und Kiezkenner
Pinzners Anwältin muss sich vor Gericht verantworten (hier mit ihrem eigenen Verteidiger im Bild). Sie wird wegen Beihilfe zum Mord angeklagt und zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Vorübergehend darf sie nicht mehr als Rechtsanwältin arbeiten. Auch Pinzners Auftraggeber Peter N. wird verurteilt - zu lebenslanger Haft. Heute, 30 Jahre nach der Tat, leben beide wieder in Freiheit.
Die Erinnerung an Wolfgang Bistry halten seine Kollegen und Freunde wach. Für sie bleiben die Geschehnisse am 29. Juli 1986 und der getötete Staatsanwalt unvergessen.
Max van Oosting, Rolf Bauer und Martin Köhnke
Bistrys Kollegen erinnern sich.
Werner Pinzner
Eine Multimedia-Dokumentation über den Killer von St. Pauli
Redaktion:
Oliver Diedrich, Hanna Grimm, Dr. Jochen Lambernd (Leitung), Christian Spielmann (Bildbearbeitung)
Kamera:
Matthias Stepien und Joshua Zonnekein
Postproduktion:
Joshua Zonnekein
NDR.de bedankt sich für die tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung dieser Multimedia-Doku bei den Interviewpartnern sowie bei:
Polizeimuseum Hamburg
Staatsanwaltschaft Hamburg
Staatsarchiv Hamburg
Gaststätte "Zum Silbersack", Silbersackstr. 9, Hamburg-St. Pauli
Fotonachweise: Action Press (2), Polizeimuseum Hamburg (14), Ullstein Bild (3)
Mehr Storytelling
Multimedia-Doku
Fritz Honka - der Frauenmörder von St. Pauli
Vier Morde werden Fritz Honka angelastet. Er zerstückelt seine Opfer und versteckt Leichenteile in seiner Wohnung. Am 17. Juli 1975 wird der spektakuläre Hamburger Kriminalfall enthüllt.
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50 schnelle Schnäppchen für die Sommerferien - Traumreisen - Bild.de

Nord- und Ostsee sind fast ausgebucht, spanische Urlaubsorte platzen aus allen Nähten. Für das einst beliebte Billigziel Ägypten gibt es Teilreisewarnungen, und auch für die Türkei wurden die Sicherheitshinweise verschärft.
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Kapitän beendet DFB-Karriere

Mit seinen 120 Länderspielen für Deutschland seit 2004 belegt Schweinsteiger Rang vier der ewigen Länderspielliste. Er bestritt sieben Turniere und wurde 2014 mit Deutschland Weltmeister. Nach der WM hatte er vom zurückgetretenen Philipp Lahm das Kapitäns-Amt übernommen.
Podolskis bewegende Worte
Löw reagierte auf den Rücktritt seines Kapitäns mit höchstem Respekt: " Es waren zwölf Jahre vertrauensvolle Zusammenarbeit. Zwischen uns beiden herrschte in jeder Beziehung absolutes Vertrauen. Wir konnten uns zu jeder Zeit über sportliche und menschliche Themen austauschen, und durch sein Verhalten hat er auch die Mannschaft geprägt. Ich als Trainer habe viel von ihm profitiert und kann mich einfach nur für alles bei ihm bedanken. "

 

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Wirtschaft: MAN macht wieder Gewinn

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der 2015 in die roten Zahlen gerutschte Nutzfahrzeug- und Maschinenbauhersteller MAN macht wieder Gewinn. Im ersten Halbjahr blieben unter dem Strich 16 Millionen Euro, nach einem Verlust von 46 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das teilte das zum VW -Konzern gehörende Unternehmen am Freitag in München mit. Vorstandschef Joachim Drees führte die bessere Ertragslage auf das im vergangenen Jahr gestartete Sparprogramm zurück - unter anderem wurden 1800 Stellen in Verwaltung und Produktion gestrichen.
Das bedeutet aber nicht, dass MAN die Schwierigkeiten bereits überwunden hätte: Der Umsatz schrumpfte weiter von 6,7 auf knapp 6,5 Milliarden Euro. Größtes Problem im Lkw-Geschäft ist Brasilien. Der Gastgeber der diesjährigen Olympischen Spiele leidet unter einer andauernden Regierungs- und Wirtschaftskrise, so dass dort die Lastwagen-Verkäufe stark zurückgegangen sind.
Die Maschinenbausparte Diesel & Turbo hat ebenfalls Probleme, weil sich sowohl Schiffsmotoren als auch Turbomaschinen schlechter verkauften. Für das ganze Jahr erwartet der MAN-Vorstand einen leicht sinkenden Umsatz, aber ein besseres Ergebnis.
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Mann nach Säure-Attacke wegen versuchten Mordes vor Gericht

Hannover (dpa/lni) - Weil er seine Ex-Freundin in Hannover mit einer Säure-Attacke dauerhaft entstellt haben soll, muss sich ein 32-Jähriger vom kommenden Freitag an wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Im Streit über die vorangegangene Trennung soll der Mann der 27-Jährigen einen aus Schwefelsäure bestehenden Abflussreiniger ins Gesicht geschüttet haben, teilte das Landgericht am Freitag mit. Weil der Mann der Frau zuvor schon nachgestellt hatte, hatte diese bereits eine einstweilige Verfügung erwirkt.
Bei dem Angriff Mitte Februar soll der Angeklagte die 27-Jährige frühmorgens an ihrer Wohnung abgepasst haben, um sie wegen der Trennung zur Rede zu stellen. Als die Frau ihn zum Gehen aufforderte, schüttete er ihr überraschend den Rohrreiniger ins Gesicht. Seitdem kann die Frau auf einem Auge nicht mehr sehen und ist im Gesicht schwer entstellt. "Der Angeklagte hat in Kauf genommen, dass sie dadurch sterben wird, das hätte zum Tode führen können", erklärte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge.
Wegen der schweren Verätzungen war das Opfer zunächst in ein künstliches Koma versetzt worden. Später stellte die junge Frau sich vom Krankenbett aus einem Interview mit den hannoverschen Zeitungen und ließ sich auch fotografieren. Nach den Ermittlungen hatte der Angreifer industriellen Rohrreiniger verwendet, der 96-prozentige Schwefelsäure enthält.

 

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Vier junge Hengste ausgebrochen

Mit vier jungen Hengsten sind am Freitag offenbar die Pferde durchgegangen. Die Tiere entwischten in Wittingen (Kreis Gifhorn) aus ihrem Stall und galoppierten über die angrenzenden Getreidefelder eines Bauern. Wie ein Polizist erklärte, konnten die Pferde nach einer guten Stunde durch den Besitzer und mit Hilfe der Beamten eingefangen werden. Verletzt wurde bei dem kurzen Ausflug der Vierbeiner niemand.

 

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Sozialhilfe-Ausgaben auf neuem Höchststand

Die Ausgaben für Sozialhilfe sind in Rheinland-Pfalz erneut kräftig gestiegen. Im vergangenen Jahr gaben die Kreise und Städte netto mehr als 1,3 Milliarden Euro aus, wie das Statistische Landesamt in Bad Ems am Freitag berichtete. Das sind fast fünf Prozent mehr als noch 2014. Das meiste Geld (61 Prozent) wurde für die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ausgegeben.
Seit Jahren steigen kontinuierlich die Ausgaben für Sozialhilfe im Land. 2006 waren es noch 890 Millionen Euro, also rund vierhundert Millionen Euro weniger als 2015.
Empfänger von Sozialhilfe-Leistungen sind unter anderem alte Menschen, arme Familien und Pflegebedürftige. Pro Einwohner in Rheinland-Pfalz wurden 2015 rein rechnerisch 331 Euro (plus 12 Euro) aufgewendet. Die höchsten Ausgaben pro Einwohner hatte mit 588 Euro Pirmasens; die niedrigsten der Rhein-Pfalz-Kreis mit 211 Euro.

 

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Autofahrerin gerät in Gegenverkehr und stirbt

Eine 37 Jahre alte Autofahrerin ist am Freitag bei einem Verkehrsunfall bei Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) ums Leben gekommen. Eine weitere Frau wurde bei dem Unfall schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die 37-Jährige kam aus zunächst ungeklärter Ursache in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn. Eine entgegenkommende 53 Jahre alte Autofahrerin konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, so dass beide Wagen zusammenstießen. Zeugen zogen die 53-Jährige aus ihrem Auto, bevor es kurz darauf in Flammen aufging, hieß es. Die 37-Jährige starb noch an der Unfallstelle.

 

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Hoffenheims Abwehrspieler Schär verletzt sich am Ellbogen

Innenverteidiger Fabian Schär hat sich im Trainingslager von 1899 Hoffenheim in Österreich eine Ellbogenverletzung zugezogen. Der EM-Teilnehmer aus der Schweiz wurde am Freitag zur Untersuchung in ein Krankenhaus nach Innsbruck gebracht. Dort diagnostizierten die Mediziner eine leichte Bänderdehnung. Schär soll nach ein paar Tagen Pause wieder trainieren können. Dies teilte der Fußball-Bundesligist mit.

 

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Ausbau des Windparks bei Parchim fast abgeschlossen

Mit dem Windpark bei Parchim ist nun einer der nach Betreiberangaben "leistungsstärksten deutschen Windparks" fast vollständig am Netz. 25 Windräder von bis zu 200 Metern Höhe produzieren dort Ökostrom. Zwei weitere würden von September an Energie ins Netz speisen, hieß es am Freitag bei der feierlichen Inbetriebnahme des Windparks wenige Kilometer östlich von Parchim. Mit einer Gesamtleistung von 85 Megawatt seien die Windräder in der Lage, eine 200 000-Einwohner-Stadt wie Rostock mit Strom zu versorgen.
Entwickler und Betreiber des auf rund 185 Hektar in mehreren Etappen errichteten Windparks ist die UKA (Umweltgerechte Kraftanlagen) Nord mit Sitz in Rostock. Die Turbinen lieferte der dänische Vestas-Konzern, der als größter Windkraftanlagenbauer Europas gilt. Zur feierlichen Inbetriebnahme des Windparks waren die Vestas-Konzernspitze aus Aarhus und Energieminister Christian Pegel (SPD) aus Schwerin gekommen.
Die Landesregierung hält an ihrem Ziel fest, die Nutzung alternativer Energiequellen wie Wind und Sonne voranzutreiben. Allerdings regen sich gegen den Bau neuer Windräder örtliche Widerstände. Dem soll künftig mit einer stärkeren Beteiligung von betroffenen Bürgern und Kommunen an den Erträgen der Windparks begegnet werden. Dazu beschloss der Landtag ein Gesetz, dessen Wirkung allerdings umstritten ist.

 

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Australien zieht Klage gegen misshandelte Jungen zurück

Videosequenzen, die der Fernsehsender ABC Anfang der Woche ausgestrahlt hat, haben in Australien die Debatte über die Zustände in Jugendgefängnissen wieder aufleben lassen. Die Aufnahmen stammen aus der Jugendhaftanstalt Don Dale am Rande des nordaustralischen Darwin. Zu sehen ist ein junger Mann. Knöchel, Handgelenke und Hals mit Riemen an einen Stuhl geschnallt, der Oberkörper nackt, Kopf und Gesicht verhüllt in einer Art weißem Sack - einem "Spucksack", der ihn daran hindern soll, Personal zu bespucken.
Der australische Regierungschef Malcolm Turnbull zeigte sich bestürzt, ebenso der Chef der Regionalregierung. Eine sofortige Untersuchung wurde angekündigt, ein Minister gefeuert. Sechs ehemalige Insassen kündigten an, die Wärter verklagen zu wollen. Doch jetzt sah es zunächst so aus, als müssten sich zwei von ihnen womöglich erst einmal selbst vor Gericht verantworten. Die Behörden verklagten sie auf hohe Schadensersatzforderungen. Diese wurden nun zurückgenommen.
Insgesamt 160 000 australische Dollar forderte die Regierung des Northern Territory, in dem das Gefängnis liegt. Die Behörden begründeten ihren Antrag mit einem Ausbruchsversuch im Frühjahr:
Den Gerichtsunterlagen zufolge sollen die Teenager am 31. Mai aus dem Gefängnis ausgebrochen sein. Am darauffolgenden Tag hätten sie mit dem gestohlenen Auto eine Gefängnistür gerammt und seien wieder in das Gefängnis eingebrochen. In der Folge sollen sie mit Verschlussmechanismen herumgespielt haben, Löcher in Wände und Decken geschlagen, Lampen und Überwachungskameras zerstört und mit einem Schlauch mehrere Räume unter Wasser gesetzt haben. Der Sender ABC zeigt ein Video von dem Vorfall.
Die Anwälte der Jugendlichen hielten dagegen, ohne die schlechte Behandlung wäre es wohl nie zu dem Ausbruchsversuch gekommen. Das scheint nun auch bei den Behörden angekommen zu sein.

 

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Olympia - DOSB-Sportchef: "Es kommt Leben ins deutsche Haus"

Rio de Janeiro (dpa) - Die "Mission Rio" läuft für das deutsche Olympia-Team auf Hochtouren. Die deutschen Appartements im olympischen Dorf von Rio de Janeiro füllen sich immer mehr. Bis Freitag sind rund 200 Athleten, Trainer und Betreuer in der Stadt am Zuckerhut eingetroffen.
"So langsam kommt Leben in das deutsche Haus im olympischen Dorf", sagte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).
Absagen mussten ihre Olympia-Teilnahmen der Leichtathlet Arne Gabius und Tennisspieler Philipp Petzschner. Der Doppelspezialist wird nach einer schweren Erkrankung mit langen Krankenhaus-Aufenthalt nicht rechtzeitig fit. "Ich wollte unbedingt zu Olympia, aber ich habe schnell gemerkt, dass es ein Wettlauf gegen die Zeit ist, den ich nicht gewinnen konnte", sagte Petzschner dem Online-Anbieter tennismagazin.de. Er war für das Doppel mit Philipp Kohlschreiber nominiert. Seinen Platz im Doppel soll Alexander Zverev einnehmen.
Wegen einer Hüftverletzung musste der deutsche Marathon-Rekordler Gabius passen. "Der Traum meines ersten olympischen Marathons ist in dieser Woche leider geplatzt", sagte der 35-jährige Wahl-Stuttgarter. "Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie enttäuscht und traurig ich darüber bin. " Der DLV stellt mit 89 Sportlern die größte deutsche Teilmannschaft im Rio-Aufgebot, das nun 424 Starter umfasst.
Zu den 99 Athleten, Betreuern und Trainern, die am Freitag in Brasilien erwartet wurden, gehörten auch Medaillenkandidaten wie der Ruder-Achter und die beiden Hockey-Teams, prominente Sportler wie die Turn-Asse Fabian Hambüchen oder Marcel Nguyen. Die Hockey-Frauen reisten vor Rio weiter in ein Trainingslager nach Argentinien, wo sie am Projekt Verteidigung des Olympia-Goldes von 2012 feilen wollen.
In Kristina Vogel, Olympiasiegerin im Team-Sprint von 2012, und Hockey-Teamkapitän Moritz Fürste sind zwei der fünf möglichen Fahnenträger bereits im Dorf. Die weiteren Kandidaten Timo Boll (Tischtennis), Ingrid Klimke (Reiten) und Lena Schöneborn (Moderner Fünfkampf) folgen in den kommenden Tagen. Gekürt wird der Fahnenträger einen Tag vor der Eröffnungsfeier am 5. August.
Schimmelpfennig musste mit seinen Helfern seit dem 18. Juli harte Arbeit leisten, um die eklatanten Mängel in den Zimmern des Olympischen Dorfes rechtzeitig vor Ankunft des Gros' des Teams zu beseitigen. "Jetzt haben wir inzwischen vernünftige Bedingungen", berichtete Schimmelpfennig. "Die 100 Appartements sind fertig. " Besonders die sanitären Anlagen "waren eine große Schwachstelle".
Trotz der notwendigen Nachbesserungen lässt er nichts auf das Rio-Dorf für die rund 10 500 Athleten kommen. "Das olympische Dorf von Rio braucht sich vor denen der vorherigen Sommerspiele nicht verstecken. Es ist eine schöne Anlage", sagte Schimmelpfennig.
Eine Woche vor Spiele-Beginn wurden auch 270 russische Athleten im olympischen Dorf erwartet. Die meisten von ihnen werden trotz staatlichen und systematischen Dopings in Russland an den Wettkämpfen teilnehmen. Da durch die internationalen Verbände noch nicht alle Einzelfallprüfungen abgeschlossen sind, muss der eine oder andere noch mit einem schnellen Auszug rechnen.
Ob die Athleten aus Russland im Dorf willkommen sind? "Es hat eine Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees und nachfolgende Entscheidungen der Fachverbände gegeben", erklärte Schimmelpfennig. "Damit ist klar, dass wieder russische Athleten in verschiedenen Sportarten dabei sein werden. Diese werden Gäste und Kontrahenten wie alle anderen sein. "
Die Angst vor dem Zika-Virus im zurzeit kühlen Rio (Schimmelpfennig: "Wir haben keine Probleme gehabt") kann allen weitgehend genommen werden. Und bei den bisher langen Fahrten zum Training hofft Schimmelpfennig auf Entspannung und Öffnung der verkehrsberuhigten Olympic Lanes am Sonntag. "Dann werden wir hoffentlich problemloser zu den Trainingsstätten kommen", sagte er. "Bis zur Copacabana soll es dann 45 Minuten dauern, bisher dauerte es manchmal mehr als zwei Stunden. "

 

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Nordeuropa - Norwegen schenkt Finnland einen Berg. Vielleicht.

Für das Präsent zum finnischen Unabhängigkeitsjubiläum müsste die Grenze ein paar Meter verschoben werden. Die Finnen hätten dann einen neuen höchsten Gipfel.
Im kommenden Jahr feiert Finnland hundert Jahre Unabhängigkeit. Schon jetzt kündigt sich ein besonderes Geschenk an: Die Regierung von Norwegen, mit dem sich Finnland im Norden das Bergmassiv Haltitunturi teilt, erwägt, einen Gipfel abzugeben. Finnland hätte damit einen neuen höchsten Berg.
Konkret geht es um den norwegischen Nebengipfel Haldičohkka. Der ist mit seinen 1331 Metern ganze sieben Meter höher als der höchste Gipfel auf finnischer Seite des "Halti", wie das Haltitunturi-Massiv liebevoll genannt wird.
Norwegen müsste dazu eine kleine geografische Anpassung vornehmen und seine Grenze an der betreffenden Stelle 200 Meter nach Westen verschieben. Die Siedlung Kåfjord in der norwegischen Provinz Finnmark hat eine entsprechende Anfrage an die Regierung gestellt.
Jetzt beschäftigt sich Norwegens Ministerpräsidentin mit den Plänen. "Es gibt einige formale Hürden, und ich bin selbst noch unentschlossen", sagte Erna Solberg in einem Fernsehinterview. Man ziehe die Sache auf jeden Fall in Erwägung.

 

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Die Puppenkiste erzählt die Weihnachtsgeschichte im Kino

Die New Yorker Met, die Mailänder Scala, der Londoner Covent Garden haben es vorgemacht. Warum sollte also nicht auch die Augsburger Puppenkiste ihre Aufführungen live ins Kino übertragen? Daraus wurde die Idee geboren, die biblische Weihnachtsgeschichte von der Bühne auf die Leinwand zu bringen. Und siehe da: 150 Kinos in Deutschland und Österreich meldeten bislang ihr Interesse an, die Produktion im Advent ins Programm zu nehmen. Um dem Publikum den Mund wässrig zu machen, dreht Produzent Fred Steinbach derzeit in der Spitalgasse schon einmal einen Werbetrailer der Weihnachtsgeschichte.
Unermüdlich muss Judith Gardner das Eselchen wieder auf Anfang setzen und wieder aufs Neue die Zuschauer auf der Baustelle von Josef dem Zimmermann in Nazareth begrüßen. Das kurze Filmchen für die Vorschau sollte in allem perfekt gelingen. Was hier nicht alles hineinspielt: Die Puppen sollen exakt synchron mit dem Ton geführt werden. Die Kamera verlangt eine ganz bestimmte Blickrichtung. Unbeteiligte Figuren sollten sich sogleich verziehen. An welcher Stelle setzt sich das Eselchen, bei welchem Wort steht es wieder auf, wohin bewegt es sich? Steinbach und sein Kameramann haben ein präzises Auge für Details.
Eine Liveübertragung aus der Augsburger Puppenkiste wird es im Advent nicht geben. „Wir hätten dazu einen eigenen Satelliten benötigt, das wäre uns zu teuer gekommen“, erklärt Theaterleiter Klaus Marschall. Im Kino wird man freilich durchaus den Eindruck haben, direkt in einer Live-Aufführung zu sitzen. Denn der Film wird tatsächlich vor ausgewählten Zuschauern in mehreren Vorstellungen gedreht. So verbindet sich eine hohe technische Qualität mit der Unmittelbarkeit eines Publikums, die so mancher Kameraschwenk einfangen wird.
Die Puppenkiste hatte die Weihnachtsgeschichte nach den Evangelien nach Lukas und Matthäus erstmals im Advent 2014 aufgeführt. Klaus Marschall war der Meinung, man solle den Familien das biblische Original zeigen. Natürlich auf Art der Puppenkiste mit Tieren, die unbefangen das Geschehen um die Geburt Jesu erleben und deuten. Judith Gardner und Marschall nehmen die Evangelien beim Wort mit so viel Witz, Situationskomik und Hintersinn, dass Engel, Hirten, Maria und Josef in neuem Licht erscheinen. Auf der Bühne agiert stimmlich eine multikulturelle Gesellschaft. König Melchior ist Österreicher, König Balthasar spricht Jiddisch. In die Dialoge mischen sich auch schwäbische und französische Klänge. Für die Weihnachtsgeschichte hatte Jürgen Marschall 23 Figuren neu geschnitzt, darunter Erzengel Gabriel.
Die Filmproduktion wird zuerst nur in Kinos zu sehen sein. Der Kartenvorverkauf beginne im Oktober, kündigt Steinbach an. Geplant seien Vorstellungen an den vier Adventssonntagen und wohl auch am Heiligen Abend. Für die Finanzierung sind neben der Puppenkiste und der Filmförderung auch die Kirchen im Boot. Das Fernsehen wollen Steinbach und Marschall erst später kontaktieren. „Wenn wir zeigen können, dass Besucher für die Augsburger Puppenkiste ins Kino gehen, können wir die Sender mit viel mehr Nachdruck überzeugen“, meint Marschall. Denkbar sind dann auch fremdsprachige Versionen.

 

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New York: Museum of Ice Cream

Ein Becken voller bunter Streusel, Luftballons aus Zucker und ein Reh mit Kirsche: In New York gibt es jetzt ein Eiscreme-Museum.
Im Meatpacking District im New Yorker Stadtteil Manhattan hat diesen Freitag ein temporäres Museum eröffnet. Im "Museum of Ice Cream" wird schon am Eingang jedem Besucher ein Becher Eis in die Hand gedrückt: Vanille mit Marshmallows und fruchtigen Cornflakes-Kugeln.

 

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Kabelschaden legt Postbank-Kunden lahm

Ein Kabelschaden hat am Freitagmorgen viele Kunden der Postbank getroffen: Sie konnten für einen kurzen Zeitraum kein Geld mit der EC-Karte abheben und auch nicht per EC-Karte bezahlen, nachdem eine für die Datenverbindung zentrale Glasfaserleitung beschädigt worden war. Das bestätigte ein Sprecher des Instituts der SZ am Nachmittag. Zunächst war lediglich von einer Hardware-Panne die Rede gewesen. Einen Hacker-Angriff auf die Bank-Systeme hatte das Institut bereits zuvor ausgeschlossen.
Es gab einen "kurzfristigen Ausfall eines technischen Systems", sagte der Sprecher. Nach etwa einer halben Stunde sei auf ein Notfallsystem umgeschaltet worden und der Zahlungsverkehr habe wieder funktioniert.
Nach Angaben der Postbank betraf die Störung theoretisch alle Kunden, die eine EC-Karte bei der Bank haben. Das sind etwas mehr als fünf Millionen. Wer von ihnen am Morgen im fraglichen Zeitrahmen am Automaten stand, bekam kein Geld. Wer mit einer Postbank-EC-Karte bezahlen wollte, hatte ebenfalls Probleme. Andere Banken seien von der Panne nicht betroffen gewesen, da es sich lediglich um einen internen Fehler handelte.
Im Vergleich zu anderen IT-Pannen war die Störung bei der Postbank damit für die Kunden verhältnismäßig unproblematisch. Zuletzt hatten sich allerdings auch schwerwiegen Fehler in den Systemen gehäuft, beispielsweise bei der Commerzbank-Tochter Comdirect: Dort konnten die Kunden zuletzt zeitweise die Konten anderer Nutzer einsehen. Auch hier war nicht ein Angriff von außen das Problem, sondern ein fehlerhaftes Software-Update. Auch die Kunden der Deutschen Bank waren vor wenigen Wochen von einer großen Software-Panne betroffen. Im Onlinebanking waren zum Monatswechsel fällige Beträge - etwa für Miete, Versicherungen oder Strom - doppelt abgebucht worden. Auch Zahlungseingänge tauchten doppelt auf. Kurz darauf wurden die Doppelbuchungen wieder storniert.

 

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Umstrittene Äußerung zur Flüchtlingspolitik: Der Zorn auf Wagenknecht wächst

Gesagt, korrigiert, gerechtfertigt: Nach ihren umstrittenen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik kurz nach dem Anschlag von Ansbach hat Linken-Fraktionschefin Wagenknecht versucht, die Empörung in ihrer Partei zu deckeln - offenbar vergeblich: Nun läuft eine Unterschriften-Sammlung gegen sie.
Linkspartei-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat ihre umstrittenen Äußerungen zu Flüchtlingen nach den jüngsten Gewalttaten gerechtfertigt. "In meine Presseerklärung wurden Dinge reininterpretiert, die ich weder gesagt noch gemeint habe", sagte Wagenknecht dem "Spiegel" laut Vorabbericht. "Aber es ist auch nicht links, Probleme zu verschweigen. "
Wagenknecht hatte nach dem Selbstmordanschlag von Ansbach erklärt, "dass die Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern mit erheblichen Problemen verbunden und schwieriger ist, als Merkels leichtfertiges 'Wir schaffen das' uns im letzten Herbst einreden wollte". Für ihre Äußerung ernte Wagenknecht in der eigenen Partei prompt heftige Kritik. "Wer Merkel von rechts kritisiert, kann nicht Vorsitzende einer linken Fraktion sein", twitterte Bundestagsfraktionsvize Jan van Aken.
Der Unmut in der Partei war so groß, dass Wagenknecht sich genötigt sah, sich umgehend und ausführlich per Facebook zu korrigieren. In der Spitze von Partei und Bundestagsfraktion wollte danach eigentlich niemand mehr so richtig gerne über die Sache reden. Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch sagt immerhin soviel: "Also Sahra Wagenknecht hat am Tag nach der Erklärung das korrigiert. Sie hat dort die Missverständnisse, die offensichtlich waren, nochmal benannt und damit ist dann dieser Punkt auch abgehakt. "
Ganz ähnlich versuchte am Donnerstag Parteichefin Katja Kipping das Thema zu beerdigen. "Jetzt ist wahrlich nicht die Zeit für personellen Knatsch und Streit. Ich habe sehr deutlich gemacht, dass ich diese Aussage falsch fand und dazu ist jetzt alles Notwendige gesagt worden. "
Allerdings hat Wagenknecht nicht zum ersten Mal mit umstrittenen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin für Ärger gesorgt. Beim Parteitag in Magdeburg wurde sie dafür sogar mit einer Schokoladentorte beworfen und sagte danach: "Wer allen Ernstes ausgerechnet diese Partei verdächtigt oder einzelne Personen ein Hort des Rassismus zu sein. Ich finde, der stellt sich wirklich ein politisches Armutszeugnis aus. "
Stellte Wagenknecht mit ihrer neuerlichen Äußerung bewusst Flüchtlinge unter Generalverdacht - und wenn ja, warum? Der Berliner Politikwissenschaftler Bernhard Weßels: "Ich kann mich da des Eindrucks nicht erwehren, dass Frau Wagenknecht durchaus versucht, was man sonst eher den auf der rechten Seite wirksamen Kräften vorwirft, populistisch möglichst viele an die Linke zu binden. "
Auch der Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Harald Petzold, wirft Wagenknecht vor, Ängste zu bedienen, um Protestwähler zurückzugewinnen. "Ich will nicht, dass wir zu einer linken AfD werden", sagte er dem "Spiegel". Petzold gehört zu den Unterzeichnern eines Aufrufs mit dem Titel "Sahra, es reicht". Den haben laut "Spiegel" mittlerweile mehr als 100 Wagenknecht-Kritiker unterzeichnet.

 

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Promis der Woche: Schiffer, Messi, Keys

Claudia Schiffer hat eine kleine Anpassung im Garten des Ex-Managers von Michael Schumacher vorgenommen. Weitere Korrekturen und eine Korrektur-Verweigerung - bei den Promis der Woche.
Auf Mallorca liegen ihre beiden Fincas direkt nebeneinander. Jetzt ist der Bild -Zeitung zufolge ein heftiger Streit zwischen Model Claudia Schiffer und Willi Weber, dem ehemaligen Manager von Michael Schumacher, entbrannt.
Es geht um zwei Pinien im Vorgarten des Weberschen Anwesens. Weil die Bäume Schiffer den freien Blick auf das Meer versperren, ließ das Model sie im April - Weber war zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht in seinem Ferienhaus - kurzerhand fällen.
Weber war außer sich vor Wut. Auch dass Schiffers Gärtner zwei neue Pinien pflanzte, konnte ihn nicht besänftigen. Die beiden Bäume seien "mickrig" und "höchstens 1000 Euro wert". Weber will seine alten Pinien zurück - und hat Schiffer deshalb jetzt sogar vor Gericht verklagt.

 

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Globalization: Capitalism Should Be Nicer

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Last Saturday in a windowless hotel room thousands of kilometers from Berlin, a sentence was uttered that could change the world: "The benefits of growth need to be shared more broadly within and among countries to promote inclusiveness. "
What is sensational is not that this statement was made, but who made it. It wasn't to be heard at the annual convention of the activist organization ATTAC or a party congress of the Social Democratic Party – but at a meeting of some of the world's most powerful people: the summit of the leading economic nations, the G20.
The statement is the central message in the final declaration of the group and hence something like a governmental policy statement. It announces an exciting political undertaking on a large scale: the social-democratization of the global economy. It’s intended to prevent the world from falling into the hands of populists.
The operation was planned for weeks under strict secrecy. Finance ministers were in the know along with heads of government and state secretaries – as well as an official by the name of Holger Fabig. He heads the Office for International Affairs at Germany's Finance Ministry. Mr. Fabig is Wolfgang Schäuble's liaison man to the world and is responsible for planning the G20 summits. This means that Mr. Fabig writes lots of emails to his partners throughout the world and reaches a consensus with them about what will be discussed at these meetings.
When the talks begin, Mr. Fabig normally sits in an adjoining room in front of his laptop and works out with his colleagues the final declaration that all participating nations will ultimately agree to. This is exactly how it was last weekend at the G20 meeting in Chengdu in western China – with one important difference. Normally the negotiators haggle for hours over every word, because each country wants to assert its own views. But this time things were brought to a speedy conclusion – because there is a danger in delay.
Right before the summit began, Donald Trump was nominated as the Republican presidential candidate in the United States, and G20 circles are no longer excluding the possibility that France could fall into the hands of Marine Le Pen of the right-wing populist National Front, and that the euroskeptic movement of Beppe Grillo could gain control of Italy.
An email making the rounds on Wall Street shows the depth of the uncertainty. It was written by an investment banker at Deutsche Bank. He attributed the outcome of the referendum in Britain to the population's "deeply felt dissatisfaction with the way the global economy works. " The triumphal procession of the populists can be stopped only by "radical rethinking. " Politics must redistribute income "from those who have too much to those who have less. "
The American G20 negotiators also read the email. They noticed that in financial companies the fear of Mr. Trump has become greater than the fear of higher taxes. In the face of calamity, the world of capital is reassessing its priorities. That opens up some political wiggle room.

 

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Wo Petrus Pause machte und seine Sandalen auszog

Bellezza II. Nur 6000 Menschen leben auf San Pietro. So schön ist es hier, dass sogar Superstars im Fischerhafen Carloforte ankern. Aber nur im August. Sonst herrscht hier himmlischer Frieden.
29.07.2016 | 15:28 |  Von Stephanie Bisping
( Die Presse )
Für Tom Cruise war kein Platz mehr. Antonello Pomata lacht bei der Erinnerung. „Wir konnten nichts machen“, sagt der Juniorchef des Ristorante Da Nicolo. „Jeder Tisch war besetzt. Also boten wir Cruise an, ihm das Essen mitzugeben.“ So geschah es. Brav bestellte der Schauspieler und nahm den von Antonellos Vater, Nicolo, bereiteten Thunfischkaviar und die Pasta mit Meeresfrüchten mit auf seine Jacht, die nur ein paar Schritte entfernt im Hafen von Carloforte lag.
Nur im August wird es in der Hauptstadt, der einzigen Siedlung der Insel, ernsthaft voll. „Voll“ ist aber angesichts von 300 Hotelbetten ein relativer Begriff. Wenn Italien Urlaub macht, kommen Industrielle aus dem Norden in ihre Ferienhäuser auf der sieben Kilometer südwestlich von Sardinien gelegenen Insel: die Fiat-Magnaten Agnelli, der Designer Roberto Cavalli, die Brüder Bulgari.
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Prominente Bootstouristen, die den Trubel an der Costa Smeralda meiden, steuern mit ihren Jachten den Hafen im Osten der Insel an. Unter ihnen war häufig der 2012 verstorbene Cantautore Lucio Dalla; ein Landgang Silvio Berlusconis hatte sich nicht verhindern lassen; und auch Johnny Depp soll seine Jacht hier festgemacht haben.
In schmalen Gässchen flattert vor den Fenstern Wäsche im Wind. Wenn die von Portovesme im Südwesten Sardiniens kommende Fähre anlegt, sperrt ein Polizist die Uferstraße Corso Battellieri, damit die Autos vom Schiff fahren können. Abends wird der Corso zur Flaniermeile. Am Denkmal von Carlo Emanuele IV. von Savoyen, König von Sardinien und Piemont, treffen sich die Menschen. Armlos steht der Monarch auf seinem Sockel, seit man ihn zur Zeit Napoleons vor den französischen Besatzern versteckte und hastig vergrub, bis nur noch der emporgereckte Arm hervorschaute. Um den größten Teil des Denkmals zu bewahren, schlug man ihn ab. Von hier schwärmen die Menschen in die Restaurants am Corso Battellieri oder in die Gassen und Treppen der Altstadt aus, wo es kleine Bars und Pizzerien gibt. Hier kommt man abends zusammen, um im Trainingsanzug Fußball zu schauen. Das Vierterl Wein kostet 1,40 Euro, den Liter gibt es für fünf Euro, die Pizze sind groß wie Wagenräder.
Sonntags schallt das Läuten der Kirchenglocken von Carloforte aufs Meer hinaus. Wenn sich das Portal der Kirche öffnet, strömen die Menschen auf die Piazza Repubblica. Die Alten der Stadt nehmen auf den Holzbänken Platz, die kreisförmig vier mächtige Oleanderbäume einfassen, während Kinder auf Rollerblades herumsausen, zwischendurch ein Gelato essen und die mittlere Generation die letzten Einkäufe fürs sonntägliche Familienessen tätigt. Wer sein Auto am Corso Battellieri geparkt hat, kommt gar nicht auf die Idee, es abzuschließen. Das dörfliche Leben eines anscheinend ursprünglich gebliebenen süditalienischen Fischerdorfs übt unwiderstehlichen Zauber aus. Ein bisschen sieht es aus wie ein Saint-Tropez ohne Brigitte Bardot. Dabei ist es keine neue Erkenntnis, dass gerade die Harmonie von äußerer Schönheit und intakter dörflicher Struktur den Keim der Veränderung in sich trägt: Sie lockt Scharen von Menschen an.
2013 machte ein junges Paar aus London die kleine Piazza Repubblica zum Schauplatz seines Hochzeitsfests. Gäste aus der ganzen Welt fluteten die Gassen und kamen schließlich an einer langen Tafel auf dem Platz vor der Kirche zusammen; die Kinder Carlofortes bekamen so viel Eis, wie sie nur verdrücken konnten. Das Hafenstädtchen machte sich perfekt als Kulisse einer süditalienischen Hochzeit, an der das ganze Dorf teilnimmt – schön wie im Film, aber real. Da San Pietro als kleinere Insel im Sulcitano-Archipel nur über Sardinien zu erreichen ist, wird es womöglich auch noch am zehnten Hochzeitstag des Londoner Paars so sein.
Dabei leben hier in Wahrheit schon heute mehr Hoteliers, Restaurantbetreiber und Bootsverleiher als Fischer. Nur von Mitte Mai bis Ende Juni fangen die Fischer Carlofortes den Roten Thunfisch, für den San Pietro seit fast 300 Jahren berühmt ist. Im Frühsommer ziehen Schwärme von Thunfischen an der nordöstlichen Spitze der Insel vorbei. Etwa 250 Tiere fangen die Fischer pro Saison von kleinen Booten aus. Mit Netzen und unter Einsatz jeder Menge körperlicher Kraft werden die schweren Tiere aus dem Wasser gezogen. Die Fischer arbeiten wie Generationen ihrer Vorfahren und gefährden durch diese traditionelle Arbeitsweise die knappen Bestände nicht – vor allem aber deshalb nicht, weil sie den Schwärmen nicht nachjagen, wie das anderswo gehandhabt wird.
Südlich von Carloforte stolzieren Reiher und Flamingos durch stillgelegte Salinen. An sie schließen sich die sieben Strände der Insel an: erst die langgezogene Spiaggia Giunco, dann Punta Nera, Le Colonne, La Bobba, Lugaise, Mezzaluna und La Caletta. Einige sind beschildert und verfügen über kleine Parkplätze, andere sind nur über halb überwucherte Pfade zu erreichen. Nahe Carloforte liegen die Buchten an flachen Ufern, im Süden und Westen verstecken sie sich zwischen hohen Klippen. Sie alle eint das glasklare türkis- bis coelinblaue Wasser, das auch Sardinien-Urlauber so begeistert, sonst sind sie unterschiedlich genug, um Standortwechsel erstrebenswert zu machen. Le Colonne heißen die beiden Felssäulen, die hier früher aus dem Wasser geragt sind; seit ein besonders heftiger Scirocco an den Felsen der Steilküste gerüttelt hat, steht nur noch eine von ihnen.
Ihre Technik des Küstenfischfangs brachten die Vorfahren der Fischer aus Ligurien, von dort stammen auch die Architektur Carlofortes mit den pastellbonbonfarbenen, mit zierlichen Balkons geschmückten Häusern sowie der alte mit arabischen Vokabeln angereicherte Genueser Dialekt, den die Insulaner noch heute sprechen. 1738 besiedelte eine Gruppe ligurischer Fischer und Korallentaucher – nach einem Umweg über die tunesische Insel Tabarka, die damals zu Genua gehörte – auf Einladung von Carlo Emanuele III., Herzog von Savoyen und König von Sardinien-Piemont, das unbesiedelte Inselchen San Pietro. Zum Dank benannten sie ihr Dorf nach dem starken König Carlo. Allerdings verschleiern sie den Namen ihrer Insel für Uneingeweihte nahezu unverständlich hinter dem Begriff „Uisa de San Pé“, Carloforte nennen sie unter sich gar „U Pàize“.
Neben der Sprache ist hier manches anders als auf der großen Nachbarinsel. Es gibt keine Schafherden und nur ein Weingut. Die ersten Bewohner der Insel waren die Ligurier dennoch nicht: In der Antike war die Insel schon einmal besiedelt, und im Jahr 46 schaute Simon Petrus auf dem Rückweg von Afrika vorbei und ließ seinen Namen da. Und da er während seiner Ruhepause auf San Pietro auch einmal die Schuhe abgestreift hat, heißt die westlichste Klippe der Insel Capo Sandalo. Dort steht auf einer Klippe der Leuchtturm; ein Pfad führt die Steilküste entlang und öffnet den Blick auf unterschiedliche Nuancen von Blau.
Die weite Bucht von La Bobba wird an einer Seite von hohen Felsen gesäumt, von denen junge Menschen ins Meer springen; in der Bar Dolphin Blue am Rand dieses Strandes geht es ruhiger zu, hier wird kalter Weißwein zur Focaccia mit Tomaten und Oliven serviert.
„Hier ist es ziemlich touristisch“,sagt Lorenzo Brun und deutet auf die Bucht von Mezzaluna, die sich wie ein Fjord zwischen hohen Klippen ins Land gräbt. „Touristisch“ bedeutet: Hier sieht man im August Leute. Brun stammt aus dem Aostatal. Hier bietet er Touren mit dem Range Rover über die Insel an und hat dabei schnell begonnen, sich um ihre Natur Sorgen zu machen. Vor allem wegen der Plastikflaschen, die den Weg der Urlauber hier so zuverlässig nachzeichnen wie überall sonst auf der Welt. Aber auch wegen der Veränderungen.
Hinter einem Eukalyptuswäldchen liegt die Spiaggia La Caletta in einer weiten Bucht an der Westküste. Dünen, sehr heller Sand, türkisfarbenes Meer und die Sunset Bar in einer halb offenen Holzhütte machen La Caletta zu einem Ort von fast makelloser Schönheit. Allerdings überschattet ihn an einer Seite der Rohbau eines Hotels, das die erste Fünfsterneherberge San Pietros werden soll.
Trotzdem steht der Westen der Insel als „Oasi Carloforte“ der Organisation Lega Italia Protezione Uccelli (LIPA) unter Schutz. Über hundert Paare von Eleonorenfalken kommen im Frühjahr aus Madagaskar hierher, um zu brüten. Auch Wanderfalken, Raben, Eichelhäher, Mauersegler, Steindrosseln, Korallenmöwen und die aus der großen Familie der Kormorane stammenden Krähenscharben sind in der Landschaft zwischen gelben Weizenfeldern, mit Pinien bewaldeten Hügeln und hohen Klippen heimisch. Es ist schön, im Schutz einer Düne im Sand zu liegen und den Rufen der Vögel und dem Rauschen des Meeres zuzuhören. Kein Mensch ist zu sehen, und am Abend wird im Hafen ein Tisch frei sein. Zum Glück ist es nicht August.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2016)

 

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Steinhöring - Vor dem Trinken abkochen!

Im Steinhöringer Leitungswasser wurden coliforme Keime nachgewiesen. Das Gesundheitsamt erlässt ein Abkochgebot
Hat der Hochbehälter einen Riss? Sind die Leitungsrohre beschädigt oder liegt es an den Überschwemmungen durch den Starkregen in den vergangenen Wochen? Noch ist die Ursache völlig unklar. Klar ist nur: Das Trinkwasser im Gemeindegebiet Steinhöring ist verunreinigt. Laut Hermann Büchner, Leiter des Gesundheitsamtes, konnten bei einer Routineuntersuchung der Gemeinde in Trinkwasserproben vom 22. Juli coliforme Keime nachgewiesen werden. Die Ergebnisse wurden erst am 26. Juli übermittelt. Eine daraufhin am 27. Juli erfolgte Untersuchung durch das Gesundheitsamt hat die Verunreinigung bestätigt. Insgesamt acht Proben wurden aus verschiedenen Bereichen der Trinkwasserversorgung entnommen. Sechs Proben waren unauffällig. In den Trinkwasserproben aus dem Hochbehälter allerdings wurden die Keime erneut gemessen.
Das Gesundheitsamt hat darum am Freitag eine Anordnung erlassen, wonach das Leitungswasser aus Steinhöring nur getrunken werden soll, wenn es zuvor einmal sprudelnd aufgekocht wurde. Auch für das Zubereitung von Nahrung, zum Zähneputzen und Reinigen offener Wunden sollte laut Büchner nur abgekochtes Wasser verwendet werden. Bürgermeister Alois Hofstetter (CSU) hat am Freitag dafür gesorgt, dass entsprechende Handzettel an die Haushalte im Gemeindegebiet verteilt wurden. Außerdem steht die Abkochverordnung auf der Gemeinde-Homepage. Der Bürgermeister spricht von einer "Vorsichtsmaßnahme". Herrmann Büchner sagt: "Wir wissen einfach nicht, was drin ist. " Theoretisch könnte das Leitungswasser auch Krankheitserreger beinhalten. Was den Verzehr in den vergangenen Tagen betrifft, müsse man sich allerdings keine Sorgen machen.
Um der Ursache der Verunreinigung auf die Spur zu kommen, hat das Gesundheitsamt am Freitag erneut mehrere Proben entnommen. Die Trinkwasserversorgung in Steinhöring erfolgt über drei Leitungen. Zum einen über den sogenannten Ötzmann-Brunnen, die Wasserversorgung aus Ebersberg sowie aus Pfaffing. "Irgendwo ist hier Oberflächenwasser ins Trinkwasser gelangt", sagt Büchner. Mehrere Jahre ist es her, da gab es ähnliche Fälle in Buch, Aßling und Bruck. In Buch war der Hochbehälter undicht, in Aßling hatte sich ein Fuchs in der Nähe des Brunnens ein Quartier gebaut.
Alois Hofstetter tippt auf den starken Regen als mögliche Ursache. Er hat allen Steinhöringern für Nachfragen eine Handynummer auf die Zettel gedruckt. Mehr als 50 interessierte Bürger hätten sich bereits gemeldet, viele mit positiven Rückmeldungen betreffend der schnellen Information. Alois Hofstetter will sobald als möglich wieder Entwarnung geben. Doch erst muss das Wasser wieder einwandfrei sauber sein.

 

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- Bilder der Woche

Zehn Tote nach Amoklauf in München, Toter und viele Verletzte nach Bombenanschlag in Ansbach, Frau stirbt bei Messerangriff in Reutlingen, zwei Geiselnehmer töten einen Priester in Frankreich, Clinton zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten gekürt, Papst dankt den Katholiken beim Weltjugendtag in Polen, IOC schließt russische Athleten nicht generell aus, Riesen-Puppe durchquert Bergbau-Revier in Großbritannien, Nashorn-Junges hört offenbar auf seinen Namen, Abenteurer fliegt in elf Tagen um die Welt und stellt neuen Rekord auf.

 

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Neuer Pastor für den Kirchenkreis

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Kolumne Neue Heimat - Fasten mit Krustenbraten

Was die Bayern für ein deftiges Essen halten, ist für unsere Kolumnistin aus Uganda höchstens eine Vorspeise. Doch nicht nur bei den Mengen unterscheiden sich die beiden Kulturen.
Als ich zum ersten Mal in einem bayerischen Wirtshaus saß, da wurde ich beim Bestellen ganz kleinlaut, weil ich die Speisen auf der Karte nicht aussprechen konnte. Ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet, weil ich von Uganda gewohnt war, einfach mit dem Finger auf die Karte zu zeigen. Mir ist auch aufgefallen, dass man nur ganz selten Afrikaner im Wirtshaus sitzen sieht. Vermutlich liegt das daran, dass wir ziemlich eigen sind, was das Essen angeht, und uns manchmal schwer tun, uns umzustellen.
Warum ist das so? Nun, man kann mit Sicherheit sagen, dass sich die bayerische Küche grundlegend von der afrikanischen unterscheidet. Das geht schon bei der Menge an Nahrung los. Die Bayern bezeichnen ihre Speisen als deftig und reichhaltig - was für mich immer wieder erstaunlich ist. Wann immer ich von einem Bayern bekocht wurde, fühlte es sich für mich wie Fasten an.
Ein Stück Schweinsbraten mit einer Scheibe Brezenknödel und Blumenkohl kam mir in meiner ersten Zeit in München fast wie eine Vorspeise vor. In Uganda sitzen die Menschen in einer Gruppe zusammen um einen Tisch herum. In der Mitte steht ein großer Teller von dem sich alle bedienen, meistens mit einem mächtigen Stück Fleisch darauf. Anders als die Europäer schneiden wir das Mahl nicht in kleine Portionen. Wir schneiden gar nicht, das ugandische Besteck sind die Hände.
Das mag vielleicht barbarisch klingen, hat aber viel mit der afrikanischen Gesellschaft zu tun. Beim Essen und im Leben überhaupt geht es - anders als in München - weniger um Stil, Kultur und Qualität, sondern ums Überleben selbst. Ganz nach dem Prinzip: Je größer das Stück, das man aus der Mitte ergattern kann, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man davon satt wird und über die Runden kommt. Wer sich nicht um eine ordentliche Portion bemüht oder einen schlechten Sitzplatz erwischt hat, von dem man schlecht an den Teller rankommt, dem kann es passieren, dass er hungrig vom Tisch aufsteht.
Ich lebe mittlerweile seit mehr als fünf Jahren in München, dieser Stadt, in der es nicht darum geht, satt zu werden sondern schlank zu bleiben. Dieses Vorhaben verfolgen die Münchner sehr zielstrebig. Das Kalorien zählen geht bereits beim Einkaufen los: Egal ob bei Tengelmann oder Aldi, bevor ein Münchner etwas in seinen Einkaufskorb legt, schaut er vorher genau auf die Verpackung, welchen Fettgehalt ein Joghurt hat und wie viel Zucker in einer Flasche Saft ist.
Ein guter Freund von mir, ein Afrikaner, der wie ich in München lebt, sagt, dass die Bayern beim Essen einen an der Waffel haben. Wahrscheinlich liegt das daran, dass er noch keinen Schweinsbraten probiert hat. Der Schweinsbraten gehört mittlerweile zu meinen Leibspeisen, auch wenn er in der Zubereitung nicht ganz so einfach ist - wegen der Kruste und wegen der Knödel. Es kann sein, dass ich einen Knödel nie so schön rund und geschmackvoll hinbekomme wie die Einheimischen. Aber ich werde mir Mühe geben.

 

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John Carpenter, der Meister des Grauens, kommt nach Wien

Der Horror- und Sci-Fi-Meister wird Titelstücke aus "Halloween", "Die Klapperschlange" und anderen Klassikern spielen. Das Konzert findet am 3. November in der Wiener Stadthalle statt.
29.07.2016 | 15:21 | 
( DiePresse.com )
Wer kennt es nicht, das nervös-flimmernde Titelstück des Slasherfilm-Klassikers "Halloween" (1978) von Regisseur John Carpenter. Der Amerikaner war für die meisten seiner Filme selbst für den Score zuständig. Im Herbst kann man Carpenter live in Österreich sehen. Am 3. November gastiert der mittlerweile 68-Jährige im Rahmen seiner "Lost Themes - A Live Retrospective"-Tournee in der Wiener Stadthalle. Gemeinsam mit vier Musikern wird er (an den Keyboards) live zu Ausschnitten aus seinen ikonenhaften Filmen wie "Escape from New York" ("Die Klapperschlange"), "They Live" und "Big Trouble In Little China" spielen. Dass die Titelmelodie aus "Halloween" nicht fehlen darf, versteht sich von selbst.
Tickets sind noch erhältlich. Die Kartenpreise bewegen sich zwischen 54 Euro und 90 Euro.
Das Filmfestival Viennale (20. Oktober bis 2. November) zeigt im Rahmen eines John-Carpenter-Tributs sieben Filme des Regisseurs. Zudem wird Carpenter bei der Vorführung seines Kult-Films "They Live" (1988) zu Gast sein.
(Red.)

 

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Stephen Colbert ist nicht Stephen Colbert ist nicht Stephen Colbert

Stephen Colbert hat Ärger mit Comedy Central. Colbert hatte in seiner Talkshow sein Alter Ego Stephen Colbert aufleben lassen. Daraufhin hat Comedy Central seine Anwälte losgeschickt.
Der US-amerikanische Talkshowhost Stephen Colbert hat vor kurzem in der The Late Show sein Alter Ego Stephen Colbert aus seiner Comedy-Show The Colbert Report wiederbelebt. Ganz zum Missfallen der Medienanwälte des Senders Comedy Central.
Comedy Central besteht darauf, dass Stephen Colbert in der Late Show auf CBS nicht als Stephen Colbert auftreten darf, da der Sender die Urheberrechte an Stephen Colbert hält. Stephen Colbert hat daraufhin angekündigt , dass er nicht mehr als Stephen Colbert in der Late Show auftreten werde und die Figur des Stephen Colbert tot sei.
An die Stelle von Stephen Colbert rückt dafür Stephen Colberts genetisch identischer Cousin Stephen Colbert. Colbert betonte im Gespräch im Colbert mehrfach, dass Stephen Colbert definitiv nicht Stephen Colbert von Comedy Central sei. Durch diese Regelung will Stephen Colbert in Zukunft rechtlichen Problemen mit Comedy Central aus dem Weg gehen und Klarheit bezüglich der Figur Stephen Colbert schaffen.
Stephen Colbert hatte über Jahre im Rahmen der Sendung The Colbert Report die Rolle des konservativ-republikanischen Stephen Colbert gespielt. Seit Stephen Colbert zur Late Show beim Sender CBS gewechselt war, hatte er die Rolle des Stephen Colbert aufgegeben und war nur noch als Stephen Colbert aufgetreten. ( mls )

 

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Wachstumsschub für US-Wirtschaft bleibt aus

Die größte Volkswirtschaft der Welt konnte im zweiten Quartal nur um mäßige 1,2 Prozent zulegen. Ökonomen hatten mit mehr als dem Doppelten gerechnet. Die schwachen Daten setzen dem Dollar zu.
29.07.2016 | 15:18 | 
( DiePresse.com )
Die US-Wirtschaft wächst weniger stark als gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet nur um 1,2 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Experten wurden auf dem falschen Fuß erwischt, denn sie hatten mit einem Plus von 2,6 Prozent gerechnet. Zudem wurde das Wachstum für das erste Quartal von den Statistikern auf 0,8 von 1,1 Prozent zusammengestutzt.
Die relativ schwachen Daten setzten dem Dollar zu. Ein Euro verteuert sich auf 1,1136 von zuvor 1,1106 Dollar. Aktien-Futures an der Wall Street weiteten ihre Verluste aus. Auch der Dax gab einen Teil seines Kursgewinns ab und notiert nur noch 0,2 Prozent im Plus.
Die Investitionen der Firmen zwischen New York und Los Angeles gingen im zweiten Quartal um 2,2 Prozent zurück und bremsten so das Wachstum in den USA. Die Verbraucher erwiesen sich hingegen als Stütze der Konjunktur: Der Konsum legte mit 4,2 Prozent stärker zu als im ersten Quartal. Die Notenbank Fed hat die Zinsen zuletzt nicht angetastet, aber die Tür für eine Erhöhung offengelassen. Zudem äußerte sie sich optimistischer zur Konjunktur. Seit der Erhöhung im Dezember 2015 liegt der Leitzins in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Die jüngsten Wachstumsdaten blieben daher "massiv hinter den Erwartungen zurück", meint Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba.
Experten erwarten einen Zinsschritt nach oben erst im Dezember oder im nächsten Jahr. Eine Anhebung im September gilt als weniger wahrscheinlich - auch wegen möglicher Folgen des Brexit-Votums für die US-Wirtschaft. "Die globalen Unsicherheiten scheinen den US-Unternehmen die Spendierlaune ordentlich zu verderben", meint Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank in Vaduz. Da sich daran vorübergehend auch nichts ändern dürfte, werde das Investitionswachstum wohl auch in den kommenden Quartalen kaum zulegen. US-Notenbankchefin Yellen dürfe sich jedenfalls in ihrer vorsichtigen Einschätzung bestätigt fühlen.
(APA/Reuters)

 

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Terrorbekämpfung: Härter, schneller und wie weiter?

Angela Merkels liberale Flüchtlingspolitik sei gescheitert , heißt es seit den Anschlägen von Ansbach und Würzburg , den Gewalttaten von Reutlingen und München. In zwei Fällen sind Asylbewerber die Täter, möglicherweise gesteuert vom IS. In Reutlingen und in München scheinen die Motive für die Angriffe vor allem im Persönlichen zu liegen.
Es ist also schwer, die Taten miteinander zu vergleichen. Aber viele Menschen haben sie zutiefst verunsichert. Die Bundeskanzlerin betonte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz , dass die Politik alles tun werde, um weitere Gewalt zu verhindern. Welche Ideen gibt es, und sind sie sinnvoll?
Die Registrierung und Identifizierung der Zuwanderer gehört tatsächlich zu den Schwachpunkten der Flüchtlingspolitik. Auf dem Höhepunkt der Krise im Herbst 2015 kamen so viele Menschen nach Deutschland, dass die Behörden mit der Erfassung der Asylbewerber nicht hinterherkamen. Häufig lief alles sehr schnell: ein Name, ein Bild, ein Fingerabdruck. Nicht alle Flüchtlinge hatten ihren Pass dabei. Ob jemand auch wirklich der war, der er behauptete zu sein, wurde in vielen Fällen nur oberflächlich erfasst – Details sollten später im Asylverfahren nachgeprüft werden. Das ist ein Sicherheitsrisiko, darauf weisen die Sicherheitsbehörden schon lange hin.
Hätte eine genauere Identifizierung die Gewaltakte der vergangenen Tage überhaupt verhindern können? Der Amokläufer von München war Deutscher, in Deutschland geboren. Der Täter von Reutlingen war in Deutschland anerkannt, seine Identität also von den Behörden durchleuchtet.
Der Täter aus Würzburg gab sich als Afghane aus, war seinem Dialekt nach zu urteilen vielleicht eher aus Pakistan. Wäre er identifiziert und wegen geringerer Asylchancen abgeschoben worden, hätte sich dann Schlimmeres verhindern lassen? Als Jugendlicher unterlag er einem besonderen Schutz, galt als gut integriert und mit Aussicht auf eine Bäckerlehre. Hätte er diese angetreten, wäre er mindestens die kommenden zwei Jahre legal in Deutschland gewesen. Auch der Würzburger Attentäter kam übrigens Mitte Juni 2015 nach Deutschland, also Monate bevor sich Hunderttausende auf den Weg über die Balkanroute machten. Damit durchlief er noch die "normale Registrierung".
Ebenso wie der Attentäter von Ansbach, der seit 2014 in Bayern lebte. Er war wie die anderen den Behörden unter seinem richtigen Namen bekannt. Ob Mohammad D. in Syrien mit Extremisten zusammenarbeitete, das allerdings ist für die Bundesregierung derzeit sehr schwer herauszufinden. Denn Syrien ist ein Land im Krieg, ebenso wie der Irak. Oftmals gibt es dort keine vertrauenswürdigen Dateien mit potenziell gefährlichen Leuten. Auch deshalb will die Bundeskanzlerin nun den Informationsaustausch mit den (westlichen) ausländischen Geheimdiensten verstärken. Was immer jemand weiß, soll keinesfalls zwischen den Grenzen verloren gehen.
Inzwischen seien die meisten Flüchtlinge erkennungsdienstlich erfasst, sagt Bernd Mesovic, stellvertretender Geschäftsführer von Pro Asyl: "Aber mit der Registrierung hat man die Sicherheitsproblematik nicht gelöst. Denn die biometrischen Daten geben nicht zwangsläufig Auskunft über die Vorgeschichte eines Flüchtlings. " Zumal die meisten Flüchtlinge nach Deutschland kämen, weil sie in der Heimat verfolgt würden. Man könne also nicht bedenkenlos Informationen übernehmen, die von Geheimdiensten der Verfolgerstaaten stammen: "Spiegelt das die Realität wider oder die Ansicht der Verfolger? ", fragt Mesovic.

 

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Globalisierung: Der Kapitalismus soll netter werden

Read the English version of this article here
In einem fensterlosen Hotelzimmer, Tausende Kilometer von Berlin entfernt,
fiel am vergangenen Samstag ein Satz, der die Welt verändern könnte: "Die Vorteile des
Wirtschaftswachstums müssen breiter verteilt werden, um die Inklusion zu fördern. "
Das Sensationelle an diesem Satz ist nicht, was da gesagt wurde, sondern von wem. Er fiel nicht etwa auf der Jahresversammlung von Attac und auch nicht auf einem Parteitag der SPD – sondern dort, wo die Mächtigen der Welt zusammenkamen: auf dem Gipfeltreffen der führenden Wirtschaftsnationen, der G 20. Der Satz ist die zentrale Botschaft der Abschlusserklärung dieser Staatengruppe und damit so etwas wie die Regierungserklärung des Gremiums. Er kündigt einen aufregenden politischen Großversuch an: die Sozialdemokratisierung der Weltwirtschaft. Sie soll verhindern, dass die Welt den Populisten in die Hände fällt.
Seit Wochen wurde die Operation unter strikter Geheimhaltung vorbereitet. Minister waren eingeweiht, Regierungschefs und Staatssekretäre – sowie ein Beamter mit dem Namen Holger Fabig. Der leitet das Referat für Internationale Angelegenheiten im Bundesministerium der Finanzen. Fabig ist sozusagen Wolfgang Schäubles Verbindungsmann in die Welt und bereitet die Gipfeltreffen der G 20 vor. Konkret bedeutet das: Fabig schreibt sehr viele E-Mails an seine Partner in aller Welt und stimmt mit ihnen ab, was auf diesen Treffen besprochen wird.
Wenn die Gespräche dann beginnen, sitzt Fabig üblicherweise in einem Nebenzimmer, den aufgeklappten Laptop auf dem Schoß, und entwirft mit seinen Kollegen die Abschlusserklärung, die am Ende alle teilnehmenden Länder mittragen. Genau so war es auch am vergangenen Wochenende auf dem G-20-Gipfel in Chengdu im Westen Chinas – mit einem entscheidenden Unterschied: Normalerweise feilschen die Unterhändler stundenlang um jedes Wort, weil jedes Land seine Vorstellungen durchsetzen will. Diesmal aber war man schnell durch – auch weil Gefahr im Verzug ist.
Unmittelbar vor dem Beginn des Gipfels wurde Donald Trump zum Präsidentschaftskandidaten nominiert, und es wird inzwischen in G-20-Kreisen auch nicht mehr ausgeschlossen, dass Frankreich an Marine Le Pen vom rechtspopulistischen Front National fällt und sodann Italien an die euroskeptische Bewegung von Beppe Grillo.
Wie groß die Verunsicherung ist, zeigt eine E-Mail, die an der Wall Street kursiert. Verfasst hat sie ein Investmentbanker der Deutschen Bank. Darin führt er das Abstimmungsergebnis in Großbritannien auf ein "tief empfundenes Unwohlsein mit der Arbeitsweise der Weltwirtschaft" in der Bevölkerung zurück. Der Siegeszug der Populisten sei nur durch "radikales Umdenken" aufzuhalten. Die Politik müsse Einkommen umverteilen, "von denen, die viel haben, zu denen, die weniger haben".
Auch die amerikanischen G-20-Unterhändler haben diese E-Mail gelesen. Sie haben registriert, dass in den Finanzkonzernen die Angst vor Donald Trump inzwischen größer ist als die Furcht vor höheren Steuern : Im Angesicht des Schreckens ordnet das Kapital seine Prioritäten neu. Das eröffnet politische Spielräume.

 

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Türkei: Richter lehnen Auslieferung ohne Beweise ab

Der Deutsche Richterbund (DRB) fordert von der Türkei konkrete Beweise, bevor türkische Staatsbürger ausgeliefert werden. Ein bloßer Zuruf der türkischen Regierung würde nicht genügen, sagte der Vorsitzende des Richterbundes, Jens Gnisa. Der Türkei hielt er ein "grob rechtsstaatswidriges Vorgehen" gegen ihre Richter, Staatsanwälte und andere Bürger vor.
Die türkische Regierung verlangt von Deutschland die Auslieferung von türkischen Richtern und Staatsanwälten , die der Gülen-Bewegung angehören sollen. Der islamische Prediger Fethullah Gülen, der in den USA im Exil lebt, wird von Ankara für den gescheiterten Militärputsch vom 15. Juli verantwortlich gemacht. "Deutschland muss die Richter und Staatsanwälte dieses Parallelstaates ausliefern", hatte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu am Donnerstag dem Sender CNN-Türk gesagt.
Gnisa sagte: "Die deutsche Justiz wird etwaige Auslieferungsersuchen gründlich und nach rechtsstaatlichen Grundsätzen prüfen. " Es bräuchte "konkrete, belastbare Anhaltspunkte, dass türkische Staatsbürger, die sich in Deutschland aufhalten, in den Putschversuch in der Türkei verwickelt waren, damit eine Auslieferung in Betracht kommt". Das "grob rechtsstaatswidrige Vorgehen der Türkei" gegen Juristen und andere türkische Bürger werde "Deutschland sicher nicht unterstützen".
Auch deutsche Politiker kritisieren die Auslieferungsforderung. Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen
Trittin sprach von einer Hexenjagd auf Gülen-Anhänger in
Deutschland. Trittin wertete das Begehren im Handelsblatt als "dreiste Forderung nach Verfolgung". Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung , das türkische Generalkonsulat in Stuttgart habe die Landesregierung aufgefordert, "Vereine, Einrichtungen, Schulen, die nach Meinung der türkischen Regierung von der Gülen-Bewegung, wie sie sagt, 'betrieben' werden, einer Prüfung zu unterziehen". Der Grünen-Politiker kritisierte: "Hier sollen Leute auf irgendeinen Verdacht hin grundlos verfolgt oder diskriminiert werden. " 
Seit dem gescheiterten Putschversuch wurden in der Türkei Zehntausende angebliche Gülen-Anhänger festgenommen oder vom Dienst suspendiert, vor allem Militärangehörige, Richter, Staatsanwälte, Lehrer, Dozenten und Journalisten. Dieses von der türkischen Regierung als "Säuberung" bezeichnete Vorgehen wird international kritisiert, weil womöglich auch Regierungskritiker, die nicht zu den Putschisten zählen, davon betroffen sind. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zudem Folter und Misshandlung von Festgenommenen in türkischen Haftzentren angeprangert.
Auslieferungsverfahren sind in Deutschland in der Regel langwierig. Das Ersuchen wird auf diplomatischem Weg gestellt und landet somit beim Auswärtigen Amt. Dann werden die Unterlagen an die Justizbehörden und vom zuständigen Landesjustizministerium an die zuständige Generalstaatsanwaltschaft weitergeleitet.
Voraussetzung einer Auslieferung eines nichtdeutschen Staatsangehörigen ist, dass die Auslieferung vom Oberlandesgericht für zulässig gehalten und vom Bundesamt für Justiz im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt bewilligt wird.

 

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Höllenbucht, Polypenspalter und die Stumme Hose

Bellezza I. Die Pontinischen Inseln im Tyrrhenischen Meer sind meist nur Italienern bekannt und vom Massentourismus verschont geblieben.
29.07.2016 | 15:11 |  Von Sigrid Mölck-Del Giudice
( DiePresse.com )
Es ist ganz egal, ob man mit der Fähre oder dem Tragflügelboot anreist. Gleich hinter den steil in das Meer abfallenden Klippen rückt eine Szenerie in das Bild, die wie eine Theaterkulisse wirkt. Ein rosarotes Halbrund aus kleinen Geschäften, Bars und Lagerräumen für die Fischer säumt die tief geschwungene Bucht: Ponza Porto. An der Mole dümpeln zwischen schneeweißen Jachten Fischerboote und Segelschiffe. Eine steile Rampe führt zur nächsthöheren Ebene, dem Corso Pisacane, Ponzas Flaniermeile mit ihren bunten, kubischen Häusern. Ein farbstarker Streifen zwischen dem Blau des Meers und dem Blau des Himmels. Es ist das pulsierende Herzstück der Insel.
Ponza, die größte Insel des Pontinischen Archipels, ist vor allem unter den Römern kein Geheimtipp. Im Sommer starten von den Küstenorten Anzio, Terracina und Formia mehrmals täglich Fähren und Schnellboote. Viele kommen nur über das Wochenende, andere bleiben den ganzen Urlaub über. „Die ersten Urlauber kamen in den Sechzigerjahren, als das sogenannte Wirtschaftswunder begann,“ sagt Maurizio Musella, Chef des Tourismusbüros.
„Wenig später entdeckte die Film- und Modewelt den Archipel. Die Fendi-Schwestern kauften Wohnungen und Häuser, gaben ihnen ihre unverkennbare persönliche Note und begannen sie an Touristen zu vermieten.“ Bekannte Schriftsteller und Regisseure verliebten sich in die für die Insel typischen Case grotte – in Tuffstein geschlagene Höhlenwohnungen, und renovierten sie zum Privatgebrauch. Musella: „Nach dem Motto: Urlaub weit weg von Reflektoren und überfüllten Stränden, ohne auf die Annehmlichkeiten geselligen Zusammenseins gänzlich zu verzichten“. Inzwischen ist es für die Ponzesen Alltag, wenn im Sommer in einer Bar plötzlich Naomi Campbell, Caroline von Monaco, Monica Bellucci oder die italienische Fußballlegende Francesco Totti neben ihnen steht.
Der Archipel vor der Küste Latiums war schon in der Antike ein Begriff. Homer ließ die Inseln in seiner „Odyssee“, in der die Zauberin Circe Odysseus auf die Insel lockt, in die Poesie eingehen. Doch erst die Römer begannen mit der Besiedlung. Ihnen dienten die Inseln vor den Toren der Kapitale als Verbannungsort für unliebsame Familienmitglieder. Im Jahr 537 wurde Papst Silverio auf den Archipel verschleppt, wo er bald darauf starb. Heute ist San Silverio der Schutzpatron Ponzas und wird alljährlich am 20. Juni mit einer Prozession und einem gigantischen Feuerwerk gefeiert. Ein Ereignis, zu dem eigens die Nachfahren der Auswanderer, die zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in Scharen in die USA emigriert sind, noch in der dritten und vierten Generation anreisen. Mit ihren Spenden konnten in der Nachkriegszeit Häuser gebaut, Trattorien eröffnet und moderne Fischkutter angeschafft werden.
„Neben dem Tourismus gehört der Fischfang noch immer zu den Haupteinnahmequellen der Ponzesen,“ sagt Gennaro, Besitzer eines der ältesten Fischläden der Insel, der nur verkauft, was er selbst fängt. „Allein auf Ponza gibt es an die 50 Restaurants, die in der Urlaubssaison täglich mit fangfrischer Ware beliefert werden, vorausgesetzt, das Wetter macht's möglich!“
Auf fast jeder Speisekarte stehen Spaghetti allo scoglio, mit Meeresfrüchten, und Fettucine alla bottarga, mit Rogen vom Schwertfisch oder der Meeresäsche – Köstlichkeiten, für die Feinschmecker aus Rom und Neapel oft stattliche Summen bezahlen. Und natürlich Sardellen, Garnelen und Thunfisch in allen Varianten, „obwohl wir uns zur Erhaltung der Thunfischbestände an die EU–Fischereirichtlinien halten müssen.“ Dazu wird Biancolello, ein süffiger Weißwein, der auf der Insel angebaut wird, serviert.
Der Mix aus Schickeria und Bodenständigkeit verleiht Ponza im Sommer einen ganz besonderen Charme. Erst wenn die Luxusjachten Ende August ihre Anker lichten, kann man im Tripoli, der ältesten Bar am Platz, an lauen Abenden wieder die Pescatori ungestört beim Kartenspiel beobachten. Ab September nehmen die Sportler und Naturfreunde den Archipel in Besitz. Das glasklare, in allen Blautönen schimmernde Wasser und diverse Relikte gestrandeter oder im letzten Weltkrieg versenkter Schiffe entzünden vor allem die Fantasie der Taucher, die fast 50 Prozent der Touristen ausmachen.
„Man muss nicht unbedingt tauchen, aber ohne einen Ausflug mit dem Boot hat man die Insel nicht erlebt,“ sagt Maurizio Musella, der jede Ecke der Insel kennt. Am Hafen werden von der Cooperativa dei Barcaioli Ponzesi täglich Rundfahrten angeboten. Einen guten halben Tag dauert die Fahrt, vorbei an ständig neuen Buchten und Klippen, denen der Volksmund kuriose Namen gegeben und die er in fantasievolle Anekdoten gepackt hat: Höllenbucht, Polypenspalter oder Stumme Hose. Highlight jeden Ausflugs ist die Höhle des Pontius Pilatus, dem die Insel ihren Namen verdankt. So will es jedenfalls die Legende. Mittags serviert der Capitano köstliche Snacks mit Fisch und Salat, die im Fahrpreis eingeschlossen sind.
Die Natur auf Ponza ist typisch mediterran und vor allem weitgehend intakt. „Das liegt auch daran“, erklärt der Tourismuschef, „dass wir den Autoverkehr stark einschränken.“ Manche Strände erreicht man auch gut zu Fuß. Zur Cala Frontone führt ein steiler Weg hinunter, sie ist, seit die traumhafte Badebucht Chiaia di Luna wegen Steinschlags aus Sicherheitsgründen gesperrt ist, Ponzas schönster Strand. Etwas oberhalb hat Gerardo Mazzella neben seinem Restaurant, das Insider eigens wegen seiner Linsen- und Platterbsensuppe aufsuchen, ein kleines ethnologisches Museum mit liebevoll zusammengetragenen Utensilien seines Großvaters und anderer Ponzeser eingerichtet.
Romantiker zieht es nach Cala Feola, die stimmungsvollste Bucht der Insel, die im Lauf der Jahrtausende vom Meer wie eine Wanne in den Tuffstein hineingewaschen wurde. Der Strand von Lucia Rosa mit seinen imposanten Faraglioni-Felsen ist nicht zuletzt auch als Sunset-Location beliebt.
Den schönsten Blick über die Insel und das Meer aber bietet der mit 283 Metern höchste Berg Monte La Guardia. Bei klarem Wetter kann man in der Ferne die Silhouetten von Ventotene und Santo Stefano erkennen, die mit Palmarola und Zannone Teil des Archipels sind. Ein grandioses Naturschauspiel, das der ligurische Lyriker Eugenio Montale so beschrieb: „Zwischen Bougainville und Explosionen von Ginster verliere ich mich in der Schönheit dieser Sonnenuntergänge und finde auf der Erde mein Paradies.“ „Wir geben uns alle Mühe,“ sagt Signor Musella, „damit das auch lang noch so bleibt.“
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2016)

 

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System Shock Remake erfolgreich durch Kickstarter finanziert

Die Neuauflage des Action-Rollenspiels System Shock wurde über die Crowd-Funding-Plattform Kickstarter erfolgreich finanziert. Die Unterstützer haben mit ihren Spenden zudem zwei Zusatzziele erreicht.
Entwickler Nightdive Studios will den Action-Rollenspiel-Klassiker System Shock aus dem Jahr 1994 neu auflegen. Um das Vorhaben zu finanzieren, begann das Studio am 28. Juni 2016 eine Kickstarter-Kampagne über die innerhalb von 30 Tagen 900.000 US-Dollar gesammelt werden sollten.
Am gestrigen Abend endete die Crowd-Funding-Kampagne. Insgesamt 21.625 Unterstützer hatten bis dahin 1.350.700 US-Dollar beigesteuert. Mit fast einer halben Million US-Dollar mehr im Spendentopf wurden über Kickstarter zudem zwei Zusatzziele für System Shock erreicht. Zum voraussichtlichen Release im nächsten Jahr wird das Remake so auch neue Audio-Logs, Crew-Mitglieder und Bereiche auf der Raumstation Citadel beinhalten.
Durch das Erreichen der Spendenmarke von 1,1 Millionen US-Dollar bekommt System Shock außerdem eine Mac- und eine Linux-Version sowie Support für die beleuchtete Gamer-Tastatur Razer Chroma. Die übrigen Stretch Goals wie etwa ein Orchester-Soundtrack, ein Open-Source-Level-Editor, Mod-Support und Versionen für die Virtual-Reality-Brillen HTC Vive und Oculus Rift wurden dagegen nicht erreicht. Über die Website des Spiels sollen Nutzer jedoch auch in Zukunft die Möglichkeit haben, System Shock während der Entwicklung finanziell zu unterstützen. Nightdive will dafür in Kürze einen Spenden-Button integrieren.
Entwickler Nightdive will dem mehr als 20 Jahre alten Klassiker System Shock mit Hilfe der Unity-Engine einen zeitgemäßen Anstrich verpassen. Dem Sound und dem Art Design des Originals will das Studio eigenen Angaben zufolge jedoch treu bleiben.
System Shock verfrachtet den Spieler auf die Raumstation Citadel, wo er es mit der künstlichen Intelligenz S. H. O. D. A. N. zu tun bekommt. Der Überlebenskampf wird aus der Ego-Perspektive gesteuert. Anhand einer kostenlosen Pre-Alpha-Demo können Interessierte den Titel bereits jetzt über Steam , GOG und den Humble Store ausprobieren. Die Vollversion erscheint voraussichtlich kommendes Jahr für Windows 10, Xbox One, Linux und MacOS. ( mls )

 

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Mobiles Arbeiten bei Daimler - In Raum und Zeit flexibe

Schaffe, schaffe - das ist für die Mitarbeiter des Stuttgarter Automobilkonzerns Daimler künftig auch daheim im Häusle möglich. Oder im Café, im Freibad oder in der Bahn. Unternehmensleitung und Betriebsrat haben sich auf Eckpunkte einer neuen Gesamtbetriebsvereinbarung geeinigt, in der künftig das "mobile Arbeiten" geregelt werden soll.
Alle Beschäftigten sollen demnach die Möglichkeit bekommen, auch außerhalb der offiziellen Firmenräumlichkeiten ihrer Arbeit nachzugehen. "Wenn dies mit der jeweiligen Aufgabe vereinbar ist", schiebt das Unternehmen allerdings nach. Auch künftig wird also die E-Klasse in der Fabrik und nicht in Privatgaragen montiert.
Alle Daimler-Mitarbeiter, die mehr mit dem Computer als mit dem Schraubenzieher arbeiten, können demnächst mit ihren Führungskräften besprechen, ob und wie häufig sie an einem selbstgewählten Ort tätig werden - das treffe immerhin auf etwa 100 000 der rund 150 000 Mitarbeiter in Deutschland zu. Stundenweise soll der Arbeitseinsatz auch am Samstag möglich sein. Die entsprechenden Zuschläge gibt es allerdings nur, wenn der Chef den Wochenendeeinsatz befürwortet. Erfasst werde die mobile Arbeitszeit blockweise pro Tag über ein Zeitsystem, so das Unternehmen.
"Durch die neue Vereinbarung entstehen Kreativ- und Produktivphasen der Beschäftigten sowie verbesserte Arbeitsprozesse, die in Summe einen Mehrwert für das Unternehmen schaffen", freut sich der Konzern. Und tatsächlich: Studien zeigen, dass Mitarbeiter, die im Home-Office arbeiten, nicht weniger fleißig sind als die Kollegen, die sich auf Firmenmobiliar die Hintern plattsitzen. Im Gegenteil, 2,5 Stunden arbeiten die Heimarbeiter im Schnitt pro Woche mehr, haben Wirtschaftswissenschaftler der Uni Basel vor Kurzem berechnet. Das kommt den Arbeitgebern natürlich sehr gelegen.
Ist es das Gefühl, sich stärker beweisen zu müssen als die Kollegen, die zumindest körperlich Präsenz zeigen? Oder sind die Home-Office-Nutzer tatsächlich motivierter und deshalb bereit, sich stärker reinzuhängen für ihr Unternehmen? Das lässt sich nur im Einzelfall beantworten. Fakt ist jedoch, dass eine flexible, selbstgewählte Organisation von Arbeitszeit und Arbeitsort etwas ist, was sich sehr viele Menschen wünschen. Einer Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge würden 66 Prozent der Arbeitnehmer gern von zu Hause aus arbeiten - wenn dies möglich wäre.
Auch bei Daimler folgt die Umstellung auf Anregung der Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr hatte der Autokonzern mehr als 33 500 Mitarbeiter zu dem Thema befragt. Das Ergebnis: Gut 80 Prozent wünschen sich mehr Flexibilität.
Vorreiter ist Daimler mit dem mobilen Arbeitskonzept jedoch auch unter Großkonzernen nicht. Boschs Betriebsrat hat bereits eine ähnliche Betriebsvereinbarung ausgehandelt, auch bei BMW gibt es seit 2014 Regeln für mobiles Arbeiten. Und in manchen Unternehmen gibt es bereits die Reform der Reform: 2013 kassierte Yahoo-Chefin Marissa Mayer die Erlaubnis zur Heimarbeit wieder. Echte Teamarbeit sei eben doch nur möglich, wenn man auch im echten Leben beieinander sitzt. Doch die Zeichen der Zeit und die miserablen Yahoo-Geschäftszahlen sprechen gegen Mayer und eine strikte Präsenzkultur.
Was das Beispiel Yahoo zeigt: Mit der bloßen Einführung von flexiblem, mobilem Arbeiten ist es noch nicht getan. Daran knüpfen sich zahlreiche weitere Herausforderungen: Wie lässt sich Teamarbeit digital organisieren? Wie kann ein Chef einem Mitarbeiter Feedback geben, den er kaum mehr persönlich zu Gesicht bekommt? Und wie lässt sich der Wegfall von gemeinsamen Mittagessen und Kaffeepäuschen kompensieren?
Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth liegt wohl richtig mit der Einschätzung, dass mit der Einführung von mobilem Arbeiten auch "eine Veränderung der Arbeits- und Führungskultur" einhergehen müsse. Das wäre dann der sehr viel revolutionärere Schritt als der Beschluss eines Eckpunkte-Papiers.

 

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Täter soll zweite Waffe besessen haben

Der 18-jährige David S. hatte am vergangenen Freitag im Münchener Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen mit einer Glock-Pistole erschossen. Danach erschoss er sich selbst. Die bei dem Amokläufer gefundene Waffe ist schwarz. Zeugen geben aber an, auch eine silberne Waffe gesehen zu haben.
Zudem soll sich der Deutsch-Iraner auch in einem Forum im Internet nach Munition für eine Waffe vom Kaliber 45 erkundigt haben, wie der "Spiegel" am Freitag vorab berichtete. Auch das ist dem Bericht zufolge ein Hinweis auf eine mögliche zweite Waffe.
Eine Sonderkommission zu dem Amoklauf bearbeitet derzeit 1750 Hinweise. Zahlreiche Videos von der Tat kursierten schon während des Amoklaufs in den sozialen Netzwerken. David S. hielt die bayerische Landeshauptstadt für Stunden im Griff. Denn lange war nicht klar, ob er alleine handelte oder weitere Täter noch auf der Flucht waren.
Inzwischen ist bekannt, dass S. eine rechtsextremistische Weltsicht gehabt haben soll. Der Schüler war von dem rechtsextremen Attentäter Anders Behring Breivik aus Norwegen fasziniert und hatte sich mit Büchern und Zeitungsartikeln über Amokläufe informiert.

 

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Voll in alle Richtungen: Mit Stau ins Wochenende

Fünf Tage lang haben alle Schüler in Deutschland gemeinsam Sommerferien. Denn heute beginnen auch in Bayern die Ferien. Am kommenden Donnerstag starten die Kinder und Jugendlichen in Niedersachsen und Bremen schon wieder in das neue Schuljahr. Für die Straßen in Norddeutschland heißt das: voll in alle Richtungen. Der Reiseverkehr erreicht laut ADAC an diesem Wochenende seinen Höhepunkt: Erhöhte Staugefahr droht auf der A 1 zwischen Hamburg und Ostsee und auf der A 7 zwischen Flensburg und Hannover sowie auf allen Fernstraßen zu Nord- und Ostsee.
Bereits am frühen Freitagnachmittag gab es auf der A 1 Lübeck Richtung Bremen zwischen Hamburg-Öjendorf und Stillhorn zwölf Kilometer stockenden Verkehr. Auch auf der A 7 Hamburg Richtung Flensburg staute sich der Verkehr zwischen Bad Bramstedt und Neumünster-Mitte auf sechs Kilometer Länge.
In Berlin, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben die Ferien erst vor gut einer Woche begonnen. Viele Urlauber machen sich erst jetzt auf die Reise. Zu ihnen stoßen Niederländer und Skandinavier. Zusätzlich tummeln sich Tagesauflügler zur Travemünder Woche auf den Straßen. Auch Bauarbeiten wie auf den Autobahnen 23 und 24 schränken den zügigen Verkehrsfluss ein. Zur Entlastung trägt allein das Fahrverbot für Lkw an Sonnabenden im Juli und August von 7 bis 20 Uhr bei. Besonders voll wird es heute bis 19 Uhr, am Sonnabend zwischen 11 und 18 Uhr sowie am Sonntag von 14 bis 20 Uhr. "Gute, alternative Reisetage sind Dienstag oder Mittwoch", empfiehlt der ADAC. Bereits am vergangenen Wochenende war es zu sehr langen Staus gekommen.
Die Fähren haben sich bereits auf den Ansturm eingestellt und die Zahl der Fahrten nach Amrum und Föhr sowie zu den Halligen verdoppelt. Trotzdem sind sie laut Wyker Dampfschiffs-Reederei fast ausgebucht. Verzagen sollten die Urlauber allerdings nicht. "Es wird immer eine Möglichkeit geben, ein Fahrzeug mitzunehmen: Notfalls fahren wir solange, bis alle weg sind", sagte Heiko Litschke von der Wyker Dampfschiffs-Reederei. Auch für das Sylt-Shuttle müssen die Reisenden laut einer Bahnsprecherin mit Wartezeit rechnen. Zu einigen ostfriesischen Inseln wie Norderney und Spiekeroog bieten die Reedereien vor allem am Sonnabend Zusatzfahrten an.

 

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Radfahrer mit heruntergelassenen Hosen belästigte vier Mädchen

Schlitters - Ein unbekannter Sittenstrolch trieb am Donnerstagnachmittag in Schlitters sein Unwesen. Auf einem Rennrad fuhr der Mann mehrmals an vier Mädchen im Alter zwischen 13 und 14 Jahren vorbei und rief ihnen im Tiroler Dialekt Obszönitäten zu. Bei den letzten beiden Fahrten hatte er seine Hosen heruntergezogen.
Die Tat ereignete sich laut Polizei gegen 16 Uhr auf der Straße vom Bahnhof in Richtung McDonalds. Der Rennradfahrer fuhr in südliche Richtung davon. Ein Tatzusammenhang mit einem ähnlichen Vorfall in Zell am Ziller am 23. Juli wird überprüft.
Täterbeschreibung: schlanke Statur, kurze Haare, ca. 40-50 Jahre alt, ca. 180cm groß, kurze schwarze Hose, weißes T-Shirt, weißes Rennrad. (TT.com)

 

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Netflix-Film "Tallulah": Ellen Page als Kindsräuberin

In "Juno" spielte Page eine Teenagerin, die aus Versehen schwanger wird. Im Netflix-Film "Tallulah" will sie ein Baby vor seiner Rabenmutter retten - und entführt es.
Das kommt schon vor, in der U-Bahn, im Supermarkt oder im Wartezimmer: Man sieht eine brüllende Mutter mit einem lauter brüllenden Baby und denkt, das könnte man selbst alles besser, das arme Kind, die arme Mutter. In der echten Welt bleibt es bei dem Gedanken, Kinder werden eher selten aus reiner Nächstenliebe entführt, damit es allen Beteiligten besser geht. Mal davon abgesehen, dass man es in den allermeisten Fällen vermutlich ja doch nicht besser könnte.
Bei der jungen Lu kommt noch das Problem hinzu, dass ein Baby mit ihrem Lebensstil nicht vereinbar wäre: Seit Jahren reist sie planlos durchs Land, lebt von dem, was sie mit gestohlenen Kreditkarten bezahlen kann, und schläft nachts in ihrem rumpeligem Minibus. "So lebe ich eben", sagt sie zu ihrem Freund, als der keine Lust mehr hat auf das Vagabundendasein. "Geh doch, wenn dir das nicht passt. " Am nächsten Morgen ist er weg - ganz so frei wollte Lu dann doch nicht sein.
Warum Lu in dem Film Tallulah , der von Freitag an auf Netflix zu sehen ist, dann gleich zur Entführerin wird, ist zu Beginn schwer nachzuvollziehen. In einem Hotel wird sie von einer betrunkenen Mutter für ein Zimmermädchen gehalten. Lu soll babysitten, während die Mutter loszieht, mit einer Affäre ihr Ego zu polieren: "Mein Mann sieht mich nicht mehr so an wie früher, meine Brüste sind wie zwei ausgetrocknete Teebeutel. "
Erst passt Lu tatsächlich auf das Kind auf und lässt derweil noch ein paar Scheine und Klunker mitgehen. Aber als die Frau nachts noch viel betrunkener zurückkehrt und sich immer noch nicht für ihre Tochter interessiert, beschließt Lu kurzerhand, das Baby einfach mitzunehmen, wie ein misshandeltes Haustier.
Wie es ist, überraschend Mutter zu werden, hat Ellen Page schon einmal gespielt, nur hatte sie 2007 als unverhoffte Teenie-Mom in Juno neun Monate Zeit, sich darauf vorzubereiten. Das Erstaunliche an Tallulah ist, dass sie dem Zuschauer auch hier, als letztlich doch egoistische Entführerin, sympathisch bleibt. Überhaupt hat die Autorin und Regisseurin Sian Heder, die sonst Drehbücher für die Knastserie Orange Is The New Black schreibt, ein Händchen dafür, das Liebenswerte aus ihrem Ensemble aus zunächst unsympathischen Müttern beziehungsweise Aushilfsmüttern herauszuholen.
Die famose Allison Janney ( The West Wing ) war schon in Juno mit Ellen Page zu sehen, und die Szenen, in denen beide gemeinsam spielen - Page als der Freigeist, der auf Konventionen pfeift, Janney ein Opfer ihrer eigenen Erwartungen -, sind die schönsten im ganzen Film. Janney spielt die verbitterte Mutter von Lus Freund, die es ihrem Mann auch nach Jahren nicht verzeihen kann, dass er die Familie verlassen hat, für einen Mann obendrein. Dass sie ihren Sohn seit zwei Jahren nicht gesehen hat, scheint sie daneben weniger zu kümmern. Als aber Lu ihr das gestohlene Kind als ihre Enkelin vorstellt, hört sie auf, um sich selbst zu kreisen, und selbst die betrunkene Rabenmutter aus dem Hotel merkt irgendwann, dass ihr Kind ihr eigentlich doch wichtiger ist, als vor ihrem Mann den Seitensprung zu verheimlichen.
Tallulah ist ein hübscher Film über das Muttersein, darüber, wie viel man in den Augen anderer falsch machen kann - und dass man am Ende vor allem vor sich selbst bestehen muss.
Tallulah , von Freitag an abrufbar bei Netflix .

 

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Im Filmblut waten in Wallandertown

In seinen Krimis hat Henning Mankell Kommissar Wallander und mit ihm Ystad berühmt gemacht. Die südschwedische Stadt, „Hauptstadt des Verbrechens“, bietet Besuchern Touren auf den Spuren des Kommissars.
29.07.2016 | 14:56 |  von Rasso Knoller
( Die Presse )
Schweden. Im verschlafenen 18.000-Einwohner-Städtchen Ystad sind so viele Mörder unterwegs wie nirgendwo sonst in Schweden. Junge Frauen werden in den Dünen erdrosselt, alte Männer von Holzstangen durchbohrt und gemetzelt. In den Büchern von Henning Mankell, dem schwedischen Romanschriftsteller, der im Oktober des Vorjahres im Alter von 67 Jahren gestorben ist, kämpft Kommissar Wallander einen schweren Kampf gegen das Verbrechen. Zwar bringt er Mörder und Vergewaltiger gleich reihenweise zur Strecke. Doch endgültig besiegen kann er das Böse nicht.
Viele Wallander-Fans begnügen sich schon lang nicht mehr mit der Lektüre der Bücher. Sie pilgern an den Ort des mörderischen Geschehens und bescheren Ystad damit ständig steigende Besucherzahlen. Als „die kleine Stadt am Meer ganz im Süden von Schweden“ hatte August Strindberg Ystad in der südschwedischen Provinz Skåne (Schonen) beschrieben.
Und tatsächlich ist Ystad eine pittoreske Kleinstadt mit malerischen Fachwerkhäusern aus Ziegeln, Gebäuden und Kirchen aus Backstein und einem Franziskanerkloster aus dem 13. Jahrhundert. Und mit langen feinsandigen Stränden, von denen Badestege ins Meer hinausreichen. Die Tourismusbranche hat schon früh, in den Neunzigerjahren, den Kommissar in ihren Dienst genommen und bewirbt Ystad als „Wallandertown“.
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In der riesigen Halle, in der einst Luftabwehrgeschütze und andere große Waffen lagerten, ist aber nicht nur für Wallanders Büro Platz. Auch die Gerichtsmedizin und der große Konferenzsaal der Polizei sind hier untergebracht.
Und Wallanders Wohnung auch. Die liegt nur zehn Meter neben dem Büro und ist der zweite Höhepunkt der Führung – leicht zerschlissene, aber gediegene Möbel, ein Fernsehapparat, ausgebleichte Gardinen vor den Fenstern und an der Wand ein großes Bücherregal. Die Dame, die durch das Studio führt, erklärt und erklärt, doch dann beginnt ein junges Mädchen, das an der Tour teilnimmt, zu murren. Wie jeder echte Fan kennt sie alle Details aus den Büchern und hat in der Studiodekoration einen Fehler ausgemacht. „Im Buch wohnt Wallander in keinem Eckhaus“, bemerkt sie und moniert die beiden über Eck liegenden Fenster. Das muss auch die Führerin einräumen. Sie gibt zu, dass die Buchvorlage nicht in jedem Fall eins zu eins umgesetzt wurde. Für die Außenaufnahmen des Films zog Wallander sogar um. Im Roman wohnt er im Erdgeschoß in der Mariagata 10, für den Film musste er auf die andere Straßenseite ins Haus 13c wechseln. Seine „Buchwohnung“ liegt nämlich in einem Neubau, und das gefiel dem Regisseur nicht.
Geführte Stadtspaziergänge auf der Spur der Mörder gehören zum touristischen Standardprogramm in Ystad. Da kommt man dann auch in der Liregata vorbei, einer kleinen Straße mit bunten Fachwerkhäusern, wie es sie überall in Schweden gibt. Und doch lauert in diesem Idyll das absolut Böse. Hier wohnte Yvonne Ander, die sadistische Serienmörderin aus „Die fünfte Frau“. Auch in der Sjömansgata ist keiner sicher. Die Straße liegt in einer feinen Gegend mit Häusern aus dem 19. Jahrhundert. Der richtige Ort, um eine Anwaltskanzlei zu eröffnen. Gustaf und Sten Torstensson taten genau das – und beide überlebten den „Mann, der lächelte“ nicht.
Nahezu jede Straße dieser scheinbar so friedlichen Stadt hat ihren Mord gesehen. Sogar die Polizei hatte schon Opfer zu beklagen: In der Lilla Norregata wurde Wallanders sympathischer Kollege Svedberg mit zwei Schüssen niedergestreckt. Dorthin führt auch die Tour der Freiwilligen Feuerwehr, die ebenfalls in Sachen Wallander unterwegs ist. Sie bessert ihr Budget auf, indem sie die Krimifans in einem blutroten alten Feuerwehrauto zu den Mordschauplätzen karrt. Selbst das Fremdenverkehrsamt ist zur Hälfte Souvenirshop in Sachen Wallander. Hier bekommt der Fan Broschüren, die ihn auf den rechten Weg, sprich die Spuren des Kommissars bringen.
Info: Ystads turistbyrå, Sankt Knuts torg, www.ystad.se Website, die zu fast allen wichtigen Schauplätzen führt: www.wallander.ystad.se/de
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2016)

 

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Luxus-Kompaktkameras im Vergleich

Sie machen Fotos wie eine Spiegelreflex, passen aber in fast jede Jackentasche. Weil Smartphone-Fotos keine Tiefe besitzen, lohnt sich ein Blick auf die Modelle von Canon, Leica und Co.
Der beste Fotoapparat ist immer der, den man dabei hat. Seit ein paar Jahren ist das für viele das Smartphone, das inzwischen meist so gute Fotos macht wie eine kleine Digitalkamera. Klobige Spiegelreflexkameras und dicke Taschen mit Wechselobjektiven schleppen hingegen immer weniger Menschen mit sich herum, zu schwer, zu aufwendig, zu anstrengend. Das Problem ist nur: Smartphone-Fotos mögen schöne Farben haben und recht scharf sein, aber sie besitzen keine Tiefe. Sie sind so flach wie die Geräte. Man kann nicht mit Schärfe und Unschärfe spielen, keine Freistellungen machen, nichts ausprobieren, was ein gutes Foto oft ausmacht.
Das liegt daran, dass man weder die Blende noch die Verschlusszeit variieren kann und auch daran, dass die Sensoren winzigklein sind - der eines iPhone 6 zum Beispiel misst gerade mal 18 Quadratmillimeter, der APS-C-Sensor einer Spiegelreflex hingegen mehr als 300, der Vollformatsensor einer Profikamera fast 900.
Seit einiger Zeit bieten Hersteller deshalb Luxus-Kompaktkameras mit großen Sensoren an, die hervorragende Fotos machen und noch dazu in fast jede Jackentasche passen. Sie werden immer besser - und zum Teil auch immer teurer, sodass Fotofans mit Spiegelreflex- oder Systemkameras sie oft mit Inbrunst verachten. Fest verbautes Objektiv! Nur eine Festbrennweite! Und dann noch dieser exorbitant hohe Preis!
Dennoch gibt es einen Markt für diese Apparate: Liebhaber guter Bilder, die nicht dauernd Objektive wechseln wollen und keine Lust haben, ständig fünf bis zehn Kilogramm Ausrüstung herumzuschleppen. Die Kompakten haben noch einen Vorteil: Menschen, die mit ihnen fotografiert werden, fühlen sich wohler als bei Spiegelreflexkameras, die oft Furcht einflößend groß sind. Bei den vorgestellten Kameras überwindet man die Entfernungen mit den Beinen und nicht mit dem Teleobjektiv. Das funktioniert an vielen Orten, nur auf Löwen-Safari sollte man es nicht tun.

 

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Feldkirchen - Einheimischer ist, wer hier wohnt

Die Gemeinde Feldkirchen regelt die Vergabe von günstigem Baugrund neu.
Nach langer Diskussion stehen in Feldkirchen die neuen Richtlinien für die Vergabe von Grundstücken des Programms "Bauland für Einheimische" fest.
An dem Vergabeverfahren dürfen nun Volljährige teilnehmen, die ihren Hauptwohnsitz mindestens fünf Jahre lang in Feldkirchen haben. Nicht berücksichtigt werden dagegen Menschen, die in Feldkirchen arbeiten, aber bisher nicht dort wohnen. Das maximale Jahreseinkommen für Bewerber wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf 90 000 Euro bei Eheleuten, Lebenspartnerschaften und Lebensgemeinschaften sowie 45 000 Euro bei Alleinstehenden erhöht. Zudem wurde eine Zweckbindung vereinbart: Die Fläche muss innerhalb von fünf Jahren bebaut und mindestens 15 Jahre lang vom Bewerber selbst bewohnt werden. Es besteht ein 15-jähriges Veräußerungsverbot. Für ein Doppelhausgrundstück liegt der Kaufpreis nun bei 491,54 Euro pro Quadratmeter, für die Reihenhäuser bei 511 Euro. Der Zuschlag für die Erschließungskosten ist in den Preisen noch nicht enthalten.
Hauptstreitpunkt in der Sitzung war die Frage, ob Ehrenamtliche und Menschen, die Pflegebedürftige oder einen Elternteil aufnehmen, bevorzugt werden sollten. Dies wurde mehrheitlich abgelehnt. Der beratende Rechtsanwalt Max Reicherzer riet in der Sitzung davon ab, Ehrenamtliche zu bevorzugen, da der Punkt zu viel Spielraum lasse. UWV-Gemeinderat Michael Schön plädierte dafür, den Punkt nicht zu streichen und einen Mindestzeitraum für das Engagement von zwei Jahren festzulegen. Der Nachweis einer Ehrenamtskarte wäre eine Möglichkeit zur Absicherung, ergänzte Bauamtsleiter Christian Stöhr. Diese werde bei einem Mindestengagement von 200 Stunden im Jahr ausgehändigt.
Rechtsanwalt Reicherzer gab jedoch zu bedenken, dass das Vergabeverfahren durch Kläger torpediert werden könne und alle anderen dadurch nicht zum Zug kämen. Die Räte wollten dieses Risiko nicht eingehen und stimmten überwiegend gegen eine Klausel für Ehrenamtliche. Ähnlich verfuhren sie mit der Aufnahme von Pflegebedürftigen oder Elternteilen, weil diese nicht gewährleistet werden kann. Zusatzpunkte gibt es aber für Schwerbehinderte sowie Verheiratete, eingetragene Lebenspartnerschaften und Alleinerziehende.
Die Vergaberichtlinien mussten wegen neuer EU-Bestimmungen überarbeitet werden. Als Einheimischen-Bauland ist die Fläche nördlich der Beethovenstraße, östlich der Johann-Sebastian-Bach-Straße und westlich der Clara-Schumann-Straße ausgewiesen.

 

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Musik: Rock- und Pop-Konzerte im August

Berlin (dpa) - Die Sänger zweier großer britischer Bands der 1980er Jahre kommen als Solokünstler nach Deutschland. Außerdem gibt im August Konzerte eines irischen Melancholikers, einer einstigen Punk-Ikone und einer jungen französischen Newcomerin.
STING: Der ehemalige Lehrer aus dem britischen Newcastle ist seit vier Jahrzehnten erfolgreich im Musikgeschäft. Mit seiner Band The Police und als Solokünstler verkaufte er 100 Millionen Alben. Berühmt ist Gordon Matthew Thomas Sumner - so sein bürgerlicher Name - aber auch für seine Auftritte als Schauspieler und seinen Einsatz für den Regenwald. Für sein musikalisches Werk erhielt er zehn Grammys, zusätzlich zu den sechs mit The Police. Zu hören gibt es seine Songs in Wiesbaden (31.7.) und Berlin (1.8.)
PATTI SMITH: Als grüblerische Poetin mit einem Faible für französische Lyriker war Patti Smith (69) in den 70er Jahren eine der Ikonen der Punk-Bewegung gewesen. Lang ist es her. Inzwischen hat sich die Sängerin auch als Fotografin, Zeichnerin und Buch-Autorin einen Namen gemacht. Das aber soll es noch lange nicht gewesen sein. "Ich bin eine Spätzünderin", sagte sie kürzlich im Interview mit "Brigitte Woman". "Mein Meisterwerk liegt noch vor mir. " Man darf gespannt sein. Im Rahmen ihrer Europa-Tournee kommt Patti Smith jetzt für zwei Konzerte nach Deutschland: Am 9.8. tritt sie in Frankfurt auf und am 10.8. in Essen.
DAMIEN RICE: ist der große Schmerzensmann unter den Singer-Songwritern. Die fragilen und sorgfältig ausgemalten Songs des Iren bestechen durch ihre herzerweichende Opulenz und die schöne Kargheit - perfekte Begleiter durch die tiefen Täler der Tränen. Pure Melancholie ist angesagt in Leipzig (6.8.), Hamburg (8.8.), Köln (9.8.) und beim Haldern Pop Festival (11.8.).
LOUANE: Zuerst verzauberte sie ihr Publikum als Schauspielerin in der Wohlfühl-Komödie "Verstehen Sie die Béliers? " (2015), dann legte Louane als Sängerin nach: Mit ihrem Debütalbum "Chambre 12" landete sie in ihrem Heimatland Frankreich im letzten Jahr auf Anhieb auf Platz eins der Charts. Zahlreiche Fans hat die 19-jährige Französin auch in Deutschland. Sie dürfen sich auf Konzerte in Jena (5.8.), Friedrichshafen (6.8.) und Mainz (7.8.) freuen.
MORRISSEY: Bekannt wurde Morrissey in den 1980er Jahren als der Sänger der legendären Band The Smith. 2014 erschien sein letztes, durchaus poetisches Soloalbum "World Peace is None of Your Business". Am 16. August spielt der 57-jährige Brite sein einziges Deutschland-Konzert, und zwar im Berliner Tempodrom.

 

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Sony mit Gewinneinbruch im Quartal

Sonys Geschäft mit Unterhaltungselektronik wirft nach jahrelanger Sanierung wieder schwarze Zahlen ab. Doch die Schwäche im Smartphone-Markt macht dem japanischen Konzern weiter zu schaffen. Und auch die Kamera-Sensoren waren zuletzt keine Stütze mehr.
Der starke Yen und die Folgen von Erdbeben haben dem japanischen Elektronikriesen Sony die Quartalsbilanz kräftig verhagelt. Wie der Hersteller der Playstation am Freitag bekanntgab, schmolz der Gewinn im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um 74,3 Prozent auf 21,2 Milliarden Yen (182 Millionen Euro) zusammen. Der Umsatz verringerte sich zwischen April und Juni um 10,8 Prozent auf 1,6 Billionen Yen.
Der Absatz von Bildsensoren war unter anderem durch Produktionsausfälle in Folge zweier großer Erdbeben auf der südjapanischen Hauptinsel Kyushu im April empfindlich gesunken. Außerdem macht Sony das Ende des rasanten Wachstums im Smartphone-Markt zu schaffen – die Bildsensoren stecken in Computer-Handys vieler Hersteller und wurden in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Stütze des Sony-Geschäfts. Jetzt fiel der Quartalsumsatz in der Sparte um fast 23 Prozent auf 144,4 Milliarden Yen (1,24 Milliarden Euro) und es gab einen operativen Verlust von 43,5 Milliarden Yen (373 Millionen Euro) statt eines Gewinn von 32,7 Milliarden Yen ein Jahr zuvor.
Die Verkäufe der Spielekonsole Playstation 4 verbesserten sich auf 3,5 Millionen Geräte von 3 Millionen im Vorjahr. Die Verkäufe der Games-Sparte stiegen dadurch auch trotz des Gegenwinds durch die ungünstigen Wechselkurse um 14,5 Prozent auf 330,4 Milliarden Yen (2,84 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis wurde mit 44 Milliarden Yen mehr als verdoppelt.
Der Absatz der Sony-Smartphones fiel von 7,2 auf 3,1 Millionen Geräte. Da der Konzern konsequenter auf teurere Modelle setzt, schaffte die Sparte dennoch einen dünnen operativen Gewinn von 400 Millionen Yen (3,4 Mio Euro). In dem noch bis Ende März 2017 laufenden Geschäftsjahr will Sony 19 Millionen Smartphones verkaufen.
Der Absatz von Fernsehern legte von 2,6 auf 2,7 Millionen Geräte zu. Die jahrelang verlustreiche Heimelektronik-Sparte schaffte einen operativen Gewinn von 20,2 Milliarden Yen. Im Kinogeschäft legte der Umsatz zwar unter anderem durch den Erfolg des Films zum Smartphone-Spiel "Angry Birds" zu. Allerdings sorgten deutlich höhere Marketing-Ausgaben für ein operatives Minus von 10,6 Milliarden Yen.
Die Musiksparte trug einen operativen Gewinn von 15,9 Miliarden Yen (136,5 Mio Euro) bei. Von ihrem Umsatz von 141,5 Milliarden Yen kommen inzwischen 30,7 Milliarden Yen (263,5 Mio Euro) aus dem Streaming-Geschäft mit Musik aus dem Netz.
Für das gesamte laufende Geschäftsjahr geht Sony weiter von einem Nettogewinn von 80 Milliarden Yen aus. Die Umsatzprognose nahm der Konzern jedoch auf 7,4 nach 7,8 Billionen Yen zurück. ( dpa ) /
( mls )

 

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Diebe gehen wohl leer aus

Reichelsheim (ots) - Nach ersten Feststellungen dürften Diebe keine Beute aus einem Zigarettenautomaten in der Rohrbacher Straße, Kreisstraße 51, gemacht haben. Wie ein Anwohner am Freitagmorgen (29.7.2016) gegen 11.20 Uhr feststellte, haben Unbekannte versucht, in der Nacht das Banknotenfach zu knacken. Die aufmontierte Verblendung wurde dabei beschädigt.
Die Kriminalpolizei in Erbach (K 21/ 22) ermittelt und ist auf der Suche nach Zeugen, die Hinweise geben können. Telefon: 06062 / 9530.

 

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Vermeintlicher Elektriker bestiehlt Senioren

Espelkamp (ots) - Wie der Polizei erst am Donnerstag gemeldet wurde, wurde in den Abendstunden des Dienstags (26. Juli) in der Marienburger Staße ein 92-jähriger Espelkämper das Opfer eines Trickdiebes. Gegen 18 Uhr klingelte der auf 40 bis 50 Jahre alte Mann bei dem Senior und gab an, dass er die Elektrik überprüfen müsse. Daraufhin ließ ihn das Opfer in die Wohnung. Unter einem Vorwand schickte der Täter den Senior in einen anderen Raum. Kurze Zeit später bemerkte der Geschädigte, dass sich der Dieb nicht mehr in der Wohnung befand. Später stellte der den Verlust von mehreren Tausend Euro sowie der Sparbücher fest. Der Täter sprach deutsch, hatte einen Vollbart und trug ein Käppi.
Hinweise bitte an die Polizei in Lübbecke unter der Telefonnummer (05741) 277-0.
Im Zusammenhang weist die Polizei noch darauf hin, dass Trickdiebe gerne die Arglosigkeit vor allem älterer Menschen ausnutzen, um sie in ihren eigenen Wohnungen zu bestehlen.
Den Zugang zu den Wohnungen erschleichen sie sich so: Die Täter kommen angeblich von den Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserwerken, von der Hausverwaltung, Kirche, Krankenkasse, Rentenversicherung oder Polizei.
Daher rät die Polizei:
- Sehen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür an (Türspion,
Blick aus dem Fenster). Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben,
nutzen Sie eine Türsprechanlage.
- Öffnen Sie die Haus- oder Wohnungstür nicht, wenn Unbekannte
geklingelt haben.
- Fordern Sie von Personen, die angeben von einer Behörde zu sein,
den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig (Druck, Foto,
Stempel).
- Wenn Sie Zweifel haben, fragen Sie bei der Behörde nach, bevor
Sie die Person einlassen. Suchen Sie die Telefonnummer möglichst
selbst heraus.
- Lassen Sie nur Handwerker ein, die Sie bestellt haben oder vom
Vermieter oder von der Hausverwaltung angekündigt wurden.
- Ziehen Sie bei unbekannten Besuchern Angehörige oder Nachbarn
hinzu oder bestellen Sie die Person zu einem späteren Termin,
wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.

 

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Landkreis Schwäbisch Hall: Hochsitz umgeworfen - Unfälle

Landkreis Schwäbisch Hall (ots) - Gaildorf: Hochsitz beschädigt
Ein in einem Jagdrevier aufgestellter Hochsitz im Gewann "Kirgel" wurde zwischen Donnerstag und Dienstag (14. bis 19. Juli) mutwillig zerstört. Mittels einer Säge durchtrennte der Täter Verstrebungen und warf anschließend die Kanzel um. Der Sachschaden wurde auf 100 Euro beziffert.
Crailsheim: Rollerfahrerin bei Unfall verletzt
Ein 45-jähriger Opel-Fahrer bog am Freitag gegen 6 Uhr von der Ellwanger Straße nach links auf die Sulzbrunnenstraße ein. Eine entgegenkommende Rollerfahrerin konnte wegen dem einbiegenden Auto nicht mehr rechtzeitig halten und stieß seitlich gegen den Pkw. Bei dem anschließenden Sturz zog sich die 54-Jährige schwere Verletzung zu und musste vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus verbracht werden. Die Schadenssumme an den Unfallfahrzeugen beträgt ca. 4000 Euro.
Oberrot: Frontalzusammenstoß an Engstelle
In Hausen auf der Brücke über die Rot stießen am Freitagvormittag gegen 9.30 Uhr zwei Autos im Begegnungsverkehr frontal zusammen. Offenbar waren beide unachtsam auf die Engstelle in der Brückenstraße eingefahren und konnten auf Grund der nicht angepassten Geschwindigkeit nicht mehr rechtzeitig halten. An den beiden Unfallautos, bei denen es sich um einen VW Sharan und einem Dacia Sandero handelte, entstand ungefähr ein Sachschaden von jeweils 5000 Euro. Die Insassen blieben bei der Karambolage unverletzt.
Schwäbisch Hall: Fahrräder zusammengestoßen
Ein 48-jähriger Mountainbikefahrer befuhr am Freitag kurz vor 7 Uhr den Kreuzwiesenweg stadteinwärts, als er an der Einmündung zum Kreuzäckerweg die Vorfahrt einer von rechts kommenden Fahrradfahrerin missachtete. Beim Zusammenstoß kam die 79-jährige Fahrradlenkerin zu Fall und zog sich dabei Kopfverletzungen zu. Die Verlettze wurde vom Rettungsdienst in die Notaufnahme eines nahegelegenen Krankenhauses verbracht.

 

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Doping: Putin glaubt an eine Kampagne gegen Russland

Stabhochsprung-Olympiasiegerin sagt, die Welt habe sich "mit den Falschen angelegt". In Russland soll jetzt ein mutmaßlicher KGB-Agent die Ära des "sauberen Sports" prägen.
Am Donnerstag machten sich dann auch die ersten russischen Athleten auf den Weg nach Rio de Janeiro. 70 Sportler wurden vom Moskauer Flughafen Scheremetjewo verabschiedet, rund 200 weitere werden ihnen in den kommenden Tagen wohl folgen. Nicht schlecht für ein Land, dem vor Kurzem de facto Staatsdoping nachgewiesen wurde.
Wie viele Sportler man letztlich nach Brasilien entsenden wird, werde man erst in ein paar Tagen wissen, sagte Alexander Schukow, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte sich ja geweigert, Russland trotz systemischer Verstöße kollektiv zu verbannen und die Fachverbände beauftragt, russische Sportler zu durchleuchten. 112 fielen bis Donnerstag durch, ein paar werden noch folgen. Der Weltverband der Gewichtheber publizierte jetzt die Namen von vier Russen, die bei Nachtests der London-Spiele 2012 gedopt waren. Damit sind alle acht männlichen Starter der russischen Heber in London überführt. Aber klar, eine Systematik stecke nicht dahinter, bekräftigte Schukow am Donnerstag: "Wir hatten niemals ein staatlich gestütztes Dopingprogramm. Wir haben Null Toleranz gegenüber Doping", sagte er. Überhaupt werde man in Rio "die sauberste Mannschaft" stellen.
Irgendwas muss die Sportgemeinde in den vergangenen Monaten falsch verstanden haben. Doping? In Russland? Ach was. Korruption? Nie! Betrug, abgeschirmt vom Staat? Nicht doch. Gut, die Daily Mail hatte schon 2013 Artikel zum Systembetrug angefertigt und dem IOC vorgelegt (folgenlos). Die Welt-Anti-Doping-Agentur legte 2015 drei Berichte nach, voller Ferkeleien und Intrigen. In Bezug auf beteiligte Funktionäre fiel Ermittlungschef Dick Pound dazu die Beschreibung "Drecksäcke" ein. Im vorerst letzten Bericht schilderte nun der kanadische Jurist Richard McLaren, wie Russland hinter der glitzernden Bilderwand des Sports ein massives Dopingnest versteckt hatte, bei den Winterspielen 2014 und überhaupt, operiert auch von Schukows nationalem Komitee (ROC).
Auch im Wettstreit um die sauberste Abordnung in Rio dürfte es für Russlands Sportler eng werden. Bei anderen Branchenführern wuchert zwar ebenfalls der Verdacht, von Jamaika über Kenia bis in die USA. Nur: Für die Sauberkeit in Russland war bis vor einem Jahr die nationale, nachweislich hochkorrupte Anti-Doping-Agentur zuständig. Als sie suspendiert wurde, übernahmen internationale Tester die Kontrollen, die viele Sportler gar nicht auffanden: Sie hatten sich in Militärzonen verschanzt. Aber gut, das wird die funkelnagelneue russische Anti-Doping-Kommission schon aufarbeiten. Die soll, wenn es nach Staatschef Wladimir Putin geht, "einen Plan für den Kampf gegen Doping überwachen und umsetzen. " Der Chef dieses Gremiums, Wladimir Smirnow, 81, langjähriger IOC-Vizepräsident, ließ am Donnerstag bei seiner Antrittsrede wissen: "In Russland gab es nie staatliche Unterstützung für Doping und die wird es nie geben. "
Die Aufklärungen dieser als unabhängig etikettierten Gruppe braucht man eher nicht abzuwarten. Smirnow hat den detaillierten McLaren-Report ja nun an seinem ersten Arbeitstag als Märchen entlarvt. Während Russlands Sportler also Richtung Zukunft (und Rio) aufbrechen, bleibt im Olymp alles beim Alten. Smirnow hat einen eindrucksvollen Lebenslauf, er war als linientreuer Funktionär Cheforganisator der Spiele 1980 in Moskau, zudem arbeitete er federführend am sowjetischen bzw. russischen Sportsystem mit. In der Affäre um gekaufte Stimmen vor den Winterspielen 2002 in Salt Lake City erhielt er (von den IOC-Kollegen) eine "ernste Verwarnung". Smirnow soll nach Darlegung russischer Historiker und Aussagen eines Ex- Führungsoffiziers für den KGB gewirkt haben; ähnliches wurde zu Juan Antonio Samaranch publiziert. Der war Moskau-Botschafter Spaniens, als er dort 1980 an die Spitze des Ringe-Clans gehievt wurde. 2001 gab Samaranch das Amt an Jacques Rogge (Belgien) ab - er bestand darauf, es erneut in Moskau zu tun. Zugleich ließ er seine Kameraden noch rasch Peking als Olympiastadt 2008 küren. Chinas Märkte lockten, Themen wie Menschenrechte wurden nicht in den Vertrag eingearbeitet.

 

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Wirtschaft - USA: Wirtschaftswachstum im Frühjahr deutlich niedriger als erwartet

WASHINGTON (dpa-AFX) - Das Wachstum der US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal deutlich weniger als erwartet zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei von April bis Juni auf das Jahr hochgerechnet um 1,2 Prozent gewachsen, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Bankvolkswirte hatten mit einer Zunahme um 2,5 Prozent gerechnet. Im Vorquartal hatte das Wachstum noch bei revidierten 0,8 Prozent gelegen. In einer ersten Schätzung war noch ein Anstieg von 1,1 Prozent für das erste Jahresviertel ermittelt worden.
Wachstumszahlen werden in den USA auf ein Jahr hochgerechnet. Sie geben an, wie stark die Wirtschaft wachsen würde, wenn das Tempo ein Jahr lang gehalten würde. In Europa wird auf diese Annualisierung verzichtet. Die europäischen Wachstumsraten sind deshalb geringer und nicht unmittelbar mit amerikanischen Zahlen vergleichbar.

 

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Fußball: Beiersdorfer freut sich über Gestaltungsspielraum beim HSV

Hamburg (dpa) - Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer sieht nach zweijährigem Überlebenskampf mit dem Hamburger SV die Zukunft positiv.
"Wir haben viel verändert und verändern müssen. Nun sind wir an einem Punkt, wo wir versucht haben zu gestalten, den Kader besser zu strukturieren", sagte der 52-Jährige im Trainingslager im ostwestfälischen Harsewinkel. Nach der Trennung von Sportdirektor Peter Knäbel kümmert sich Beiersdorfer auch um die Transfers. Bis jetzt gaben die Norddeutschen etwa 24 Millionen Euro für neue Spieler aus.
"Wir schauen, was der Markt bietet, es ist nicht so, dass wir unter Druck stehen", sagte Beiersdorfer. Die Preise seien explodiert. Nur, wenn sich eine gute Möglichkeit biete, wolle man noch einmal zuschlagen. Möglicherweise kommt noch ein Defensivallrounder hinzu. Mit Hilfe von Investor Klaus-Michael Kühne sind die Norddeutschen liquide.
Die positive Stimmung in der Hansestadt begrüßt der ehemalige Abwehrspieler: "Wir wollen den Schwung mitnehmen, sind selbst aber nicht euphorisch, sondern positiv und realistisch. Auch die Zukunft wird nicht so einfach werden. Ganz nach oben zu kommen wird ein schwerer, harter Weg sein. "

 

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Die Yorckbrücken und andere Orte: Lasst doch mein Berlin wie es ist!

Berlin ist für mich weder das Brandenburger Tor noch der Fernsehturm. Noch weniger ist es der Reichstag und am allerwenigsten dieses brandneue alte Schloss, das sich wie ein Wiedergänger aus den Tiefen unter den Linden herausgräbt. Wenn man mich fragt, welcher Ort am besten den Geist meiner Wahlheimat wiedergibt, zögere ich keine Sekunde: die Yorckbrücken.
Nirgendwo sonst weht der Berliner Esprit so authentisch wie hier, unter diesem Spalier von Eisenbahnbrücken zwischen Schöneberg und Kreuzberg. Mit seinen gusseisernen, antiquierten Säulen erinnert dieses rußschwarze Bauwerk an einen griechischen Tempel, mit der fein dekorierten Gründung und von korinthischen Kapitellen geschmückt. Diese Säulen tragen zwei Dutzend verlassene Eisenbahnbrücken, deren Schienen von Unkraut überwuchert sind. Ich liebe es, langsam mit dem Auto daran vorbeizufahren, den Blick nach oben zu richten und die Weisheiten zu lesen, die dort in weißer Farbe und großen Letter mahnend auf den Balken der Viadukte prangen. Diesmal ist die Botschaft eine umweltfreundliche: keine Rinderzucht auf Regenwaldboden! Boykottiert! No Burger!! Im Laufe ihrer Geschichte haben unzählige existenzielle Wahrheiten die Yorckbrücken geschmückt, manchmal auch nur die simple, amouröse Sehnsucht, ein Vorname, von einem Herz umschlossen. Ich liebe diesen geschäftigen Halbschatten vor der S-Bahn-Haltestelle, diesen Transitort. Nie würde jemand auf die Idee kommen, unter den Yorckbrücken spazieren zu gehen.
Dieser Ort ist emblematisch für diese kleine Insel, die fast ein halbes Jahrhundert lang in der Zeit erstarrt blieb. Einige Berliner Wände – es werden immer weniger – tragen noch heute die Einschusslöcher der letzten Kriegswochen mit sich herum. Und die Brücken über die Yorckstraße sind ein unversehrtes Relikt aus der Zeit davor, wo die Zukunft noch strahlend zu werden versprach. Am Ende des 19. Jahrhunderts wollte die frisch gekürte Hauptstadt des vereinigten Deutschland dem Rest der Welt zeigen, dass sich genau hier die Speerspitze von Technik und Fortschritt einfindet. Die Ingenieure schufen hier ihr chef d’œuvre, ihr Meisterwerk, 24 alte Bahnbrücken überspannen die Straße in einem einzigen Schwung. Darauf befördert wurden Güter, um diese riesige, neugeborene Metropole zu ernähren. Berlin, damals, im Größenwahn!
Und ebenso wie die Yorckbrücken sich nicht verändert haben, hat sich auch in der Umgebung seit dem Mauerfall nichts bewegt. Weit weg vom hippen Berlin- Mitte, findet man hier den Spätkauf mit seinen Plastikstühlen, das Koreanische Restaurant, vom darüber gebauten Neubau eingequetscht, die Shisha Lounge, die sich unheimliche Mühe gibt, cool zu sein. Hier, unter den Yorckbrücken, sind die Raucher noch keine Aussätzigen. Hier sieht man sie noch, früh am Morgen, die Kippe im Mundwinkel. „Raucherlokal. Zutritt unter 18 Jahren verboten!“, warnt das Schild vor einem türkischen Café. Hier serviert man Multi-Kulti-Cocktails: Instant- Zimt-Drink mit Absolut Wodka, löslicher Früchtetee und Chivas Regal. Hier bietet ein Musikgeschäft selbstgebaute orientalische Instrumente an. Eine Fahrschule wirbt mit dem Führerschein für kleines Geld. Und ein Verkleidungsgeschäft verkauft Spezialeffekte, Ballongas und Bärte. Und was sich wohl hinter dem purpurnen Samtvorhang des Tattoo-Ladens verbirgt? Oder hinter dem Kaktusdschungel in der Vitrine des Frisörsalons?
Kürzlich entdeckte ich ein Schild, darauf die Renovierungsankündigung der Yorckbrücken. Mein Herz zog sich zusammen. Auf keinen Fall! Wagt es nicht, diesen magischen Ort zu berühren!
Keine andere europäische Hauptstadt entfesselt so sehr meinen Erhaltungsinstinkt. Den Status quo präservieren, auf keinen Fall etwas ändern! Lasst doch den Rost sich langsam durch die Brücken und ihre Pfeiler nagen. Lasst doch die Natur ihren Platz auf den Schienen zurückerobern. Lasst doch mein Berlin wie es ist! Es braucht eure Flickereien nicht! Ich werfe einen bösen (und zugegebenermaßen absurden) Blick auf alles, was erneuert, säubert, konsolidiert, transformiert, repariert.
Als wäre jeder Pinselstrich, jeder Nagel, jede Schweißnaht ein fundamentaler Verrat an der natürlichen Ordnung der Dinge. Und gleichzeitig ist mir dieser steife Konservativismus suspekt. Natürlich ist etwa das Gleisdreieck , gleich neben den Yorckbrücken, das beste Beispiel dafür, wie man erneuern kann, ohne auszulöschen, wie man ein zweites, magisches Leben entstehen lassen kann, an einem Ort, der Jahre zuvor der Verwahrlosung anheim gefallen ist. Natürlich muss sich Berlin bewegen und mit der Zeit gehen. Aber doch bitte nicht an den Yorckbrücken!
Aus dem Französischen übersetzt von Fabian Federl.

 

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Mit über drei Promille am Steuer

Darmstadt (ots) - Eine 38-jährige Frau ist am Freitagmorgen (29.07.2016) gegen 8.30 Uhr volltrunken am Steuer eines Autos angetroffen worden. Zeugen hatten die Polizei informiert, als die Frau auf den Parkplatz eines Supermarkts in der Kasinostraße gefahren war. Dabei soll sie beinahe eine Familie angefahren haben. Eine Polizeistreife des 1. Reviers ließ die 38-Jährige einen Atemalkoholtest machen, der einen Wert von über drei Promille ergab. Näheres wird die Untersuchung der Blutprobe ergeben, die der Frau entnommen wurde. Ihr Führerschein wurde von der Polizei beschlagnahmt. Zudem wurde sie wegen Trunkenheit im Verkehr angezeigt.

 

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Unbekannte stehlen 60 000 Euro teure Solarmodule

Solarmodule im Wert von 60 000 Euro haben Unbekannte aus einem Solarpark in Strohkirchen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) gestohlen. Die Täter drangen zwischen Donnerstag und Freitag vergangener Woche in den umzäunten Solarpark ein, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Dort demontierten sie rund 280 Solarmodule und transportierten sie mit einem oder mehreren großen Fahrzeugen ab. Hinweise auf die Täter gab es zunächst nicht.

 

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Laichingen - Dieb nimmt Werkzeug mit / In einer Firma in Laichingen-Feldstetten war in der Nacht zum

Ulm (ots) - Der Unbekannte hatte sich auf das Gelände am Lager geschlichen, wo er eine Tür aufbrach. In dem Raum dahinter schnappte er sich eine Werkzeugkiste. Mit dieser silberfarbenen Kiste voller Werkzeug flüchtete der Unbekannte. Ihn sucht jetzt der Polizeiposten Laichingen (Tel. 07333/950960), der wegen des Einbruchs ermittelt.
Vorbeugung: Laut Polizei scheitert fast die Hälfte der Einbrüche. Wie man sich gegen Einbruch und Diebstahl schützen kann, darüber informieren bei den Polizeidienststellen im Land Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen. Für die Menschen Laichingen und Umgebung ist diese unter Tel. 0731/188-1444 zu erreichen. Sie informiert kostenlos, unabhängig, produktneutral und kompetent, welche Sicherungen am Haus sinnvoll sind. Ergänzend bietet die Polizei Tipps unter www.k-einbruch.de.
++++++++++ 1391784
Wolfgang Jürgens, Tel. 0731/188-1111, E-Mail: ulm.pp.stab.oe@polizei.bwl.de

 

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Breslau, die Stadt der Brücken

Die Europäische Kulturhauptstadt 2016, setzte sich ambitionierte Ziele: 400 Projekte in allen künstlerischen Disziplinen und 1000 Kulturveranstaltungen sollen die Besucherzahlen verdoppeln.
29.07.2016 | 14:39 |  von Ute Fuith
( DiePresse.com )
Breslau. Wer über den Breslauer Marktplatz Rynek in Richtung Elisabethkirche schlendert, dort den 90 Meter hohen Turm besteigt, den fantastischen Ausblick genießt und wieder unten am Rynek ankommt, trifft unweigerlich auf eine kleine Schar von Zwergen aus Bronze. Diese sitzen, stehen oder lümmeln mit ihren Zipfelmützen in der gesamten Wrocławer Altstadt herum und haben mittlerweile den Rang von Botschaftern eingenommen.
Nicht nur in touristischer Sicht. Die Wrocławer Gnome waren Sinnbild der Freiheitsbewegung gegen die kommunistische Zwangsherrschaft. In Polen gab es nicht nur Lech Wałęsas Solidarność, sondern auch die avantgardistische Orange Alternative in Wrocław. Initiiert wurde diese zum Teil dadaistisch agierende Widerstandstruppe von „Major“ Waldemar Fydrych. Berühmtheit erlangte der Künstler Anfang der Achtzigerjahre mit seinen Zwergengraffiti, die er auf jene Farbflecken malte, die das damalige Regime über Freiheits- und Antiregierungsparolen der Solidarność-Bewegung gepinselt hatte. Zu Ehren der Orangen Alternative wurde 2004 der erste Zwerg in Wrocław aufgestellt. Inzwischen ist ihre Zahl auf 239 angewachsen.
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Übermalungen waren in Wrocław aber nicht nur ein Mittel des antikommunistischen Widerstands, sondern standen jahrelang auch im Dienst der Geschichtsvermeidung. Wenn bei Renovierungs- oder Umbauarbeiten ein deutscher Straßen- oder Geschäftsname auftauchte, wurde er bis vor einigen Jahren ebenfalls überpinselt. Das kam nicht von ungefähr, denn Breslau stand wie kaum eine andere Stadt im Brennpunkt der wechselvollen Geschichte zwischen Deutschen und Polen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden rund 300.000 Breslauer von der Roten Armee aus ihrer Heimatstadt vertrieben. Auch die Neuansiedlung von Menschen aus dem Osten erfolgte zum Großteil unter Zwangsmaßnahmen.
Diesem Thema widmete sich auch der Beitrag Polens bei der 56. Biennale di Venezia 2015. Die Kunstschau mit dem Titel „Dispossession“ war eines der ersten internationalen Projekte der Europäischen Kulturhauptstadt Wrocław 2016. Künstler aus der Ukraine, Polen und Deutschland widmeten sich darin der historischen Umsiedlungsstrecke Lemberg–Wrocław – Dresden und der Vorstellung von Heimat, im symbolischen wie im räumlichen Sinn.
Das Thema spielt auch im Veranstaltungsreigen der Kulturhauptstadt Wrocław 2016 eine große Rolle. Nach Krakau ist es der niederschlesischen Metropole an der Oder als zweiter polnischer Stadt gelungen, diesen Titel zu erringen. Der Breslauer Stadtpräsident, Rafał Dutkiewicz, erhofft sich von dem ambitionierten Kulturprogramm eine Verdopplung der Besucherzahlen auf sechs Millionen. „Wrocław präsentiert sich als europäische Stadt mit einer einzigartigen Geschichte, eine Stadt mit einem reichen Kulturangebot, die sich dynamisch entwickelt. Wir möchten Brücken zwischen den Nationen bauen, die mit der Geschichte der Stadt verbunden sind, Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft, Ost und West.“
Brücken bauen will auch Andrzej Kosendiak. Er vertraut dabei auf die universelle Sprache der Musik. Der Dirigent ist künstlerischer Direktor des Musikforums in Breslau, das im Vorjahr eröffnet wurde und mit fünf Konzertsälen Platz für rund 2700 Menschen bietet. „Wir begannen unser Projekt vor zehn Jahren“, erinnert sich Kosendiak. Damals dachte noch niemand an die künftige Kulturhauptstadt Breslau. „Aber als wir uns dafür beworben haben, war das Musikforum ein wichtiges Argument dafür.“
Weil das Gebäude im ehemaligen Südflügel des Königsschlosses in der Nähe einer stark befahrenen Straße liegt, musste es vor allem sehr gut isoliert werden, um jegliche Vibration innerhalb des Gebäudes zu vermeiden. Als Material für die Wände wurde eine speziell für Konzertsäle produzierte Betonmischung verwendet.
„Wir wollten einen Raum für Musik auf dem höchsten akustischen Niveau schaffen.“ Das Programm des Musikforums umfasst nicht nur klassische Musik. „Wir bringen auch Jazz und Musik, die junge Leute interessiert“, sagt Kosendiak, denn „gerade in dieser Stadt mit ihrer problematischen Vergangenheit kann einzig und allein Kultur identitätsstiftend sein.“ Im Breslauer Musikforum wurde Ende Dezember auch der Europäische Filmpreis verliehen, eines der wichtigsten Events im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2016. Neben dem Bereich Film, für den Roman Gutek als Kurator zuständig ist, haben noch eine Reihe weiterer Kuratoren das Programm für die Kulturhauptstadt erarbeitet: Zbigniew Maćków für Architektur, Irek Grin für Literatur, Agnieszka Franków-?elazny für Musik, Michał Bieniek für visuelle Künste, Jarosław Fret für Theater, Chris Baldwin für Performance und Ewa Michnik für Oper.
Mit einer gigantischen Performance wurde das Kulturhauptstadtjahr im Jänner offiziell eröffnet. Gemeinsam mit Hunderten von Freiwilligen aus Breslau und ganz Polen inszenierte der britische Performancekünstler Chris Baldwin „Przebudzenie“ (Erwachen). Darin ging es um den Bau, die Zerstörung und den Wiederaufbau Wrocławs.
Mitte Juli fand das Independent-Filmfestival Nowe Horyzonty statt, von 25. bis 30. Oktober geht das American Film Festival über die Bühne, das US-Streifen abseits von Hollywood-Massenware auf die Leinwand bringen wird. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der nordspanischen Metropole San Sebastián, der zweiten Kulturhauptstadt 2016, präsentiert das Festival Nowe Horyzonty (noch bis 31. Juli) zudem einen Überblick über drei Generationen baskischer Filmemacher. Eine Brücke nach San Sebastian schlug auch das musikalische Event Tamborrada. Am Tag des Heiligen Sebastian verkleideten sich zahlreiche Breslauer nach baskischem Vorbild als Köche, Wasserträgerinnen oder Soldaten aus der Zeit Napoleons und zogen trommelnd durch die Straßen. Damit wurde das musikalische Jahr eröffnet, dessen Bandbreite weit gefächert ist.
Zu den noch ausstehenden Höhepunkten zählen die Wratislavia Cantans im September sowie Jazztopad, das One-Love-Sound-Fest und das Wrocław Industrial Festival im November. Insgesamt 54 Ereignisse umfasst die Sparte Musik im Rahmen des Kulturhauptstadtjahrs. Zu den Events zählen neben Musikfestivals auch das Chortreffen Singing Europe, das am 30. Juli und am 6. August 2016 im Nationalen Musikforum stattfinden wird.
Infos: auf Englisch auf der Website www.wroclaw2016.pl und unter www.wroclaw.pl auch auf Deutsch.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2016)

 

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Öko-Test findet krebserregende Stoffe in Rooibos-Tees

Sein samtig weicher Geschmack macht Rooibos-Tee zu einem der beliebtesten Kräutertees der Republik. Hergestellt wird er allein in Südafrika, nur dort wächst der Rotbusch. Mehr als die Hälfte seiner Ernte geht nach Deutschland.
Jedoch: Bereits 2013 wurde festgestellt, dass Rooibostee häufig krebserregende und leberschädigende Stoffe enthält. Öko-Test hat nun Tees aus deutschen Märkten untersucht. Das Ergebnis klingt erschreckend: Entwarnung könne laut Öko-Test für nur drei Marken gegeben werden.
Pyrrolizidinalkaloiden - kurz PA - ist der Stoff im Rooibos-Tee, der krank machen kann. Er ist kein Bestandteil der Rotbusch-Pflanze selbst. Jedoch enthält Greiskraut PA. Und diese Pflanze wächst wiederum in der selben Region wie der Rotbusch und sieht ihm zum Verwechseln ähnlich.
Bei der Rooibos-Ernte gelangt deshalb immer wieder auch Greiskraut in den Tee. Seine krebserregende und leberschädigende Wirkung entfaltet das Greiskraut bereits dann, wenn nur geringe Mengen davon aufgenommen werden - vor allem bei regelmäßigem Konsum.
Der Test orientiert sich an einem Grenzwert, den die Bundesländer 2015 aufgrund einer Empfehlung des Bundesinstitutes für Risikobewertung festgelegt haben. Getestet wurden 22 Produkte, nur drei enthalten "lediglich Spuren von PA".
"Als einzige rundum empfehlen" könne Öko-Test demnach nur die Tees von Gepa, Salus und Tee-Gschwendner. Zwei Drittel der Produkte sei deutlich über den Grenzwert hinausgeschossen, fünf Marken wiesen mehr als das zehnfache des Grenzwertes auf.
Folgende Tees bezeichnet Öko-Test als "nicht sicher": Edeka Rotbusch-Vanille-Tee, King's Crown Rooibos Natur (Rossmann) und Windsor-Castle Rooibos Original. Dabei gehen die Testern von einem 60 Kilogramm schweren Erwachsenen und drei Tassen täglich aus.
Bei Kleinkindern von 15 Kilo und einer Tasse täglich erweitert das Öko-Test-Team die Liste um diese Tees: Abtswinder Bio Rotbuschtee Fairtrade und Tea Friends Bio Premium Rooibush.
Laut Öko-Test haben mehrere Hersteller mitgeteilt, bereits Schulungen der Ernte-Arbeiter und ähnliche Maßnahmen begonnen zu haben. Aldi Süd und Meßmer hätten Gutachten roher und noch nicht fertiger Waren vorgelegt, die geringere Belastungen aufweisen. Edeka, Netto und Bad Heilbrunner hätten ihre Produkte aus dem Handel genommen.
Hier sehen Sie, welche Tees Öko-Test überprüft hat

 

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Microsoft streicht noch mehr Jobs

Wenige Wochen nach dem jüngsten Stellenabbau greift CEO Satya Nadella erneut zum Rotstift. Wieder trifft es die Smartphone-Sparte – und dieses Mal auch den Vertrieb.
Der US-Softwareriese Microsoft streicht erneut tausende Jobs. Zusätzlich zu den im Mai angekündigten 1850 Stellen will das Unternehmen bis zum Ende des Geschäftsjahrs im Juni 2017 weitere 2850 Jobs streichen. Neben der schon schwer dezimierten Smartphone-Sparte seien auch weltweit Stellen im Vertrieb betroffen, heißt es im Jahresbericht des Unternehmens für die US-Börsenaufsicht.
Demnach hat Microsoft zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres (20. Juni 2016) insgesamt 114.000 Mitarbeiter in Vollzeit. Davon arbeiten 63.000 in den Vereinigten Staaten und 51.000 im Ausland. 37.000 Microsofties arbeiten in Forschung und Entwicklung, während 38.000 Mitarbeiter mit Herstellung, Support und anderen operativen Tätigkeiten beschäftigt sind. 29.000 Angestellte kümmern sich um den Vertrieb. Microsoft Deutschland beschäftigt rund 2700 Menschen.
Im vergangenen Geschäftsjahr hat Microsoft den Angaben zufolge rund 7400 Jobs abgebaut. Davon war hauptsächlich die Smartphone-Sparte betroffen. Das war die zweite große Kündigungswelle nach der Übernahme von Nokias Kerngeschäft. Kurz nachdem der von seinem Vorgänger Steve Ballmer eingefädelte Nokia-Deal in trockenen Tüchern war, hatte CEO Satya Nadella 18.000 Stellen gestrichen , der Großteil davon im Smartphohne-Bereich. Von den ursprünglich rund 25.000 Nokianern mussten inzwischen die meisten wieder gehen. ( vbr )

 

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Dieser Kleine flirtet wie ein Großer mit Michelle - TV - Bild.de

Ab 15. Juli werden bei Sat1 wieder die „Superkids“ gesucht. Für die neue Staffel geht Moderator Wayne Carpendale auf Weltreise.
In der neuen Sat.1-Show „Superkids“ bringt Jamie (13) mit ihren Fähigkeiten die Jury zum Staunen. BILD sprach mit der Kandidatin.
Der Kleine entstammt einer Artistenfamilie und erstaunt alle mit seiner Akrobatik. Aber sein noch größeres Talent scheint sein entzückendes Mundwerk zu sein.
Und dann stellt er eine Frage, die ein erwachsener Flirt-Meister beim ersten Kennenlernen einer Herzensdame nie so schnell stellen sollte: „Wie alt bist du?“
Wer ist am Freitag sonst noch dabei?
►Alazare Yerdaw (14) aus Äthiopien macht am Freitagabend einen Weltrekordversuch im „German Wheel“ (Rhönrad).
►Enzo Kok ist 13 Jahre alt und stand bereits mit Geigen-Virtuose André Rieu (66) auf der Bühne. Bei „Superkids“ spielt er mit einer 250 Jahre alten Geige und entzückt die Jury.

 

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Granit Xhaka überzeugt beim FC Arsenal

Arsène Wenger fand den ersten Auftritt von Granit Xhaka "sehr ermutigend".
Borussias Durchschnitts-Platzierung seit 2011: Platz 5
Borussias Durchschnitts-Platzierung in den fünf Jahren davor: Platz 16*
*Wenn man die Meisterschaft in der 2. Bundesliga als Platz 19 wertet
Dass Max Eberl bereit ist, Andreas Christensen zu Borussias Rekordtransfer zu machen, ist seit ein paar Wochen bekannt. Die Bild-Zeitung berichtet, dass sich Gladbach und Chelsea annähern.
Der Chemnitzer FC hat für das Eröffnungsspiel seines neuen Stadion gegen die Borussia am 2. August bereits 12.000 Karten verkauft. Das schreibt der Wochenendspiegel.
Nein, dies ist kein Bild von der Europameisterschaft. Granit Xhaka spielt jetzt eben sowohl in der Nationalmannschaft als auch im Verein in roten Puma-Trikots. Gestern hat er sein Debüt für den FC Arsenal gegeben. Gegen eine Auswahl der US-Liga gewann Arsenal 2:1. Xhaka spielte 45 Minute. (Foto: AFP)
Oscar Wendt ist seit rund 18 Monaten konkurrenzlos. In der kommenden Saison ist der Schwede Führungsspieler – und vielleicht bald Kapitän.
Tobias Strobl beim Schlendern durch die Düsseldorfer Innenstadt.
Am Freitag geht's weiter.
Mo Dahoud in Barcelona - ein sportlicher Anlass für dieses Reiseziel würde ihm und seinen Kollegen in der nächsten Saison sicher auch schmecken.
Nur Christofer Heimeroth, Tony Jantschke und Patrick Herrmann sind schon länger Profis in Gladbach als Oscar Wendt .

 

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Hamburger Oberliga: Ein Meister, der nicht aufsteigen will

Die
Stärken des Gegners zu überhöhen, um von den eigenen Stärken
abzulenken, das ist ein beliebtes Mittel im großen Sport. Man begegnet ihm aber auch in der fünftklassigen Fußball-Oberliga Hamburg. Bevor sie an diesem Freitagabend um 19 Uhr mit der Begegnung zwischen Altona 93 und TuS Dassendorf in eine neue Runde startet, greifen die Manager beider Vereine darauf zurück. Dassendorfs Jan Schönteich kürt Altona zum
"Top-Favoriten" der Liga und sein Pendant Andreas
Klobedanz revanchiert sich mit dem Bonmot, Dassendorf sei "das
Bayern München
der Oberliga".
An beiden Aussagen ist durchaus etwas dran, beide Mannschaften gehören zu den besten der Stadt. Dassendorf holte zuletzt
dreimal in Folge den Meistertitel
in Hamburgs
höchster
Liga. Und Altona will, obwohl es mit einem runderneuerten Kader in die neue Spielzeit geht, unbedingt um den ersten Platz mitspielen. In einem unterscheiden sich die Teams allerdings grundsätzlich: in ihren Aufstiegsambitionen. 
Dassendorf, nahe des Sachsenwaldes am östlichen Stadtrand gelegen, ist drei Mal Meister geworden, hat aber nie für die nächsthohe Spielklasse gemeldet. Altona dagegen hat die Regionalliga als Ziel ausgerufen. "Wir
holen keinen Spieler, der sich in der Oberliga die Beine ausschütteln
will", sagt Manager Klobedanz. Der Wille zum Sprung ist noch größer geworden, nachdem die Mannschaft am Ende der vergangenen Saison statt Dassendorf an Aufstiegsspielen teilnahm und unter dramatischen Umständen scheiterte.
Woher stammt dieses unterschiedliche Anspruchsdenken? Wie kann es sein, dass sich der Hamburger Abo-Meister nicht außerhalb der Stadt, gegen Gegner aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein, beweisen will und lieber anderen den Vortritt lässt? 
Um Antworten zu finden, muss man sich zunächst bewusst machen, wo die beiden Vereine ihre Heimspiele austragen. Altona tritt im fünftältesten
Fußballstadion
Deutschlands an, der 1908 eröffneten
Adolf-Jäger-Kampfbahn,
und ist nach dem HSV und dem FC St. Pauli Hamburgs drittbeliebtester
Fußballclub. In der vergangenen Oberliga-Saison kamen im Schnitt 668
Zuschauer. Das ursprüngliche Ambiente im Stadion in Bahrenfeld lockt Fans an, die auf den sogenannten großen Fußball keine Lust mehr haben oder ihn nie attraktiv fanden.
Dassendorf indes hat
überhaupt
kein Stadion, sondern eine Spielstätte, an der nur
ein mit Gras übersäter
Hang ins Auge fällt, von dem man nicht nur einen guten Blick auf das Spielfeld, sondern auch in die benachbarten Gärten hat.
Um ein bisschen
Stimmung herbeizuführen, versuchte der Dauermeister vor
einigen Monaten, die Ultra-Gruppierung eines damals in der
Kreisklasse spielenden Nachbarclubs abzuwerben. Vergeblich.
Altona
und Dassendorf stehen vor einer
hohen Schwelle. Zwischen der 4. und 5. Liga verläuft die maßgebliche
Grenze im deutschen Fußball. In der
Oberliga spielen,
trotz der Tatsache, dass sich auch dort schon Geld verdienen lässt, Amateure,
in der 4. Liga spielen Halb- und Vollprofis. Vereinen, die in der
Regionalliga spielen, schreibt der DFB eine Tribüne und hohe Sicherheitsauflagen vor. Und es kommen erheblich höhere Kosten auf sie zu, allein schon wegen der weiteren Auswärtsfahrten. Altona spielte zuletzt in der Saison 2008/09 in der
Regionalliga – und das Abenteuer endete in einem finanziellen
Desaster. Lange
scheute man das wirtschaftliche Risiko daher, doch weil der Verein seit
vergangenem Herbst zwei Großsponsoren hat, erscheint die 4. Liga
möglich. Neben dem langjährigen Hauptförderer Barthel Armaturen gibt es mit Perlwitz Armaturen einen weiteren "Premium-Partner", wie man es im Verein formuliert.
Bei
Dassendorfs Anti-Regionalliga-Haltung spielen finanzielle Aspekte
keine Rolle. "Geld
ist nicht unser Problem", sagt Manager Schönteich. Der
Sponsor des Klubs ist
seit vielen Jahren der Unternehmer Michael Funk, der in
Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit mehreren
Immobilienfirmen aktiv ist. Dank seiner Zahlungen haben zuletzt diverse
Ex-Profis ihren fußballerischen Lebensabend auf dem Dorf verlebt. Zur neuen
Saison ist
Marcel von
Walsleben-Schied, der vor seiner Heirat unter dem Marcel Schied
bekannt war, nach Dassendorf gewechselt. Der 33-Jährige,
der unter anderem bei Hansa Rostock unter Vertrag stand, kann sogar
ein Länderspiel
für
die deutsche U21-Nationalmannschaft vorweisen.
Aber
es gibt im Leben immer Probleme, die sich mit Geld nicht lösen
lassen. Die
Dassendorfer Gemeindeverwaltung wolle keinen Regionalligafußball vor
ihrer Haustür, sagt Schönteich. Die Lokalpolitiker argumentieren
mit Lärm- und Anwohnerschutz. Hinzu kommt, dass der Norddeutsche
Fußballverband verlangt, dass ein Regionalliga-Verein über eine A-,
B- und C-Jugendmannschaft verfügt. Der Verein hat aber nur eine C-Jugend. Dassendorf ist nun
mal kein Ballungsgebiet, es leben nur knapp 3.000 Menschen dort.

 

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Papst warnt Polen: "Abschottung ist keine Lösung"

Bei seinem Besuch in Polen hat Papst Franziskus die politische Führung davor gewarnt, sich in der Flüchtlingsfrage politisch zu isolieren. Er rief das Land auf, die eigene Vergangenheit zu überwinden und "Göttliches" zu schaffen.
Polen dürfe nicht "der Versuchung nachgeben, sich abzuschotten": Mit diesen Worten erneuerte Papst Franziskus während seines Besuches in Polen anlässlich des katholischen Weltjugendtages seine Ermahnung an das Land, sich in der Flüchtlingsfrage nicht international zu isolieren.
Bei einer Messe unter freiem Himmel zum 1050. Jahrestag der sogenannten Taufe Polens am Nationalheiligtum in Tschenstochau appellierte er an die politische Führung des Landes, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Dagegen hatte sich die polnische Regierung in Warschau bisher strikt geweigert. Vor etwa 100.000 Gläubigen betonte Franziskus, Polen müsse das Unrecht und die Verwundungen der Vergangenheit überwinden. Jetzt gelte es, trotz aller Differenzen eine Gemeinschaft für alle bauen. Denn sich an andere zu verschenken, Distanzen aufzuheben, im Kleinen zu wohnen und konkret im Alltäglichen zu leben sei in vortrefflicher Weise göttlich, sagte er.
Mit Spannung erwartet wird der morgige Besuch des Papstes im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz. Seine Vorgänger Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hatten dort Reden halten. Bei Franziskus hingegen sollen Schweigen, Gebet und Mitgefühl im Vordergrund stehen. Nach Angaben des Vatikans will er die einzigen Worte, die von seinem Besuch bleiben sollen, in das Gästebuch der Gedenkstätte schreiben. Am Sonntag steht eine große Messe zum Abschluss des Weltjugendtages in Krakau auf dem Programm. Dazu werden eine halbe Million Jugendliche erwartet.

 

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Söder: "'Wir schaffen das' nicht das richtige Signal

Markus Söder (CSU) macht Stimmung gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Mich hat das gestern nicht überzeugt", sagte der bayerische Finanzminister am Rande einer Klausur des bayerischen Kabinetts in St. Quirin am Tegernsee. "In dieser Zeit zu sagen 'Wir schaffen das' ist nicht das richtige Signal. "
Söder bezog sich auf Äußerungen der Kanzlerin nach den Anschlägen von Ansbach und Würzburg sowie dem Amoklauf von München. Merkel hat ihren Urlaub unterbrochen und ist am Donnerstag vor die Presse getreten. Sie kündigte einen "Neun-Punkte-Plan" gegen den Terror an und sagte erneut den inzwischen historischen Satz "Wir schaffen das". Sie sei heute wie damals davon überzeugt, dass Deutschland es schaffe, die Flüchtlingsfrage zu meistern. Dies sei eine "historische Aufgabe". Die Debatte um Merkels Flüchtlingspolitik war wieder aufgekommen, da die Täter von Ansbach und Würzburg, die zahlreiche Menschen teils schwer verletzt hatten, Flüchtlinge  waren.
Darauf hob Söder in seiner Kritik an Merkel ab, als er sagte: "Es ist und bleibt ein historischer Fehler, die Grenzen unkontrolliert zu öffnen. " Er sei in dieser Sache weitgehend einer Meinung mit Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer. "Bei dem Thema ist Blauäugigkeit das falsche Konzept. " Es wäre besser den Menschen zu sagen: "Wir haben verstanden. "
Weiter sagte Söder, er habe sich von der Pressekonferenz Merkels am Donnerstag mehr erwartet. "Ich glaube, es war zu wenig. 'Wir schaffen das' ist mir einfach zu wenig. " Der beste Schutz gegen Terrorismus sei, keinen Terroristen im Land zu haben, sagte der CSU-Politiker. "Deshalb muss die Zuwanderung reduziert werden. " Merkels Neun-Punkte-Plan müsse intensiviert und durchgesetzt werden. "Unsere Gesellschaft wird angegriffen", sagte Söder.

 

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Unter Windows 10 Pro gelten bald nicht mehr alle Gruppenrichtlinien

Mit Windows 10, insbesondere dem "Anniversary Update", ändert Microsoft die Anwendungslogik von Gruppenrichtlinien. Künftig entscheidet nicht nur die Version des Betriebssystems (Windows 7/8/10), sondern auch die Edition (Pro, Enterprise).
Bisher konnten Firmen-Admins die professionellen Editionen des Client-Windows (Pro und Enterprise) zentral über Gruppenrichtlinien konfigurieren und so das Aussehen und das Verhalten der PCs mit einem Satz von Einstellungen vorgeben. Diese Vorgaben galten immer für alle Clients mit derselben Windows-Version. Ausgenommen von dieser Technik waren stets die Home-Ausgaben, bei denen man aber über Registry-Schlüssel lokal meist dieselben Einstellungen vornehmen konnte.
Für welche Editionen von Windows 10 eine Gruppenrichtlinie gilt, muss man im Kleingedruckten nachlesen.
Mit Windows 10 behandelt Microsoft die Firmen-Ausgaben erstmals unterschiedlich. Schon in dem Release 1511 vom November 2015 gab es einzelne Einstellungen, die sich nur mit der Enterprise Edition von Windows 10 steuern ließen, aber nicht mit "Pro" – etwa das Deaktivieren des Stores oder die Telemetrie-Einstellungen, bei denen sich nur bei Enterprise einstellen lässt, dass gar nichts übertragen wird.
Mit dem "Anniversary Update" wird Microsoft diese Unterscheidungen noch häufiger einsetzen. Die bereits bekannten Bereiche, in denen das geschehen wird, betreffen größtenteils die Benutzeroberfläche und hier wiederum größtenteils die Anbindung an den Store und die Store-Apps. [Update 29.07.16 16:00: Auch der auf PCs ohne Touch-Display nutzlose Sperrbildschirm, den man wegklicken muss, um zum Anmeldeschirm zu kommen, lässt sich nicht mehr deaktivieren. ] Nach dem Update wird es mit Pro-Ausgaben von Windows 10 nicht mehr möglich sein, das Verhalten zentral zu steuern. Und ganz nebenbei werden auch Umwege verschlossen, zum Beispiel die Manipulation per Registry-Schlüssel. Unternehmen, die hier weiterhin steuernd eingreifen wollen, benötigen dann die (teure) Enterprise-Edition des Betriebssystems.
Ärgerlich ist das vor allem für Admins in kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die in aller Regel die Pro-Edition einsetzen. Nur für diese gab es nämlich das am heutigen 29. Juli auslaufende Angebot zum kostenlosen Umstieg von Windows 7/8.1 auf Windows 10. Die Enterprise Edition ist nicht nur beim Kauf teurer, sondern sie erfordert laufende Zahlungen an Microsoft über die "Software Assurance" – und man durfte sie nicht kostenlos auf Windows 10 aktualisieren. In der Praxis setzen daher fast nur Konzerne mit Unternehmensverträgen die teure Enterprise Edition ein. Anscheinend zieht man in Redmond nun die Daumenschrauben etwas enger, um auch kleinere Firmen zu der teuersten Windows-Ausgabe zu drängen.
Einen Überblick über die betroffenen Einstellungen bietet ein Beitrag auf gHacks Tech News . ( axv )

 

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Rheinbahn veranstaltet Sonderfahrt am 4. August

Beginn der Fahrt ist laut Rheinbahn um 16 Uhr, Startpunkt der Tour ist der Düsseldorfer Hauptbahnhof, Bahnsteig 6 (Haltestelle der Linie 707 in Richtung Unterrath). Um 19 Uhr endet die Fahrt am Graf-Adolf-Platz - in unmittelbarer Nähe zur Königsallee und zum Pokémon-Hotspot Girardet-Brücke.
Damit die Poké-Bahn auch von außen gut zu erkennen ist, wird die sonst für Partyausfahrten genutzte Oldiebahn der Rheinbahn aus dem Jahr 1969 mit Pikachu und Co. dekoriert - und fährt extra langsam durch die Stadt, damit die Fans möglichst viele Pokémon fangen können.
Die Rheinbahn folgt mit dieser Sonderfahrt ihren Kollegen aus München und Augsburg , die bereits ähnliche Fahrten organisiert haben.
Die Karten für die Fahrt kosten acht Euro, weitere Informationen gibt es unter www.rheinbahn.de .

 

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Chef der Polizeischule in Eutin muss gehen

Die Polizeischule des Landes Schleswig-Holstein in Eutin (Kreis Ostholstein) bekommt einen neuen Chef. Es ist Michael Wilksen, der bislang die Polizeidirektion Ratzeburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) führte. Das teilte das Landespolizeiamt mit und bestätigte einen Bericht der "Kieler Nachrichten". Wilksen folge in Eutin auf Jürgen Funk, in dessen Amtszeit der Sexismus-Skandal um mehrere Polizeischüler fiel. Die Ausbildungseinrichtung stand seit Wochen in der Kritik. Drei Anwärterinnen hatten Mobbing und Sexismus in ihrem Ausbildungsjahrgang angeprangert. Außerdem soll es rassistische Kommentare gegeben haben. Einem der Beschuldigten bescheinigte das Innenministerium nach massiven öffentlichen Diskussionen, dass ihm die charakterliche Eignung für den Polizeidienst fehle. Der Mann wird laut Ministerium entlassen.
Einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen und dem Personalwechsel gibt es laut der Mitteilung aber nicht. Das Landespolizeiamt verwies stattdessen auf "eine regelmäßige Rotation der Behördenleiter". Funk übernimmt im Gegenzug die Leitung der Polizeidirektion Ratzeburg von Wilksen. Die Führung der Landespolizei lege "großen Wert auf die umfassende Kompetenz und stete Kompetenzerweiterung der Behördenchefs", erklärte Sprecher Jürgen Börner. Landespolizeidirektor Ralf Höhs sprach von neuen Perspektiven und Denkansätzen, die die Verlässlichkeit und Qualität der polizeilichen Arbeit sicherten. Funk stand seit März 2011 an der Spitze der Aus- und Fortbildungsstätte in Eutin.
CDU-Innenpolitiker Axel Bernstein warf Innenminister Stefan Studt (SPD) einen unwürdigen Umgang mit Funk vor. Beide hatten noch am Dienstag gemeinsam den ersten Spatenstich für eine neue Trainingshalle der Polizei gesetzt. "Zwei Tage später lässt er ihn völlig überraschend ablösen", rügte Bernstein. Die Behauptung, es handle sich um eine regelmäßige Rotation der Behördenleiter, sei offenkundig an den Haaren herbei gezogen. "Ich kenne niemanden, der von dieser angeblich üblichen Praxis weiß", sagte Bernstein. Studt müsse erklären, wann die letzten fünf regelmäßigen Rotationen stattgefunden haben. Das Landespolizeiamt bestätigte NDR 1 Welle Nord bereits, dass der neue starke Mann in Eutin, Michael Wilksen, zuvor erst seit einem Jahr für die Polizeidirektion Ratzeburg zuständig war.
Die Deutsche Polizeigewerkschaft in Schleswig-Holstein geht "eindeutig" davon aus, dass die Versetzung im Zusammenhang mit den Sexismus-Vorwürfen gegen die Polizeischüler steht. Die Gewerkschaft sieht darüber hinaus auch kein Fehlverhalten bei Ausbildungsleiter Funk. Der Wechsel bringe nur sehr viel Unruhe in die Landespolizei, so ein Sprecher. Auch Funks ursprüngliche Entscheidung, kein Disziplinarverfahren gegen die Polizeianwärter einzuleiten, "habe man durchaus so treffen können", erklärte der Sprecher.
Piraten-Fraktionschef Patrick Breyer hatte die Vorfälle in der Polizeischule an die Öffentlichkeit gebracht. Er sprach nach den jüngsten Entwicklungen von einem "gravierenden Fall von Führungsversagen". Er forderte eine unabhängige Stelle für interne Ermittlungen. Funks Ablösung gehe am Kern des Problems vorbei. Nur eine externe, unabhängige Stelle für interne Ermittlungen gewährleiste, dass massive Vorwürfe nie wieder unter den Teppich gekehrt werden können, so Breyer.

 

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Frau nach schwerem Verkehrsunfall in Obertilliach gestorben

Obertilliach – Nach einem schweren Verkehrsunfall auf der Gailtalstraße (B111) in Obertilliach am Donnerstagnachmittag ist eine 80-jährige Kärntnerin gestorben. Die Lenkerin war gegen 15.25 Uhr von Kartitsch in Richtung Untertilliach unterwegs. Ihr 89 Jahre alter Ehemann saß auf dem Beifahrersitz. Bei Obertilliach geriet der Wagen plötzlich auf die Gegenspur und kollidierte mit einem entgegenkommenden Auto eines Kärntners.
Die schwerverletzte 80-Jährige wurde mit dem Notarzthubschrauber in das Krankenhaus Klagenfurt eingeliefert. Dort erlag sie am Freitag ihren Verletzungen. Ihr Ehemann wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades von einem weiteren Rettungshubschrauber in das Spital in Bruneck gebracht. Der 23-jährige Lenker des anderen Autos wurde ebenfalls verletzt und von der Rettung in das Lienzer Krankenhaus eingeliefert.
Die B111 war während der Aufräumarbeiten für rund eine Stunde gesperrt. Die beiden Fahrzeuge wurden schwer beschädigt. ( TT.com )

 

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Schüsse in San Diego: Ein Polizist getötet

Der Beamte und ein verletzter Kolllege hatten ein Auto angehalten. Zunächst war unklar, ob sie absichtlich in einen Hinterhalt gelockt wurden.
29.07.2016 | 14:26 | 
( DiePresse.com )
Im kalifornischen San Diego ist ein Polizist durch Schüsse getötet worden, ein weiterer wurde verletzt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hatten die beiden Beamten zunächst per Funk nur gemeldet, dass sie ein Auto anhalten wollten, kurz darauf aber forderten sie dringend Verstärkung an. Als Kollegen eintrafen, fanden sie die beiden mit Schusswunden vor, einer von ihnen starb später im Spital.
Unklar war zunächst, ob sie in einen Hinterhalt geraten waren. Die Polizei leitete eine Fahndung nach den Tätern ein, ein Mann lateinamerikanischer Herkunft wurde festgenommen.
Nach gezielten tödlichen Angriffen auf Polizisten in Dallas und Baton Rouge ist die Stimmung in den USA aufgeheizt. Beide Polizistenmörder hatten auf jüngste Fälle tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze reagiert.
(APA/AFP)

 

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300.000 Menschen in Aleppo sitzen fest: Kein Ausweg aus Todeszone

Damaskus - Nach der Einrichtung von Fluchtkorridoren im syrischen Aleppo haben nach Angaben von Aktivisten nur wenige der eingeschlossenen Einwohner die umkämpfte Stadt verlassen können. Die Rebellen hätten ihre Kontrollen verstärkt, um die Menschen an der Flucht zu hindern, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag.
Nur einem dutzend Zivilisten ist demnach die Flucht aus einem der von den Aufständischen kontrollierten Vierteln gelungen.
Russland hatte am Donnerstag verkündet, den Bewohnern sowie Kämpfern, die ihre Waffen niederlegen, einen Weg aus der belagerten Großstadt zu ermöglichen. Zusammen mit den syrischen Regierungstruppen sollten dafür insgesamt vier Fluchtkorridore eingerichtet werden.
Helikopter warfen Flugblätter mit Fluchtrouten ab
Hubschrauber hatten anschließend Flugblätter über den Rebellenvierteln abgeworfen. Darauf waren die Routen verzeichnet, über die Bewohner die Stadt verlassen könnten. Zudem seien in einigen Vierteln Lebensmittel und Windeln abgeworfen worden.
Die UNO wurde nach eigenen Angaben von der Ankündigung überrascht und rief Russland dazu auf, UN-Experten die Verwaltung der Fluchtkorridore zu überlassen. Wenn es um humanitäre Hilfe gehe, seien UN-Organisationen aufgrund ihrer Expertise am besten geeignet, erklärte der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura. Zudem müsse klar sein, dass die Korridore tatsächlich geschützt und nicht aus der Luft oder vom Boden aus beschossen würden.
Ungeachtet dessen setzten die Regierungstruppen und die mit ihnen verbündete russische Armee am Freitag ihre Luftangriffe auf die belagerten Rebellenviertel in Aleppo fort, wie die Beobachtungsstelle weiter mitteilte. Die oppositionsnahe Organisation stützt sich auf ein dichtes Netz von Informanten, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.
Drastische Lebensmittelknappheit
Die humanitäre Situation in der Stadt ist nach Angaben von Menschenrechtsbeobachtern verheerend. Syrische Regierungstruppen und ihre Verbündeten hatten vor gut zwei Wochen die letzte Versorgungsroute in die Rebellenviertel im Osten Aleppos abgeschnitten. Es gebe kaum noch Brot, Milch, Obst und Gemüse, teilte die Beobachtungsstelle mit. Auch Treibstoff sei knapp. Die Preise seien in den vergangenen Tagen noch einmal drastisch gestiegen.
Große Teile der Stadt liegen in Trümmern. Die Vereinten Nationen schätzen, dass bis zu 300.000 Menschen in den Rebellenvierteln eingeschlossen sind.
Ärzte ohne Grenzen: Blutbad muss gestoppt werden
Vier von Ärzte ohne Grenzen unterstützte Kliniken im Osten Aleppos seien alleine in dieser Woche beschädigt worden, teilte die Organisation mit. Es lägen entsetzliche Berichte vor. Schwerverletzte und Kranke müssten evakuiert werden. „Alle, die Einfluss haben, müssen dazu beitragen, dieses Blutbad zu stoppen.“
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz forderte, die Bewohner sollten selbst entscheiden, ob sie die Stadt verlassen oder bleiben wollten. So oder so müsse ihnen Schutz garantiert werden. Eine „humanitäre Pause“ in allen von Gewalt betroffenen Teilen Aleppos sei dringend nötig.
„Größte humanitäre Tragödie“ im Syrien-Krieg droht
Die EU warnte, dass die restlichen Vorräte an Lebensmitteln ohne einen schnellen Zugang für humanitäre Hilfe in den kommenden Wochen aufgebraucht sein könnten. „Aleppo könnte dann zur größten humanitären Tragödie in diesem Konflikt werden“, kommentierten die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini und Krisenmanagement-Kommissar Christos Stylianides.
In den USA schürte die Ankündigung der syrischen Armee Sorgen, dass die Regierungstruppen eine Offensive zur vollständigen Übernahme der Stadt vorbereiten könnten. „Die unschuldigen Menschen von Aleppo sollten in der Lage sein, sicher zu Hause zu bleiben und Zugang zu humanitärer Hilfe zu bekommen“, sagte US-Außenamtssprecher John Kirby. „Dem haben Russland und das Regime im Grundsatz zugestimmt.“ (TT.com, APA/AFP)

 

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MDR-Dokuframa in Guido-Knopp-Machart: 13. März 1943: Attentat auf Hitler scheitert

In diesen Zeiten von Selbstmordattentaten fällt es beinahe schwer, das Scheitern eines Anschlags auf Adolf Hitler zu verstehen. Über 40 missglückte Versuche hat es wohl gegeben; darunter das Bombenattentat am 13. März 1943. Es ist heute kaum bekannt, denn – es passierte nichts. Die präparierte Zeitzünderbombe in Hitlers Flugzeug versagte in zu großer Kälte.
Es ist nicht ganz einfach, ein Nicht-Ereignis filmisch darzustellen. Autor und Regisseur Frank Gensthaler unternimmt es in dem 45-minütigen MDR-Dokudrama „Hitler. Ein Attentat und die Drahtzieher aus Magdeburg“. Die bewährte Guido-Knopp-Mischung kommt zum Tragen: ein Erzähler – Martin Brambach mit seiner sonoren Stimme –, mehrere Historiker, auch von der Bundeswehr, Quasi-Zeitzeugen – die vier Söhne des einen Attentäters –, zeitgenössisches Filmmaterial und natürlich Spielszenen.
Was sich schwer vermitteln lässt, ist die ethische Dimension des Attentatsversuchs, die Zeit bis zum Entschluss, das quälend lange Durchhalten, bis die vermeintliche Stunde gekommen ist. Die Schauspieler, die die Attentäter Henning von Tresckow und Fabian von Schlabrendorff verkörpern, Holger Handtke und Andreas Berg, haben in „Oh, mein Gott“ schon so ziemlich das Äußerste an Text zu meistern; die Informationen kommen von den Söhnen und Ausschnitten eines TV–Interviews mit Schlabrendorff aus dem Jahr 1980.
Worüber der Zuschauer staunt, ist die Unbekümmertheit, mit der die Offiziere sich verschwören konnten. Fiel niemandem auf, dass sie im Wald englische Sabotagemunition zündeten? 45 Minuten sind nicht lang, immerhin weiß Regisseur Gensthaler die Spannung gut zu steigern, bis – ja, bis eben der Anruf kommt, Hitler sei sicher gelandet. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 beging der gebürtige Magdeburger Tresckow Selbstmord. Schlabrendorff, geboren in Halle, geriet in die Hände der Gestapo, verriet niemanden und überlebte. Bernhard Schulz
„Hitler. Ein Attentat und die Drahtzieher aus Magdeburg“, MDR, Sonntag, 20 Uhr 15

 

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Jubiläum bei "Inspector Barnaby": Teatime mit Leiche

Nirgendwo ist es gefährlicher als in Midsomer. Hier, mit saftig grünen Wiesen, weiten Tälern und plätschernden Bächen, ab und an von kleinen beschaulichen Ortschaften durchbrochen, in denen hübsche alte Miss Marple-Häuschen im postviktorianischen Stil umherstehen, hier hat das Böse sein Zuhause.
Seit „Inspector Barnaby“ am 23. März 1997 im englischen Fernsehsender ITV auf Sendung ging, sind in den vergangenen 19 Jahren etwa 300 Menschen zu Tode gekommen. Selbst Queen Elizabeth, begeisterte „Inspector Barnaby“-Zuschauerin, soll humorig angemerkt haben, ob es bei einem solch bemerkenswert hohen Aufkommen an dezimierten Bewohnern in der Grafschaft dort nicht irgendwann zu einem Bevölkerungsschwund komme.
In Midsomer das Zeitliche zu segnen, das hat seinen ganz besonderen brutal-blutrünstigen Reiz: Wahlweise trifft es die armen, stets hübsch drapierten Opfer, indem sie mit Pfeil und Bogen ins Jenseits befördert werden, in einer Zwergen-Modell-Stadt auf dem Fußboden festgezurrt und vorher malträtiert werden, oder auch, indem ihnen das cineastische Nachahmen alter britischer Grusel- und Horrorfilme zum Verhängnis wird.
In Deutschland ging „Inspector Barnaby“ am 26. Juni 2005 auf Sendung, auch wenn es hierzulande nicht die in England üblichen sechs Millionen Zuschauer sind, so gehört die Reihe längst auch zu des Deutschen liebstem Fernsehzeitvertreib. Dem paradiesischen Morden im von der Moderne unberührten Good Old England beizuwohnen, das verspricht einen wohlig warmen Schauer. Bei Butter Biscuits und Darjeeling Tee ließ es sich gut zusehen, wie der englische Schauspieler John Nettles den Detective Chief Inspector aus der fiktiven Ortschaft Causton gab.
Nettles vermochte es, Understatement, Selbstironie und Humor in die Figur des etwas spröden Tom Barnaby einzubringen, für den die Auflösung des Falles immer das Wichtigste darstellte, sehr zum Leidwesen von Tochter Cully (Laura Howard) und Ehefrau Joyce (Jane Wymark). Die beiden Frauen trugen’s mit Fassung. Ebenso die drei Assistenten. Der dritte, Detective Sergeant Ben Jones (Jason Hughes), war mit Abstand der beste. Es mag „Barnaby“-Fans geben, die nicht zuletzt wegen der sympathischen Figur des Ben Jones einschalteten.
Dann kam der Bruch. John Nettles wollte nach dreizehn Staffeln nicht länger Tom Barnaby sein. Nettles hört 2011 auf. Tom Barnaby und Familie folgt sein jüngerer Cousin John Barnaby, schneidig-charmant dargestellt von Neil Dudgeon.
Der Cousin zieht von Brighton nach Causton, mit attraktiver Ehefrau Sarah Barnaby (Fiona Dolman) und dem kecken Terrier Sykes. John Barnaby nimmt umgehend die Ermittlungen in Midsomer auf, und eine der weltweit erfolgreichsten britischen Fernsehreihen wird mit Staffel vierzehn fortgesetzt. Inzwischen ist Staffel neunzehn in Produktion.
Nun hat „Inspector Barnaby“ die 100. Folge erreicht. Es ist das erste Mal, dass Barnaby sich außer Landes begibt. Kopenhagen ist sein Ziel, begleitet wird er vom neuen Assistenten Charlie Nelson (Gwilym Lee). In die dänische Metropole verschlägt es das Duo, da dort im noblen Palace Hotel der aus Midsomer stammende Keksfabrikant Eric Calder tot zusammenbricht. Barnaby und Nelson zur Seite steht ein patentes dänisches Damen-Duo.
Inspector Barnaby mag nicht so recht nach Kopenhagen passen, und es ist gut, dass er bald schon ins heimische Midsomer zurückkehrt, gerade noch rechtzeitig, um Ehefrau Sarah bei der Geburt des gemeinsamen Töchterchens Betty beizustehen. Wer weiß, wenn Neil Dudgeon eines Tages nicht mehr will, vielleicht übernimmt dann ja Betty Barnaby die Aufklärung der herrlich schrulligen „Midsomer Murders“?
„Barnaby muss reisen“, ZDF, Sonntag, 22 Uhr

 

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Sharp bleibt in der Verlustzone

Der japanische Elektronikkonzern Sharp schreibt weiter rote Zahlen. Der Umsatz des LCD-Produzenten sank um 31,5 Prozent.
Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erneut rote Zahlen geschrieben. Wie das in Osaka ansässige Unternehmen am Freitag bekanntgab, fiel zwischen April und Juni unter dem Strich ein Minus von 27,4 Milliarden Yen (236 Millionen Euro) an. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte ein Fehlbetrag von 33,9 Milliarden Yen in den Büchern gestanden. Hintergrund ist das weiter schwache Geschäft mit LCD-Bildschirmen.
Der Umsatz sank um 31,5 Prozent auf 423,4 Milliarden Yen. Eine Prognose für das noch bis zum 31. März 2017 laufende Geschäftsjahr gab der Konzern nicht ab. Man müsse zunächst die Auswirkungen der Übernahmevereinbarung mit Foxconn abschätzen.
Foxconn hatte Sharp im April für 3 Milliarden Euro übernommen. Es ist die erste Übernahme eines großen japanischen Elektronikkonzerns durch ein ausländisches Unternehmen. Sharp war ein Pionier bei flachen LCD-Bildschirmen, geriet in den vergangenen Jahren jedoch durch koreanische und chinesische Konkurrenz massiv unter Druck. ( dpa ) /
( mls )

 

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"Gratis-iPhone für Asylanten": Caritas will Hofer-Unterstützer klagen

Caritas und Hartlauer dementieren ein Gerücht, das Unterstützer von Norbert Hofer via Facebook verbreiten.
29.07.2016 | 14:22 | 
( DiePresse.com )
Asylwerber sollen Handys von Hilfsorgansiationen und/oder Unternehmen geschenkt bekommen - dieses Gerücht macht seit einem Jahr in sozialen Medien die Runde und wird ebenso lange von allen Betroffenen als falsch zurückgewiesen. Derzeit sorgt ein entsprechendes Posting auf einer Facebook-Seite von Unterstützern des FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer für Aufregung. "Hartlauer Mitarbeiter bricht Schweigen: Asylant kauft auf Kosten der Caritas ein I-Phone (sic!) um 900,-! Anruf bei Caritas. Kein Problem! ", heißt es in dem Beitrag wörtlich.
Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner bezeichnete das am Freitag als "bösartiges Märchen". An Hofer gerichtet zeigte sich Schwertner "entsetzt und enttäuscht, mit welchen Mitteln Ihre Unterstützer arbeiten und wie in einem Wahlkampf Stimmung gegen die Caritas gemacht wird. " Man prüfe eine Klage.
Auch Hartlauer dementierte die Geschichte: es handle sich "einfach um Falschmeldungen", schrieb das Unternehmen auf Facebook.
Mittlerweile haben auch die Betreiber von "Wir unterstützen Norbert Hofer" das Dementi gepostet. Und sie betonen: "Wir sind völlig unabhängige Freiwillige. "
(Red.)

 

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So liefen die Dreharbeiten in den Favelas von Rio

Bewohner, Polizisten und Drogenkartelle müssen zustimmen, damit man in einer brasilianischen Favela drehen darf. Über die Arbeit an der Virtual-Reality-Reportage "Im Schatten der Spiele. "
Alle Virtual-Reality-Reportagen aus Rio finden sie hier.

 

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Übernahme von Kaiser's Tengelmann: Edeka einigt sich mit Verdi in Berlin

An Verdi und Edeka soll die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann nicht scheitern. Am Donnerstagabend verständigten sich beide Seiten auf einen Tarifvertrag für Berlin und setzten damit eine erste Vorgabe aus der Ministererlaubnis um, mit der Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Übernahme der Kaiser’s Filialen mit 15.649 Beschäftigten erlaubt hatte. In Berlin sind es 5668 Arbeitnehmer in 120 Filialen, die zum Teil mit deutlichen Gehaltserhöhungen rechnen können und deren Arbeitsplätze in den kommenden fünf Jahren sicher sind – sofern der Tarifvertrag überhaupt wirksam wird. Daran gibt es Zweifel, nachdem das Oberlandesgericht Düsseldorf vor gut zwei Wochen die Ministererlaubnis vorläufig außer Kraft gesetzt hatte. Begründung: Der Minister sei befangen gewesen und habe „Sechs-Augen-Gespräche“ mit den Chefs von Edeka und Kaiser’s Tengelmann geführt, und zum Zweiten sei die mit der Ministererlaubnis verfügte Arbeitsplatzsicherung ohne „Gemeinwohlbelang“. Dieses Argument hatte vor allem bei Gewerkschaften für Fassungslosigkeit gesorgt.
„Arbeitsplatzsicherheit, Tarifbindung und gute Arbeitsplätze – dafür sorgt die Ministererlaubnis“, sagte die Berliner Tarifverhandlungsführerin von Verdi, Erika Ritter, am Freitag auf Anfrage. Am Donnerstagabend hatte sie sich nach unzähligen Verhandlungen mit Edeka auf einen Tarif verständigt, der neben dem Kündigungsschutz auch mehr Geld für bestimmte Beschäftigtengruppe vorsieht. So fallen die 552 Arbeitnehmer der Kaiser’s Berlin GmbH, in der die ehemaligen Betriebe von Meyer Beck aufgegangen sind, künftig unter den Flächentarifvertrag. Das führt zu einer Gehaltsanhebung. Und die rund 1500 Aushilfen, die Kaiser’s in Berlin beschäftigt, bekommen künftig nicht mehr den Mindestlohn von 8,50 Euro, sondern Ritter zufolge einen tariflichen Stundenlohn von 12,18 Euro im West- und 11,81 Euro im Ostteil der Stadt. Das Gericht müsse nun entscheiden, „ob die Absicherung von tausenden von Beschäftigten und Vereinbarungen zu guten Arbeitsbedingungen mehr Gewicht haben als geringfügige Marktverschiebungen“, meinte Ritter.
Verdi ist damit in Berlin der erste Tarifabschluss gelungen. In Bayern werden die Verhandlungen in der kommenden Woche und in NRW am 10. August fortgesetzt. Vor allem die Lage in NRW ist schwierig, weil es dort Doppelstrukturen von Kaiser’s und Edeka gibt, und das Edeka-Management sich bislang nicht auf eine Beschäftigungssicherung für alle einlassen wollte.
Durch die Niederlage von Gabriel und Edeka/Tengelmann vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf steigt aber offenbar die Kompromissbereitschaft auf der Seite von Edeka: Wenn das ganze Übernahmeprojekt überhaupt noch eine Chance hat, dann sollten sich zumindest die Tarifparteien bald verständigen. Auch der Verkäufer Tengelmann will das Thema endlich abhaken. Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte Edeka aufgefordert, die Tarifgespräche bis Ende Juli abzuschließen; das wurde nur in Berlin erreicht. Haub macht Tempo, denn Kaiser’s produziert Verluste. Aufgrund der geringen Größe und des entsprechend geringen Beschaffungsvolumens liegen die Einkaufspreise für Kaiser’s um rund zehn Prozent über denen der großen Lebensmittelfilialisten Edeka, Rewe, Aldi und Lidl/Kaufland.
Doch eine schnelle Lösung, wie Haub sie wünscht, ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Über die vom Oberlandesgericht Düsseldorf als „Geheimgespräche“ eingestuften, bereits bekannten Treffen von Gabriel mit Edeka-Chef Markus Mosa und Tengelmann-Geschäftsführer Haub hinaus hat es wenigstens noch ein weiteres Treffen gegeben, das erst jetzt öffentlich geworden ist. Am 22. Dezember kamen Mosa und Verdi-Chef Frank Bsirske im Beisein von Gabriel zusammen. Das Treffen habe „dem Meinungsaustausch beider Herren über die Erfolgsaussichten möglicher Tarifverhandlungen“ gedient, heißt es in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Katharina Dröge. Es habe aber „keinen Einfluss auf den Fortgang des Verfahrens zur Ministererlaubnis“ gehabt.
Für Gabriel-Kritiker ist das jedoch ein weiterer Beweis, dass bei der Ministererlaubnis gemauschelt wurde. Der Kartellsenat in Düsseldorf hatte die Sondererlaubnis aufgehoben, weil das Gericht den Minister für befangen hält. Als Beleg führt das Gericht zwei Geheimgespräche mit Haub und Mosa im Dezember an sowie das wettbewerbsrechtlich unproblematischere Kaufangebot Rewes für die 431 Kaiser’s Tengelmann-Filialen.
„Jetzt muss Sigmar Gabriel endlich alles auf den Tisch packen“, forderte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter. Im Bundeswirtschaftsministerium kann man die Aufregung nicht verstehen. Gabriel habe bereits Mitte Juli betont, dass er und seine Mitarbeiter verschiedene Gespräche mit Antragstellern und Gewerkschaften geführt haben, um sich ein Bild zu machen. Gut möglich also, dass in den nächsten Tagen noch weitere Treffen bekannt werden. Immerhin umfasst der Fall Edeka/Tengelmann 20.000 Seiten und 19 Aktenordner.
Nach der herben Niederlage vor Gericht geht das Bundeswirtschaftsministerium in die Offensive. Dem Tagesspiegel liegt ein Antrag vor, nach dem das Gericht Tatsachenbehauptungen in seinem Beschluss ändern soll. So legt das Ministerium Wert darauf, dass Gabriel am 1. Dezember Mosa und Haub getrennt getroffen und gesprochen hat. Nur bei dem Folgetreffen am 18. Dezember seien beide Unternehmenschefs gleichzeitig anwesend gewesen. Zudem habe es sich keinesfalls um Vier-, beziehungsweise Sechs-Augen-Gespräche gehandelt, sondern es seien jeweils die verfahrensleitenden Beamten anwesend gewesen. Auch der Vorwurf des Gerichts, die Stellungsnahme der Edeka-Anwälte zum Rewe-Angebot sei als vertraulich behandelt worden, stimmt nicht, sagt das Wirtschaftsministerium. „Sie war Bestandteil der Verfahrensakte und wurde im Rahmen der Akteneinsicht vom 19. Januar 2016 zur Verfügung gestellt“, heißt es in dem Antrag. Hinzu kommt: „Gespräche mit den Parteien eines Zusammenschlussvorhabens oder mit den für die Meinungsbildung und Entscheidungsfindung relevanten Dritten sind in Fusionskontrollverfahren üblich und zulässig“, heißt es zu dem Vorwurf, Gabriel habe Geheimverhandlungen geführt. Auch beim Bundeskartellamt oder der EU-Kommission würden Einzelheiten einer Zusagendiskussion nicht mit anderen Marktteilnehmern geteilt oder zeitgleich diskutiert.

 

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USA und Islamischer Staat: Langwierige Diplomatie eignet sich nicht für den Wahlkampf

Die Parteitage von Republikanern und Demokraten in den USA sind vorüber, das Rennen zwischen Donald Trump und Hillary Clinton ist offiziell eröffnet, das Land erwartet einen erbitterten Kampf um das Weiße Haus. Bei einem wichtigen Thema liegen Trump und Clinton allerdings so nahe beieinander, dass sich schon jetzt die Konturen der künftigen US-Politik in diesem Bereich abzeichnen: In Syrien dürften die USA nach der Wahl im November den militärischen Druck auf den „Islamischen Staat“ (IS) verstärken – doch der syrische Präsident Baschar al Assad muss sich wohl keine großen Sorgen machen.
Wie in Europa ist der IS auch in den USA zum Inbegriff der extremistischen Bedrohung für den Westen geworden. Das Massaker von Orlando vom Juni, bei dem ein mutmaßlicher IS-Anhänger 49 Gäste einer Homosexuellen-Bar erschoss, hat die Furcht vor einem Überschwappen der Terrorwelle verstärkt. Im Wahlkampf zwischen Trump und Clinton spielen die Verunsicherung der Bevölkerung, die Einwanderungsfrage und der Komplex „Recht und Ordnung“, wie Trump es nennt, zentrale Rollen.
Beide Kandidaten haben deutlich gemacht, dass sie den IS stärker als bisher in die Zange nehmen wollen. Wie nicht anders zu erwarten, prescht Trump besonders weit vor. Der Rechtspopulist verspricht die Entsendung von bis zu 30.000 Soldaten nach Syrien. „Wir werden die Barbaren des IS besiegen, und wir werden sie rasch besiegen“, sagte Trump beim Republikaner-Parteitag. Details nannte Trump nicht, doch seine Formulierungen schließen die Möglichkeit der Stationierung von Bodentruppen ein. Wie ein Präsident Trump eine solche massive Intervention gegen die Interessen von Assads Schutzmacht Russland durchsetzen will, bleibt vorerst sein Geheimnis.
Clinton ist vorsichtiger, doch auch sie will den IS stärker unter Druck setzen. Mit Blick auf die Kriegsmüdigkeit in den USA nach den Missionen in Afghanistan und Irak betont die Demokratin, sie wolle nicht schon wieder zehntausende Kampftruppen in den Nahen Osten entsenden. Statt dessen will sie den Kampf gegen den IS mit intensivierten Luftangriffen und besserer Geheimdienstarbeit führen. Obwohl die Kandidatin ähnlich wie der scheidende Amtsinhaber Barack Obama einen massiven Bodentruppeneinsatz ablehnt, würde eine Präsidentin Clinton mehr US-Spezialeinheiten nach Syrien und in den Irak schicken, um dem IS zu Leibe zu rücken. Zudem fordert sie die Einrichtung von Flugverbotszonen, um Assads militärischen Spielraum einzuengen – doch ebenso wenig wie Trump hat sie bisher erläutert, wie das angesichts der russischen Präsenz in Syrien funktionieren soll.
Weder Clinton noch Trump präsentieren einen Plan, mit dem der Konflikt an sich angegangen und angesichts von 400.000 Toten und fünf Millionen Flüchtlingen eine politische Lösung der Krise durchgesetzt werden könnte. Trump wetterte beim Parteitag gegen die Versuche in der Vergangenheit, im Nahen Osten amerika-freundliche Regierungen zu installieren – eine Kritik an der Politik seiner Widersacherin Clinton als frühere US-Außenministerin, aber auch am Irak-Feldzug des republikanischen Präsidenten George Bush. Clinton fordert zwar eine politische Lösung, sagt aber wenig darüber, wie sie diese erreichen will.
Hinweise auf schwierige diplomatische Bemühungen und den langwierigen Kampf gegen eine brutale Terrororganisation eignen sich nicht für einen Wahlkampf, in dem sich beide Lager als zupackend und effizient im Kampf gegen den IS darstellen wollen. Es bleibt deshalb den Profis von außerhalb der Politik überlassen, auf die raue Wirklichkeit in Syrien hinzuweisen. US-Geheimdienstkoordinator James Clapper sagte der „Washington Post“, die Politiker hätten „nur schlechte Optionen“ vor sich. Die Lage sei überaus kompliziert, so dass es keine einfachen Lösungen gebe. Die Amerikaner müssten sich auf einen langen Kampf gegen Gruppen wie den IS einstellen, sagte Clapper. Instabilität und Gewalt würden künftig zum Normalfall. Doch diese unbequeme Realität dürfte für die Spitzenpolitiker erst nach dem Wahltag am 8. November wieder eine Rolle spielen.

 

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Mehr als 3000 Richter und Staatsanwälte suspendiert: Türkei will Vermögen von Juristen einziehen

Mehr als 3000 Richter und Staatsanwälte hat die türkische Regierung bereits suspendiert, jetzt will sie auch deren Privatvermögen beschlagnahmen. Die Regierung wirft den Juristen Verbindungen zur Gülen-Bewegung vor, die sie für den Putschversuch am 15. Juli verantwortlich macht.
Nach dem gescheiterten Putschversuch will die türkische Staatsanwaltschaft die Privatvermögen von mehr als 3000 suspendierten Richtern und Staatsanwälten beschlagnahmen lassen. Betroffen sind laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu 3049 Richter und Staatsanwälte mit mutmaßlichen Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fetullah Gülen. Ihre Festnahme wurde bereits angeordnet. Beschlagnahmt werden sollen unter anderem Immobilien, Bankkonten und Fahrzeuge.
Die Regierung macht den in den USA lebenden Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich. Nach Angaben des Innenministeriums saßen am Mittwoch mehr als 1600 Richter und Staatsanwälte in Untersuchungshaft. Die Regierung wirft der Gülen-Bewegung vor, den Staat unterwandert zu haben. Gülen wurde in der Vergangenheit großer Einfluss im Justizbereich nachgesagt.
Die Ermittlungen in der Türkei richten sich mittlerweile auch gegen Vertreter der Geschäftswelt. Drei prominente Unternehmer wurden laut Anadolu festgenommen. Der Chef des Boydak-Konzerns, Mustafa Boydak, wurde demnach in der zentraltürkischen Stadt Kayseri in Gewahrsam genommen. Auch zwei weitere Mitglieder der Unternehmensleitung, Sükrü und Halit Boydak, seien festgenommen worden. Die Boydak-Holding ist im Energie- und Finanzsektor aktiv und besitzt die bekannten Möbelmarken Istikbal und Bellona.
Haftbefehle seien zudem gegen den früheren Konzernchef Haci Boydak sowie die Verwaltungsratsmitglieder Ilyas and Bekir Boydak erlassen worden. Laut Anadolu stehen die Ermittlungen im Zusammenhang mit den finanziellen Aktivitäten der Gülen-Bewegung.
Seit dem Putschversuch geht die Regierung mit aller Härte gegen mutmaßliche Unterstützer des Umsturzes vor. Landesweit wurden Tausende Verdächtige festgenommen, unter ihnen auch Richter und Staatsanwälte, Armeeangehörige, Polizisten und Journalisten.

 

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Arbeitslosenquote in EU nur in Österreich gestiegen

Im Juni legte die heimische Quote von 5,7 Prozent im Vorjahr auf 6,2 Prozent zu. Alle anderen Länder der 28 EU-Länder wiesen fallende oder gleichbleibende Zahlen auf.
29.07.2016 | 14:17 | 
( DiePresse.com )
Die Arbeitslosenquote im Euroraum lag im Juni 2016 bei 10,1 Prozent. Damit verzeichnete sie einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als diese noch 11,0 Prozent betragen hatte. Auch in der EU28 ging die Quote gegenüber Juni 2015 von 9,5 auf 8,6 Prozent zurück. Diese Daten wurden von der Eurostat veröffentlicht. Dabei hatte Österreich als einziges Land einen Anstieg zu verzeichnen. Über ein Jahr betrachtet stieg die heimische Arbeitslosenquote nach EU-Zählung von 5,7 auf 6,2 Prozent.
In den übrigen 27 Mitgliedstaaten waren die Arbeitslosenzahlen von Juni 2015 bis 2016 rückläufig, Die stärksten Rückgänge hatten Zypern, Kroatien, Bulgarien und Spanien aufzuweisen. In Belgien und Estland blieben die Zahlen unverändert.
Bei den Personen im Alter unter 25 Jahren fiel die Quote ebenfalls. Knapp 4,2 Millionen Jugendliche waren in der EU28 arbeitslos. Die niedrigsten Quoten gab es in Malta und Deutschland, dem standen Griechenland und Spanien mit Quoten von 47,4 und 45,8 Prozent gegenüber.
>> Bericht der "Eurostat"
(red. )

 

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Vor Protestfahrt Critical Mass: Sit-in gegen Berliner "Radfahrhölle Oranienstraße"

Die Initiative Volksentscheid Fahrrad will am Freitagabend mit einem "Sit-in" in der Kreuzberger Oranienstraße gegen die Untätigkeit des Senats demonstrieren. Die Demo steht unter dem Motto "Radfahrhölle Oranienstraße".
Seit dem Online-Dialog des Senats zur Radverkehrssicherheit im Jahr 2013 wurde nichts unternommen, um die gefährliche Situation zu verbessern , teilte Volksentscheid-Organisator Heinrich Strößenreuther mit. Die Oranienstraße war in diesem Online-Dialog der Verkehrsverwaltung auf den dritten Platz der gefährlichsten Stellen Berlins gewählt worden. Passiert ist seitdem nichts. Weder Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD), der von seiner Kompetenz Gebrauch machen könnte, noch Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) haben infrastrukturelle Maßnahmen ergriffen, teilte die Initiative mit.
Auch die Pünktlichkeit der BVG leide massiv unter dem Chaos und den vielen Zweite-Reihe-Parkern , sagte Strößenreuther. Mit dem Sit-in soll die neu gegründete Bürgerinitiative Oranienstraße unterstützt werden, die Radwege und Tempo 30 fordert. Mehr als 1000 Demonstranten mit Fahrrad werden erwartet. Die Oranienstraße gilt bei vielen als eine der gefühlt gefährlichsten Straßen der Stadt. Das illegale Parken am Straßenrand blockiert die Lieferzone; die zweite Reihe wird dann zugeparkt. Durch die Oranienstraße führen zwei BVG-Linien, darunter der wichtige M29. "Wir tolerieren diesen Straßenkriegszustand nicht weiter", sagte Strößenreuther. Beim "1. Internationalen Falschparker-Tag" im Februar 2015 hatten Fahrrad-Aktivisten die Situation per Videokamera zwei Stunden lang ausgewertet: 32 illegale Dauerparker in der Ladezone provozierten sieben Lieferfahrzeuge zum Zweite-Reihe-Parken. Das führte zu 61 Ministaus, die 335 Radfahrer gefährdeten und ca. 2000 Fahrgästen in 49 BVG-Bussen eine Verspätung bescherten.
Der Sit-in in der Oranienstraße ist als Demonstration bei der Polizei zwischen 19.30 und 20.15 Uhr in Höhe des Fahrradladen „Zentralrad“ in der Oranienstraße 21 angemeldet. Im Anschluss findet die Critical Mass statt, bei der immer am letzten Freitag im Monat mehrere tausend Radfahrer durch Berlin fahren, um für sicherere Wege zu demonstrieren.

 

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Verfassungsschutzbericht: Zahl der Extremisten in Brandenburg steigt

Auch Brandenburg wird immer extremer – am linken Rand, am rechten Rand und bei den Islamisten. Laut dem am Freitag vorgestellten Verfassungsschutzbericht wächst die Zahl gewaltbereiter Extremisten. Größte Herausforderung bleibt der Rechtsextremismus : Rechte Gewalt ist auf dem Höchststand seit 1993, die Zahl gewaltbereiter Neonazis erreicht fast das Niveau der frühen 90er Jahre. Rekord seit der Wende auch bei der Zahl von Neonazis und rechter Hassbands.
Dieser Rekord ist auch bei linker Gewalttaten zu verzeichen, die Zahl gewaltbereiter Autonomer wächst erstmals seit Jahren wieder.
Die Zahl der islamistischen Extremisten stieg 2015 von 40 auf 70 , aktuell sind es schon 80. 50 gelten als gewaltbereit, 10 als Gefährder. Es handelt sich überwiegend um Tschetschenen, die sich dem IS unterstellt haben.
Anlaufpunkt der Islamisten sind Einrichtungen in Berlin. Zehn Personen aus Brandenburg sind nach Syrien gereist , um an Kämpfen des IS teilzunehmen.

 

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Gerüchte um gefälschten Abschluss: Melania Trump schaltet Webseite ab

New York - Nach Berichten über einen erlogenen Uni-Abschluss hat die Ehefrau des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump ihre Webseite aus dem Internet genommen. Melania Trump (46) hatte in ihrem Lebenslauf geschrieben, dass sie vor ihrer Ausreise in die USA in Slowenien ein Studium in Design und Architektur abgeschlossen habe. Laut Recherchen des Magazins „New Yorker“ und anderer Medien hatte Trump dieses Studium jedoch abgebrochen, um ihre Modelkarriere zu verfolgen.
Trump twitterte am Donnerstag, dass ihre Webseite im Jahr 2012 entstanden sei und nicht mehr ihr aktuelles Leben repräsentiere. Deshalb sei sie abgeschaltet worden und verweise stattdessen auf die Unternehmensseite ihres Mannes.
Auch auf ihrer Facebook-Seite fand sich eine solche Erklärung. In dem dortigen Lebenslauf hieß es am Freitag aber weiterhin, Trump habe einen Abschluss in Architektur und Design.
Donald Trumps Wahlkampfteam bemüht sich seit längerem, das frühere Model nicht nur als Anhängsel des Immobilien-Milliardärs darzustellen. Häufiger wird beispielsweise betont, dass Melania Trump fünf Sprachen spreche. Beim Parteitag der Republikaner hatte bereits Melania Trumps Rede für Aufregung gesorgt, weil einzelne Passagen daraus aus einer Ansprache Michelle Obamas im Jahr 2008 stammten.
Donald Trumps dritte Ehefrau ist bisher nicht mit scharfsinnigen politischen Positionen hervorgetreten. 1970 in Slowenien geboren, ist sie 24 Jahre jünger als ihr Mann. Die beiden hatten sich 1998 auf einer Party während der Fashion Week kennengelernt. 2005 folgte die Hochzeit. (dpa)

 

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Erste Bilder sollen Zubehör für das iPhone 7 zeigen - Telekom schafft Spotify-Datenflatrate für Neukunden ab - Digital - Bild.de

Neukunden erhalten bei der Telekom nur noch bis zum 2. August die beliebte Datenflatrate für den Musik-Streamingdienst Spotify. Durch die Option „Music Streaming“ wird mobiler Datenverkehr durch Spotify-Musikstreaming nicht auf den allgemeinen Datenverbrauch angerechnet. Für Bestandskunden mit gebuchter Option verändert sich vorerst nichts. Das gab das Unternehmen in seinem Kunden-Blog Telekom Hilft bekannt. Begründet wird die Entscheidung damit, dass sich seit Beginn der Partnerschaft mit Spotify das Daten-Inklusivvolumen im Schnitt vervierfacht habe.
Blizzard hat die neue Erweiterung für „Hearthstone“ enthüllt. Das Abenteuer geht in „ Eine Nacht in Karazhan “ ab dem 11. August weiter. Wer die Erweiterung in den ersten zwei Wochen nach der Veröffentlichung erwirbt, bekomt den Karazhan-Kartenrücken. Bereits vor der Veröffentlichung kann die kostenlose Prologmission gespielt werden, um zwei neue Karten aus dem Abenteuer zu erhalten. Auf die Spieler warten 45 neue Karten, ein heroischer Spielmodus und spezielle Klassenherausforderungen. Die komplette Erweiterung wird 17,99 Euro für PC, Mac und Android kosten. Auf iOS müssen 19,99 Euro gezahlt werden.
Für den Wire Messenger steht ab sofort ein weiteres Update zur Verfügung. Die neue Version unterstützt Screen-Sharing für Windows und OS X. Mit Hilfe der Funktion kann der Bildschirm mit dem Chat-Partner geteilt werden. Im privaten Umfeld kann das Feature genutzt werden, um etwa den Eltern eine Funktion am Computer zu erklären. Die Übertragungen werden Ende-zu-Ende verschlüsselt, daher wird die Software auch für kleinere Unternehmen interessant. In Kürze soll Screen-Sharing auch für die Browserversion von Wire verfügbar sein. Zu Beginn ausschließlich für Firefox ab Version 48. In Einzeltelefonaten lässt sich die Bildschirm-Ansicht auch auf iOS und Android teilen.
Der Taktik-Shooter „Rainbow Six Siege“ kann vom 28. bis zum 31. Juli kostenlos auf Xbox One und PC gespielt werden. Wer lieber den Profis beim Zocken zuschauen möchte, der kann die Xbox One Pro League Finals am 30. Juli auf Twitch verfolgen.
IT-Unternehmen mit Start-up-Charakter haben Schwierigkeiten an Kredite zu kommen. Das berichtet der Digitalverband Bitkom auf Basis der KfW-Unternehmensbefragung für 2016. 36 Prozent der jungen IT-Unternehmen haben Probleme damit, einen Kredit zu erhalten. Das Bundesfinanzministerium hat allerdings einen Plan für einen sogenannten Tech Growth Fund, mit einem Volumen von 10 Milliarden Euro. Der Bitkom-Geschäftsführer Niklas Veltkamp sagte dazu: „ Es ist wichtig, dass wir in Deutschland ausreichend alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups schaffen. “
Der neue Online-Speicherplatz des Versandriesen ist ab sofort in Deutschland verfügbar. Mit Amazon Drive können persönliche Inhalte wie Fotos, Videos, Musik und Daten in unbegrenzter Menge online gespeichert werden. Der Dienst kann für drei Monate kostenlos getestet werden. Anschließend werden 70 Euro pro Jahr fällig. Amazon Drive steht auf PCs, Smartphones, Tablets, ausgewählten Smart-TVs und Spielekonsolen mit der Amazon Instant Video App zur Verfügung. Ein automatischer Abgleich von Fotos und Videos vom Smartphone gehört zum Funktionsumfang. Dafür ist der Einsatz der Amazon Photo App für iOS und Android notwendig.
Ubisoft hat sein neues Musikspiel „Just Sing“ vorgestellt. Gamer können ihr Gesangstalent ab dem 15. September auf der Playstation 4 und Xbox One unter Beweis stellen. Songs können nicht nur alleine oder in einer Gruppe nachgesungen werden, sondern auch online. Ubisoft liefert mehr als 40 Songs mit „Just Sing“ aus. Darunter befinden sich Tracks von Justin Bieber, One Direction und Queen. Videoaufnahmen der eigenen Performance können mit Filtern angepasst und anschließend geteilt werden. Die Aufzeichnung erfolgt wahlweise mit Xbox One Kinect, der Playstation-Kamera oder einem Smartphone mit der Just Sing Companion App.
Der Schweizer Telekom-Konzern Swisscom wird ab Anfang August, in seinen Call Centern, die Software Voiceprint einsetzen. Die Software erkennt die Anrufer anhand ihrer Stimme. Das Verfahren soll sicherer und schneller sein als die bisherigen Kontrollen über die Passwörter und andere Sicherheitsmerkmale. Die Stimmprofile werden auf den Rechnern des Konzerns in der Schweiz gespeichert. Die britische Bank Barclays setzt die Software bereits mit Erfolg ein.
Laut einem Bericht der Agentur Bloomberg arbeitet Apple an einer neuen Version seiner „Apple Store“-App für iPhone und iPad. Das Programm werde künftig einen Bereich „Für Dich“ enthalten, in dem der Nutzer persönliche Kaufempfehlungen erhalten soll – ähnlich den Musikempfehlungen im Bereich „Für Dich“ in der Musik-App.
In der Vitrine ist noch Platz? Dann erwartet euch am 29. September Nachschub für die Figuren-Sammlung. Ubisoft hat seine neue „Assassin's Creed“-Figur vorgestellt. Die Connor-Statue wurde von einer Szene, aus dem Ankündigungstrailer, für Assassin's Creed 3 inspiriert. Das kleine Sammlerstück ist 28 cm hoch und zeigt den Assassinen mit seinem charakteristischen Tomahawk. Eine Vorbestellung der Figur ist über den Uplay-Shop möglich. Der Preis liegt bei 79,99 Euro.
Die Social-Media-Seite Rebelmouse stellt ihren Gratis-Dienst ein. Das teilte das Unternehmen in einer E-Mail an seine Nutzer mit, erklärte den Schritt zusätzlich in einem Blog-Beitrag. Man wolle sich künftig auf kostenpflichtige Angebote für Unternehmen konzentrieren. Das Gratis-Angebot, das verschiedene Social-Media-Aktivitäten eines Nutzers auf einer Internetseite zusammenfasste, wird zum 1. September enden.
Im zweiten Quartal des laufenden Jahres wuchs der Smartphone-Absatz nur minimal, wie neue Zahlen des Marktforschers IDC zeigen. Demnach stiegen die Verkäufe gegenüber dem Vorjahr nur um 0,3 Prozent. Marktführer ist weiterhin Samsung mit einem Anteil von 22,4 Prozent am Gesamtmarkt. Apple folgt auf dem zweiten Rang mit 11,8 Prozent.
Was ist nur aus dem Internet geworden? Früher ging nichts über Katzen-Inhalt! Und jetzt? Selbst Facebook-Mitgründer Mark Zuckerberg setzt auf „dog content“ …
Gestern berichtete BILD über die Gerüchtelage rund um das „Samsung Galaxy Note 7“, das am kommenden Dienstag (2. August) vorgestellt wird. Heute morgen sehen wir nun dank Marques Brownlee die erste 360-Grad-Ansicht des kommenden Smartphones der Koreaner.
Die Gerüchteküche im Internet ist sich ziemlich einig, dass das nächste iPhone – das womöglich iPhone 7 heißen wird – ohne den gewohnten Kopfhöreranschluss auskommen wird. Stattdessen, so Gerüchte, werde Apple einen Adapter für 3,5-Millimeter-Klinkenstecker mitliefern, so dass sich diese auch an der Lightning-Buchse des iPhone nutzen ließen. Jetzt hat MacRumors erste Bilder eines solchen Adapaters veröffentlicht. Aber man darf zweifeln: Ist das wirklich ein echter Apple-Adapter? Oder vielleicht doch nur ein Zubehörteil eines Drittanbieters? Bis Mitte September darf gerätselt werden. Dann soll – Gerüchten zufolge – das iPhone 7 offiziell präsentiert werden …
Rein in den Freitag – wir tragen hier wieder die Nachrichten der digitalen Welt für Euch zusammen.
Im Internet geht es ab und an auch ohne Katzenbilder, so ein Hund hat ja auch was.
Die Betreiber der Streaming-Plattform Twitch gehen aktuell verstärkt gegen Chat- und Zuschauerbots vor. Manche Streamer nutzen Bots, um ihre Zahlen damit auf illegale Weise hochzutreiben. Für Streamer sind die Zuschauerzahlen von großer Bedeutung, da sich damit potenzielle Sponsoren gewinnen lassen. Twitch hat nun anscheinend einen Weg gefunden, um diese Bots zumindest temporär auszusperren. Das berichten einige Nutzer auf der Diskussionsplattform Reddit.
Square Enix hat das Rollenspiel „Cosmos Rings“ exklusiv für die Apple Watch entwickelt. Der Einführungspreis liegt bei 5,99 Euro und ist bis zum 31. August 2016 gültig. Anschließend kostet der Titel 8,99 Euro. Das Spiel kann ab sofort im App Store heruntergeladen werden.
Mit der „Darksiders Warmastered Edition“ erwartet Gamer am 25. Oktober ein Remake des ersten „Darksiders“. Der Titel erscheint für PC, Playstation 4, Xbox One und Wii U und wird 19,99 Euro kosten. Für die Konsolen liegt der Titel in einer FullHD-Auflösung vor. PC-Spieler können sich auf zusätzliche Grafikoptionen und 4K-Unterstützung freuen. Das Remake nutzt Texturen mit der doppelten Auflösung und bietet eine verbesserte Darstellung von Schatten und Effekten.
In einem Podcast bei IGN sprach der ehemalige Xbox-Chef Robbie Bach über den Start der Konkurrenz-Konsole von Sony. Im Rahmen der E3 2006 hatte Sony den Preis der Playstation 3 offiziell enthüllt. 499 US-Dollar wurden in den USA für die günstigste Variante aufgerufen. Die Ankündigung ließ das Xbox-Team fassungslos zurück. Microsoft war überrascht, dass Sony einen so hohen Preis aufrief. Das eigene Modell, die Xbox 360, gab es bereits für 299 US-Dollar. Bei Microsoft war man sich allerdings bewusst darüber, dass Sony sehr teure Teile in der Konsole verbaut hatte.
Microsoft feiert den ersten Geburtstag der Windows 10-App von Minecraft. Als Dankeschön liefert man in den kommenden Wochen ein kostenloses Update aus, mit dem der Titel die VR-Unterstützung für Oculus Rift erhält. Ein weiteres Geburtstagsgeschenk ist die kostenlose Achterbahn-Karte , die im Video vorgestellt wird.
Könnten wir zukünftig die digitale Krone der Apple Watch auch an einem iPhone oder iPad sehen? Darauf deutet zumindest ein neuer Patent-Antrag hin. Das Dokument beschreibt die Nutzung wie folgt: Die Krone kann zum anpassen der Lautstärke und für den Text-Zoom eingesetzt werden. Ein Druck auf die Krone kann die Kamera auslösen oder den Bildschirm sperren. Die digitale Krone könnte bei zukünftigen Modellen, mit einem randlosen Display, zum Einsatz kommen.
Verschiebungen hin oder her, bald können wir das Universum und gefährliche Planeten in „No Man's Sky“ selbst erkunden. Ab dem 10. August können wir auf der Playstation 4 loslegen. PC-Spieler müssen sich noch zwei Tage länger gedulden.
Schluss mit langweiligen Fotos auf Twitter. Ab sofort können alle Nutzer Emojis und unzählige Sticker in Twitter-Fotos einbauen. Und so funktioniert das Ganze: Einfach einen neuen Tweet erstellen, ein Foto auswählen und auf das Smiley im Bild tippen. Jetzt können Sticker aus verschiedenen Kategorien ausgewählt und auf das Foto gezogen werden. Unter den Stickern finden sich Accessoires, Smileys, Tiere, Aktivitäten, Nahrungsmittel, Orte, Gegenstände aus dem Alltag und vieles mehr. Wer braucht da noch Snapchat?
Die ersten Spielszenen, für alle virtuellen Farmer unter euch.
Blizzard integriert mit dem Patch 2.4.2 die zusätzlichen Schwierigkeitsstufen Qual XI-XIII in „Diablo 3“. Wer sich an die neuen Stufen heranwagt, erhält Beute von höherer Qualität. Blizzard fügt auch einige neue Gegenständige und legendäre Eigenschaften hinzu. Wer seinen Charakter richtig in Szene setzen will, erhält außerdem ein Tastaturkürzel, mit dem sich die Benutzeroberfläche ausblenden lässt.
Microsoft verteilt ab dem 2. August das Anniversary-Update für Windows 10. Wie PC World berichtet , wird der Aus-Schalter für die digitale Sprachassistentin Cortana mit dem Update entfernt. Cortana ersetzt die klassische Suchfunktion unter Windows 10. Wer über Cortana eine Internet-Suche startet, muss mit der Microsoft eigenen Suchmaschine Bing vorlieb nehmen. Google wird schlichtweg geblockt. Cortana durchsucht außerdem E-Mails und Termine, um mögliche Konflikte zu verhindern und um die Suche zu beschleunigen. Da es sich um kein optionales Update handelt, müssen Nutzer der Windows 10 Home Edition das Update früher oder später zwangsläufig installieren.
Fünf Jahre lang war das von Fans erstellte Online-RPG „StarCraft Universe“ in Arbeit. Jetzt ist das Projekt soweit fertig, dass die offene Beta starten konnte. Der Markeninhaber Blizzard hatte dem Team grünes Licht für die Entwicklung gegeben. Anschließend wurden über 84 000 US-Dollar ,mit Hilfe einer Kickstarter-Kampagne , eingesammelt. Die Fan-Modifikation für „StarCraft 2“ kann im Arcade-Bereich des Spiels heruntergeladen werden. Die offene Beta besteht aus vier Kapiteln, die auch mit der kostenlosen Starter-Edition von „StarCraft 2“ gespielt werden kann. Das sehenswerte Intro macht bereits Lust auf mehr. Szenen aus dem Spiel gibt es auf YouTube.
Gestern in Berlin...
Wegen des Amoklaufs in München hat sich ProSieben dazu entschieden, die Übertragung der E-League zu stoppen. Dabei handelt es sich um ein großes E-Sport Turnier in den USA, in dessen Fokus der Taktik-Shooter „Counter Strike: Global Offensive“ steht. Auf dem Spartensender ProSieben Maxx sollte ausführlich über das Turnier berichtet werden, sowohl im Livestream als auch im TV. Mittlerweile sind sämtliche Ankündigungen, zu den Ausstrahlungen, von der Webseite des TV-Senders verschwunden. Ein offizielles Statement des Senders gab es auf Facebook.
Ab November geht der neue Kanal Sky 1 in Deutschland und Österreich an den Start. Dort wird eine Mischung aus exklusiven Showformaten und Serien zu sehen sein. Neben Sky Eigenproduktionen werden auch internationale Erfolgsserien im Programm auftauchen. Zu den Highlights zählen die brandneuen Folgen von „Twin Peaks“ in 2017 und „24: Legacy“. Bei den Eigenproduktionen findet man „The Tunnel“ und „Hooten & The Lady“. Die weltweit erfolgreiche Koch-Casting-Show „Masterchef“ gehört ebenfalls zum Programm.
Ein Mann in der Oberpfalz hatte laut Polizeibericht genug von den ständigen Pokémon-Jägern vor seinem Haus. Er schlug mit einem Holzstock auf ein parkendes Auto ein. Der Schaden wurde mit 500 Euro beziffert. Laut Aussage des Mannes, waren Spieler Tag und Nacht mit laufendem Automotor und lauter Musik vor seinem Haus anzutreffen.
Die Legendary Digital Studios werden eine Streaming-Serie zum Videospiel „Life is Strange“ entwickeln. Wo und wann die Serie laufen wird, ist noch nicht bekannt. Es soll sich dabei nicht um eine animierte Serie, sondern um eine real gefilmte Umsetzung handeln. „Life is Strange“ erzählt die Geschichte von Max Caulfield und das mysteriöse Verschwinden ihrer Mitschülerin Rachel Amber.
Spieler können ab dem 2. August in die Rolle von Jack Boyd, dem Chef des Freeburg Police Departments, schlüpfen. Den Gamer erwartet eine düstere Story und eine rund 24 Stunden lange Kampagne. Die Entscheidungen des Spielers werden sich dabei auf den Verlauf der Geschichte auswirken. Mögliche Kooperationen mit der Mafia, Bestechungen, Folter und Politik spielen in dem Indie-Titel eine Rolle. Auf der Gamescom in Köln kann der Titel in Halle 8, am Stand C020 angespielt werden. Der Titel wird 14,99 Euro kosten und zu Beginn für PC, Mac und Linux zur Verfügung steht. Später im Jahr folgt eine Version für Playstation 4 und Xbox One.

 

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Deutsche Bahn gibt Verbindungen auf: Österreicher übernehmen DB-Nachtzüge

Bis vor kurzem schien klar: Der Nachtzugverkehr in Deutschland mit Liege- und Schlafwagen steht vor dem Aus. Nun geht es doch weiter. Aber nicht mit der Deutschen Bahn.
Bahnfahrer werden auch künftig Nachtzüge mit Schlaf- und Liegewagen in Deutschland nutzen können. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wollen zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember den Großteil der Verbindungen ersetzen, die die Deutsche Bahn bis dahin aufgibt. Das geht aus internen Unterlagen hervor, in denen die Trassenanmeldungen für den Nachtzugverkehr im kommenden Jahr dokumentiert sind. Nach dpa-Informationen soll das neue Nachtzugkonzept im September offiziell vorgestellt werden.
Die ÖBB werden nach den vorliegenden Trassenanmeldungen täglich drei Euronight-Züge mit Schlaf-, Liege- und Sitzwagen zusätzlich durch Deutschland fahren lassen. Sie sollen auf folgenden Strecken unterwegs sein:
Die Deutsche Bahn hatte Ende 2015 bekanntgegeben, alle bisherigen Linien des klassischen Nachtzugverkehrs in diesem Dezember einzustellen. Als Grund wurden jahrelange Verluste in diesem Geschäft genannt. Die meisten Züge seien mehr als 40 Jahre alt, die nötigen Investitionen in die Modernisierung ließen sich nicht wieder hereinholen, stellte das Unternehmen fest.
Für die Deutsche Bahn sind die Nachtzüge ein Nischengeschäft. Zuletzt gab es 1,3 Millionen Buchungen pro Jahr. Somit war nur einer von Hundert Fahrgästen mit einem Schlaf- oder Liegewagen unterwegs. Die ÖBB machen dagegen mit den Nachtreisezügen 17 Prozent ihres Umsatzes.
Inwieweit die ÖBB auch den Autozugverkehr in Deutschland wiederbeleben wollen, ist noch offen. Möglich wäre, an einige der Nachtzüge auch Autowagen zu hängen.

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